Praxis am Lohwall wird weitergeführt

Rastloser in Rente: Dülmener Facharzt Dr. Ahmad El-Saqqa geht in den Ruhestand

+
Freut sich über seinen Ruhestand: Dr. Ahmad El-Saqqa – hier beim Spaziergang in der Innenstadt und beim Blick auf den Aufbau der Dülmener Eisbahn.

Dülmen. In den Tag hineinleben, relaxen, Seele baumeln lassen. Vielleicht ein gutes Rezept für Dr. Ahmad El-Saqqa. Denn für den Dülmener Facharzt für Chirurgie, Chirotherapie und Akupunktur ist nun Ruhestand angesagt – mit viel Zeit für seine Hobbys: Reisen, das Verfolgen der Politik, der aufmerksame Blick auf die Aktienbörsen und natürlich Familie und Enkel stehen nun bei ihm auf dem Programm.

„Die Arbeit wurde jetzt zum Schluss nicht einfacher. Chirotherapie fordert nun mal körperlich“, sagt der 64-Jährige, der vor 25 Jahren die chirurgische Praxis von Dr. Assad Ghawidel am Lohwall übernahm. Bei Chirotherapie werden Gelenke eingerenkt, häufig ruckartig. „Pack und knack“, sagt Dr. El-Saqqa mit einem Schmunzeln. Da ist dann die Schmerzlinderungs-Akupunktur, für die er auch qualifiziert ist, doch erheblich weniger anstrengend.

„Meinen Nachfolgern – Diplom-Mediziner Abdelsalam Kasem, der die Praxis am Lohweil weiterführt, und Dr. Gero Hengst, der als Orthopäde meinen Kassensitz übernommen hat – gelten meine besten Wünsche“, sagt Ahmad El-Saqqa, der privat und beruflich auf einen bewegten Lebenslauf blickt: In Amman in Jordanien geboren und aufgewachsen – sein Vater hatte 1948 als Palästinenser aus Jaffa dorthin fliehen müssen –, machte er mit 17 Abitur und wollte Medizin studieren.

Studium in Rostock, Arbeit in Berlin

Zwei Jahre wartete er auf einen Studienplatz. Er nutzte die Chance, 1974 in die DDR zu wechseln, studierte in Rostock. 1980 schloss er dort das Studium ab und arbeitete daraufhin im Krankenhaus Weißensee in Berlin. Dort erwarb er 1989 seine Qualifikation als Facharzt für Chirurgie und promovierte über den Einsatz der Ultraschallgeräte der ersten Generation bei akuter Baucherkrankung. Noch vor der Wende musste er die DDR – seine Ausbildung war ja abgeschlossen – wieder verlassen. Nach nochmaliger medizinischer Prüfung arbeitete er anderthalb Jahre als Chirurg in Amman im Alkalidi-Krankenhaus.

Erst 1992 konnte er wieder zu seiner Familie – zu seiner Frau Angelika und seinen beiden Söhnen Christian und Sebastian. Für zweieinhalb Jahre arbeitete er am Halterner St.-Sixtus-Hospital, und weil er in Haltern keine Wohnung fand, zog er mit seiner Familie nach Dülmen, wo er dann als Kassenarzt und als Partner in die 1982 gegründete Praxis von Dr. Assad Ghawidel einstieg. Im Zuge der Erkrankung des Praxisgründers trat Diplom-Mediziner Abdelsalam Kasem 1997 als Partner in die Praxis ein.

Chirurgische Eingriffe in der Praxis vorgenommen

El-Saqqa hatte dort nicht nur als Durchgangsarzt viel zu tun: „Als die Chirurgie hier im Dülmener Krankenhaus geschlossen wurde, haben wir mehr chirurgische Eingriffe bei uns in der Praxis vorgenommen und chirurgische Eingriffe nachbehandelt“, so El-Saqqa. Tennisarme, Karpaltunnelsyndrome, Leistenbrüche – dies und mehr wurde am Lohwall operiert.

„Mit den anderen niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern hier in der Umgebung haben wir stets ein gutes Verhältnis gehabt; dafür möchte ich mich bedanken. Ebenso für das Vertrauen der Patienten“, so Dr. Ahmad El-Saqqa.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare