Ortwin Bickhove-Swiderski veröffentlicht Buch über NS-Zeit

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Autor Ortwin Bickhove-Swiderski (rechts) und Gabriele Hillebrand, Geschäftsführerin des Laumann-Verlages, präsentieren das Buch „Albert Funk – Bergarbeiter und Kommunist.“

Dülmen. Zwei Jahre hat der Roruper Heimatforscher Ortwin Bickhove-Swiderski geforscht, Quellen zusammengetragen und ausgewertet. Jetzt ist sein neues Buch über den Kommunisten Albert Funk unter dem Titel „Albert Funk – Bergarbeiter und Kommunist“ im Dülmener Laumann-Verlag erschienen.

Grundlage für das 220 Seiten starke Buch war eine Akte, die von einem Funktionär der Kommunistischen Partei Anfang der 50er Jahre eingemauert und somit vor der Zerstörung nach dem Verbot der Partei gerettet wurde. Diese Akte bekam Ortwin Bickhove--Swiderski von Kommunisten in Recklinghausen zu Forschungszwecken übergeben.

„In der Akte sind rund 200 eidesstattliche Erklärungen, die über Folter, Verhaftungen und Drangsalierungen in der NS-Zeit berichten.“ In einigen dieser Akten wird auch das Schicksal vom Kommunisten Albert Funk aufgeführt. Gestorben ist Funk am 27. April 1933 im Polizeipräsidium Recklinghausen, der damaligen „Hölle von Recklinghausen.“ Durch massive Folter und die dadurch erlittenen physischen und psychischen Qualen ist er aus dem 3. Stock des Polizeipräsidiums in den Hof gestützt.

„Mein besonderes Anliegen ist es, die Täter hinter den Gräueltaten zu entlarven“, so Bickhove-Swiderski. Bei seinen Recherchen nach den Tätern hat der Heimatforscher zahlreiche Archive in ganz Deutschland angeschrieben. „Dazu habe ich noch 50 Bücher parallel durchgearbeitet und zahllose Zeitungsartikel.“ Bei den Täter stieß er dann auf den Gestapo-Leiter Wilhelm Tenholt und seinen Mitarbeiter Leufke. Auch über die Gerichtsverhandlung gegen die Täter und die spätere Begnadigung wurde recherchiert, dabei wurden die Gerichtsakten gegen Tenholt zum ersten Mal überhaupt ausgewertet. „Auch im Kreis Coesfeld haben die beiden Täter ihr Unwesen getrieben“, so Bickhove-Swiderski, der das Buch nicht ohne Hintergedanken herausgebracht hat. „Das Buch ist ein kleines Geschenk zum 85. Todestag von Albert Funk im nächsten Jahr, eine Gedenkfeier in Recklinghausen zum Todestag ist mir ein zusätzliches Anliegen.“

Auch zwei Ideen für weitere Buchprojekte hat der Roruper Heimatforscher schon. „Ich würde zum einen gerne über die Geschichte der Gewerkschaften im Kreis Coesfeld forschen. Zum anderen liegen im Kreisarchiv Coesfeld noch rund 200 Wiedergutmachungsakten, die ich auch gerne noch aufarbeiten möchte.“

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