Nach Rettungsaktion im Sommer: Katze "Schrotti" hat ein Zuhause gefunden

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Nicole Labudda (links) und ihre Tochter Laura aus Buldern meldeten sich auf den Facebook-Aufruf von Rabi El-Lahib und gaben der kleinen Katze „Schrotti“ ein Zuhause.

Dülmen/Buldern. „Als wir uns die Katze – komplett schmutzig – im Auto genauer angesehen haben, wussten wir: Das ist Schrotti“, erinnert sich Nicole Labudda. „Schrotti“ war im Sommer auf dem Dülmener Schrottplatz „A&R Münsterland“ in einem Haufen von alten Autoblechen, unbrauchbaren Elektrogeräten und sonstigem Schrott gefunden worden. Jetzt, sechs Monate später, führt die Katze ein ganz normales „Katzenleben“ bei Familie Labudda aus Buldern.

„Gegen 15 Uhr hat ein Mitarbeiter laute Katzengeräusche gehört“, erzählt der Inhaber des Schrottplatzes, Rabi El-Lahib. „Am nächsten Morgen kam er zu mir und meinte, er konnte die ganze Nacht nicht schlafen, weil er immer noch diese Katzengeräsche im Kopf hatte.“ Drei Mitarbeiter wühlten sich daraufhin durch den Schrott, um den Vierbeiner zu finden. „Die Kunden mussten dann warten. Erstmal sollte die Katze gefunden werden“, sagt El-Lahib. Nach drei Stunden konnte sie zumindest lokalisiert werden – danach ging es dann ans Freischaufeln. „Als wir die Katze endlich retten konnten, wussten wir nicht, was als nächstes zu tun ist“, blickt El-Lahib zurück. Die Idee kam auf, einen Aufruf auf Facebook zu starten.

„Es haben sich wirklich viele gemeldet. Oft kam der Vorschlag, zum Tierheim zu fahren – aber das hatte noch gar nicht auf“, erklärt El-Lahib. „Als Laura Labudda dann geschrieben hat, dass sie die Katze aufnehmen kann, war sie keine halbe Stunde später mit ihrer Mutter hier, um die Katze abzuholen.“ Die Familie Labudda habe schon mehrere Findelkinder großgezogen – und sei deshalb mit Fläschchen und Babynahrung bestens ausgestattet. „Der Schrottplatz ist keine zwei Kilometer Luftlinie entfernt. Ein Katzensprung quasi“, sagt Lauras Mutter, Nicole Labudda, mit einem Lachen.

Als sie 14 Tage alt war, wurde „Schrotti“ gefunden.

„Da haben wir uns sofort ins Auto gesetzt und sind hingefahren.“ „Schrotti“ war zu dem Zeitpunkt gerade mal 14 bis 16 Tage alt. „Wir haben den Kleinen gesehen und sofort ins Herz geschlossen“, sind sich Mutter und Tochter einig. Jetzt – sechs Monate später – lebt das Tier immer noch bei der tierlieben Familie in Buldern. „,Schrotti‘ ist der totale Sonnenschein, der alles und jeden liebhat“, sagt Laura Labudda über die kleine Katze, die lediglich mit einem gebrochenen Bein zu kämpfen hatte, das aber in der Tierklinik in Greven behandelt werden konnte. Eigentlich seien die eigenen Katzen für die Familie schon genug gewesen. „Aber bei ,Schrotti‘ ging das nicht anders, er hat sich in unser Herz geschlichen“, schmunzelt die 19-jährige Katzen-Mama.

Auf dem Schrottplatz gilt das Tier als eine Art Maskottchen. „Die Geschichte wird jedem erzählt, der sie hören möchte“, sagt El-Lahib. Deshalb wurde ihm zuliebe auch ein Kalender erstellt, der kostenlos beim Schrottplatz, Wierlings Kamp 10 abgeholt werden kann. „Meine Tochter wollte unbedingt einen Kalender mit Tieren“, erläutert El-Lahib die Idee. „Da dachte ich, sowas können wir auch mit ,Schrotti‘ machen.“ Laura Labudda hat die Katze schon oft vor die Linse genommen – und konnte so den Kalender mit Fotos füllen. Dieser soll als symbolisches Ende der Rettungaktion dienen und einen Jahresrückblick mit Katze „Schrotti“ bieten.

Dass Laura sehr tierlieb ist, zeigt sie mit ihrem Einsatz für die „Tierhilfe Istrien“ in Kroatien. „Tierschutz ist immer schon ein großes Thema in meinem Leben gewesen“, berichtet sie. Für Laura Labudda fing es damit an, dass ihre Familie von der Organisation „Tierhilfe Istrien“ einen Pflegehund aufgenommen hat. In ihrer Freizeit hat die Hobbyfotografin viel Zeit in die Unterstützung der Organisation investiert – und unter anderem Spenden gesammelt, Hunde eingestellt und Fotos geschossen.

„Für mich stand lange fest, dass ich mir vor Ort selbst ein Bild von der Organisation machen möchte“, erklärt sie. „Also habe ich mich kurzfristig auf den Weg nach Novigrad in Kroatien gemacht.“ Zu ihren Aufgaben in dem Tierheim zählt das Reinigen der Zwinger der 107 Hunde, die dort momentan leben. Die Tage vor Ort seien aktuell zwar lang, aber trotzdem voller schöner Momente. „Ich freue mich, endlich vor Ort etwas für den Auslandstierschutz tun zu können und aktiv zu helfen“, lautet ihr Fazit.

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