Kardiologe spielt und erforscht Musik

Prof. Dr. Hans-Joachim Trappe aus Dülmen orgelt in New York, Rom, Paris und Coesfeld

Auch in der St.-Patrick’s-Kathedrale in New York, der größten Kirche in gotischem Stil in den USA und Sitz des Erzbischofs von New York, Kardinal Timothy Dolan, gab Hans-Joachim Trappe ein Orgelkonzert.

Dülmen/Coesfeld. Musik wirkt aufs Herz und kann das Herz bewegen. Wer wüsste dies besser als der Dülmener Kardiologe Dr. Hans-Joachim Trappe, Professor für Innere Medizin und Kardiologie an der Ruhr-Uni Bochum, Direktor der Medizinischen Universitätsklinik am Marienhospital Herne und Ärztlicher Direktor des Gesamtklinikums. Seit 50 Jahren spielt der gebürtige Castrop-Rauxeler nebenberuflich Orgel. Jahrelang sonntags auch in der Benediktinerabtei Gerleve und seit 2006 bis dato sechsmal samstags bei der „Orgelmusik zur Marktzeit“ in St. Jakobi in Coesfeld.

„Angesprochen, in Jakobi Orgel zu spielen, hatte mich damals der Chefarzt der radiologischen Klinik am Coesfelder Krankenhaus Dr. Jürgen Fischer, der viele Jahre im Förderkreis Orgelmusik Coesfeld e.V. engagiert war“, erinnert sich Hans-Joachim Trappe, begeistert über das Klangerlebnis, das die 2014 eingeweihte Sauer-Orgel mit seinen auf zwei Orgelwerke aufgeteilten 48 Registern ermöglicht. Die Begeisterung für Orgelmusik, sein spielerisches Können und die Tatsache, dass er viele Konzerte zugunsten wohltätiger Zwecke gibt, führte dazu, dass Hans-Joachim Trappe zahlreiche Einladungen erhielt, an den größten und bekanntesten Orgeln der Welt zu spielen.

Gespielt an größten und bekanntesten Orgeln

So unter anderem im Kölner Dom, im Salzburger Dom, in Maastricht, in der St.-Hedwigs-Kathedrale Berlin, im Ulmer Münster, in der Frankfurter Paulskirche, in der Erlöserkirche Jerusalem, der Kirche „Maria, Madre della Famiglia“ im Vatikan, der St.-Patrick’s-Kathedrale in New York, der Erzbasilika „San Giovanni in Laterano“ und dem Dom in Passau mit der größten Domorgel der Welt.

Sogar an der Cavaillé-Coll-Orgel von Saint Sulpice in Paris gab Trappe bereits ein Konzert: „Als ich mal in Bonn ein Benefizkonzert für die Deutsche Herzstiftung gespielt habe, bedankte sich die Schirmherrin der Stiftung Barbara Genscher bei mir und fragte nach einem Wunsch. Ich sagte ,Eine der Orgeln mit dem schönsten Klang ist die von Saint Sulpice in Paris’. Sie ermöglichte dann, dass ich dort spielen konnte.“

Immer wieder setzt sich Trappe zum Wohl der Deutschen Herzstiftung, in deren Vorstand er seit vielen Jahren wirkt, an Orgeln und gibt Benefizkonzerte. Und zum dritten Mal hat der dreifache Vater und fünffache Großvater eine Benefiz-CD für die Deutsche Herzstiftung aufgenommen (siehe Artikel unten und auf Youtube unterm Suchbegriff Hans-Joachim Trappe). Die im Spätsommer vorgestellte CD enthält Musik, die zu hören bei vielen eine Beruhigung des Blutdrucks und der Herzfrequenz bewirkt.

Zahlreiche Fachartikel zur Herzwirkung von Musik

Dies stellt Hans-Joachim Trappe nicht nur in dem der CD beiligenden Experten-Sonderdruck vor, sondern auch in einer Reihe Beiträgen in wissenschaftlichen Fachpublikationen. Sie sind Resultat von Studien, bei denen Hans-Joachim Trappe und weitere Mitwirkende hunderten Personen verschiedene Musikstücke zu hören gaben. Beim Hören von Bach konnte eine deutliche Senkung des systolischen und diastolischen Blutdrucks nachgewiesen werden sowie eine Senkung der Herzfrequenz. Die deutlichste Senkung der Herzfrequenz konnte beim Hören von Mozart beobachtet werden. 

„Besonders günstig für eine therapeutische Anwendung sind ruhig dahinfließende Kompositionen von Bach, Mozart oder italienischen Komponisten.“ Daher enthält die neue Benefiz-CD für die Deutsche Herzstiftung auch bewusst Musik dieser Komponisten. „Allerdings sollte man hier auch immer die individuellen musikalischen Vorlieben des Patienten berücksichtigen“, so Trappe. Grundsätzlich sieht er aber in der Musik einiges an Potential für medizinische Therapien. „Bis Musik als Herz-Medikament eingesetzt werden kann, bedarf es allerdings noch einiger Forschung“, so Trappe, der von sich sagt, gern auch ABBA zu hören. „Musik von ABBA hat aber keine Blutdruck und Herzfrequenz senkende Wirkung.“

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