Nachbarn und BUND gegen Baumabholzung an der Hülsterner Straße

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Nachbarinnen und Nachbarn, die sich für die Erhaltung der jetzigen Baumallee Hülstener Straße engagieren, sowie Mitstreiter bei einem gemeinsamen Treffen. Von links Hermann Osterkamp, Dr. Dieter Wolters, Gabriele Osterkamp, Sofia Gleumers-Wolters, Franziska Schulte (stellvertretende Sprecherin BUND Dülmen), Wolfgang Schreiber, Fritz Pietz und Michael Willers. Auf dem Bild fehlen Monika und Kurt Löbbert, Martin Groß und Dr. Jürgen Baumanns (NABU).

Dülmen. Die rund 40 Allee-Ahornbäume an der Hülsterner Straße zwischen Gausepatt und Halterner Straße sind laut Baumgutachten von 2015 überwiegend über 70 Jahre alt und haben zu zwei Dritteln eine weitere Lebenserwartung von mehr als 15 und bis zu 30 Jahren und mehr.

Sie sollen nach Beschluss des Dülmener Stadtrats von Ende vergangenen Jahres gefällt werden – und für den Bau der Dülmener Südumgehung und einer dreireihigen Allee mit 87 jungen Bäumen einer Stammdicke von 6 Zentimetern weichen.

In einem Brief an Bürgermeisterin Lisa Stremlau und die Dülmener Ratsfraktionen kündigten Nachbarn und Naturschutzaktive vergangene Woche an, dass der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Klage gegen die Fällung einreichen werde, wenn die Stadt die aktuelle Beschlusslage weiter verfolge. Geklagt werde auch für den Fall, dass andere Planungsvarianten umgesetzt werden sollen, bei denen die jetzige Allee betroffen werde. Im Zuge einer solchen Klage werde sich das Projekt Südumgehung um Jahre verzögern. Denn: Eine Klage habe aufschiebende Wirkung.

Die Klage, so die Ankündigung, richte sich gegen den Beschluss des Beirats bei der unteren Naturschutzbehörde vom 20. Februar. Mit sieben Ja- und vier Nein-Stimmen und einer Enthaltung hatte der entschieden, dass die Allee von der Erhaltungspflicht gemäß Paragraf 41 Landesnaturschutzgesetz zu befreien sei; der Beirat hatte unter anderem auf das öffentliche Interesse am Bau der Südumgehung verwiesen und dass Alternativtrassen kaum realistisch seien.

Diese Einschätzung teilen der BUND und die Nachbarn nicht. Sie gehen davon aus, dass die vom Landschaftsbeirat ausgesprochene Befreiung von der Erhaltungspflicht vor einem Gericht keinen Bestand hat.

Denn ihrer Einschätzung nach besteht durch Verschwenkung der Trasse ein paar Meter in Richtung Norden eine gut realisierbare Möglichkeit, in dem betreffenden Bereich eine Südumgehung zu verwirklichen, ohne dass der bestehende Baumbestand betroffen ist.

Die Nachbarn hatten dies schon früher erläutert. Die Stadt Dülmen hatte daraufhin unter dem Begriff „Variante 4“ eine Lageplanung erstellt, die dann auch in den politischen Gremien Gegenstand von Erörterungen war. Gemäß diese Skizzierung sei der Teilabriss eines gewerblichen Gebäudes im angrenzenden Gewerbegebiet notwendig. In den Augen der Nachbarn jedoch kann die Südumgehung auch ohne Gebäudeabriss neben der bestehenden Allee hergeführt werden – indem der Fahrradweg künftig über die bisherige Hülstener Straße verläuft und nicht als Neubau neben der neuen Straße. Die Stadt Dülmen habe die Vorschläge der Nachbarn für diese Alternativroute nicht hinreichend beachtet.

Von den Kosten her sei eine solche modifizierte „Variante 4“ in etwa vergleichbar mit der vom Stadtrat beschlossenen Variante, die eine Rodung der bestehenden und Anlegung einer neuen Allee vorsieht.

Neben dem Schutz der bestehenden Allee führen die Nachbarn auch noch weitere Vorteile einer modifizierten „Variante 4“ an. So etwa die Erhaltung weiterer sechs Alleebäume und zusätzlicher 20 Bäume sowie einer Wallhecke im Bereich der Sportanlagen. Diese Bäume und die Hecke an den Sportanlagen seien wertvoll hinsichtlich einer Geräuschverringerung; zudem biete dieses Grün einen gewissen Schutz vor Stickoxiden und Feinstaub. Auch sei die Zuwegung zu den Sportanlagen an der Hülstener Straße bei einer modifizierten „Variante 4“ verkehrssicherer.

Die modifizierte „Variante 4“ führe nicht zu einer deutlich größeren Lärmbelastung der Nachbarn etwa am Moorkamp. Denn die Trassenverschiebung betrage nur ein paar Meter; außerdem befinde sich das Gewerbegebiet zwischen der Umgehungsstraße in spe und dem Moorkamp.

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