Historisches Hoch und Fachkräftemangel

Runder Tisch Pflege soll gegründet werden

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Martin Suschek (von links) von der Heilig-Geist-Stiftung sowie Johann Meiners und Rolf Heiber von der Agentur für Arbeit.

Kreis Coesfeld/Dülmen. Über 218 000 Menschen hatten im Bereich der Agentur für Arbeit Coesfeld – in den Kreisen Borken und Coesfeld – im vergangenen Jahr einen sozialversicherungspflichtigen Job – 2,7 Prozent mehr als 2018. „Das ist ein historisches Hoch“, sagte Johann Meiners, Leiter der Agentur für Arbeit Coesfeld, Montag bei der Jahrespressekonferenz der Agentur.

In einer Reihe Branchen mache sich mehr und mehr ein Mangel an Fachkräften deutlich. „Durchschnittlich dauert es vier Monate bis zur Besetzung einer freien Stelle“, schilderte Rolf Heiber, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit. Die Schwierigkeit, Fachkräftestellen zu besetzen, werde in den kommenden Jahren noch erheblich größer werden. 

„In den nächsten fünf Jahren vollenden rund 16 000 Arbeitnehmer ihr 65. Lebensjahr – im Verlauf der nächsten zehn Jahre rund 43 000. Das bedeutet, dass voraussichtlich bis 2030 ein Fünftel der aktuellen Arbeitnehmerschaft in Rente geht“, so Rolf Heiber. Diese frei werdenden Stellen neu zu besetzen – dafür reiche die Zahl der Schulabsolventen nicht. Daher gelte es unter anderem, Migranten zu qualifizieren. Hier gebe es deutliche Fortschritte. In Zeiten von Vollbeschäftigung – die Arbeitslosenquote im Bereich der Arbeitsagentur lag 2019 wie 2018 bei 3,2 Prozent – gelte es, Potenziale in den Betrieben zu nutzen. Etwa durch Qualifizierung von Hilfskräften zu Fachkräften. Die Kosten dafür könnten je nach Betriebsgröße von der Agentur für Arbeit teilweise bis komplett übernommen werden. 

Allgemein gelte es, Schulabgängern die Karrierechancen jenseits akademischer Berufe deutlich zu machen. „Wir brauchen hier mehr Facharbeiter als Hochschulabsolventen“, so Johann Meiners. Auch im Bereich Pflege werden viele weitere Mitarbeiter gesucht. Daher werde bald auf Initiative der Agentur für Arbeit ein Runder Tisch Pflege eingerichtet. Stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser und Ausbildungsinstitute werden an dem Tisch sitzen. So auch das Heilig-Geist-Stift Dülmen, in dessen Räumen am Montag das Pressegespräch stattfand. „In der Pflege erhalten die Auszubildenden mit die höchsten Ausbildungsvergütungen, und im Beruf gibt es auch eine gute Bezahlung und Karrieremöglichkeiten“, sagte Martin Suschek vom Vorstand der Heilig-Geist-Stiftung Dülmen. „Das müssen wir bekannter machen.“

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