30 Morgans auf Ausfahrt rund um Dülmen

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„Es ist ein Oldtimer mit Spaßfaktor und hohem Sympathiewert“, beschreibt Dr. Gregor Dresemann den Morgan.

Dülmen. „Ein Oldtimer mit Spaßfaktor und hohem Sympathiewert“, beschreibt Dr. Gregor Dresemann den Morgan. Schon lange begeistert sich der ehemalige Chefarzt des Dülmener Krankenhauses, der heute als Onkologe im Ärztehaus Velen und im Neuroonkologischen Zentrum am Clemenshospital Münster arbeitet, für Motorräder und Autos. Vor vier Jahren entschied er sich schließlich für den Kauf eines Morgan und hat seitdem eine Leidenschaft für die britische Automarke entwickelt. „Der Funke ist einfach direkt übergesprungen“, schwärmt Dresemann über den Oldtimer. „Es ist, als würde man mit einem Balkon durch die Gegend fahren, ein einzigartiges Fahrgefühl“, findet auch seine Frau Antje. Gemeinsam mit dem Morgan-Club, der deutschlandweit inzwischen 1 100 Morgan-Begeisterte verbindet, nimmt Dresemann an Veranstaltungen, Ausfahrten, Rallyes und Festen teil. Ende April fand die Ausfahrt für rund 60 Mitglieder mit 30 Morgans in Dresemanns Heimat statt: rund um Dülmen.

„Insgesamt haben wir 92 Kilometer zurückgelegt“, erzählt der Dülmener. Dabei wurden auch die Pferdeklinik Karthaus und die Wildpferdebahn im Merfelder Bruch besichtigt.

Aber erst einmal auf Anfang. Im Jahr 1971 wurde der Morgan-Club durch acht engagierte Morgan-Piloten ins Leben gerufen. Technik, Sport und Geselligkeit standen seither im Mittelpunkt der bundesweiten und regionalen Treffen und ließen die Mitgliederzahl schnell steigen. Dresemann selbst verfolgte bei seinem Eintritt zunächst einen rein praktischen Hintergrund, wie er zugibt: „Der Morgan ist ein seltenes Auto, da ist es sehr hilfreich, für alle Eventualitäten Tipps zu bekommen und sich austauschen zu können“. Denn der britische ‚Roadster’ des Familienunternehmens ist eine Marke, dessen Modelle in seiner Form seit 75 Jahren kaum verändert wurden. „Insbesondere die in Handarbeit gefertigten Rahmen aus Eschenholz sind eine Besonderheit“, so Dresemann.

Dennoch hat sich die wohl älteste im Familienbesitz befindliche Automarke der Welt natürlich verändert. Zwar stamme die Grundkonzeption noch aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, der ursprüngliche „Threewheeler“ (mit drei Rädern), wurde aber im Laufe der Jahre weiterentwickelt.

1935 passierte das, was die Marke bis heute prägt: Der erste vierrädrige Wagen kam ins Programm, genannt ‚4/4’ mit vier Zylindern und Vierzylinder-Motor. „Morgan kümmert sich bei der Fertigung um Rahmen und Karosserie, die wechselnden Motoren werden aber extern produziert“, erklärt Dresemann. Über den Sechszylinder bis hin zum Achtzylinder – mit der ersten kompletten Neuentwicklung, dem Aero Eight im Jahr 2000, kommt im Laufe der Jahre auch ein Achtzylinder von BMW zum Einsatz (4,8 Liter, 368 PS). Wie es damit weitergehe, sei allerdings ungewiss, da BMW nun den Vertrag aufgelöst habe.

Für den dreifachen Vater ist der Morgan-Club inzwischen weit mehr als ein bloßer Austausch über Oldtimer geworden. „Wir haben hier eine Gruppe Gleichgesinnter getroffen. Im wesentlichen steht bei uns der Spaß und die Freude im Vordergrund, nicht aber die Etikette. Das macht die Atmosphäre so besonders“, betont Dresemann. Für die Sektion Mitte organisierte er deshalb in diesem Jahr erstmalig eine Ausfahrt in das Münsterland, die neben vielen Rheinländern sogar Morgan-Fahrer aus Berlin anzog. Trotz der Ähnlichkeit glich bei diesem Treffen vor einigen Tagen keiner der 30 Oldtimer dem anderen. Modell, Farbe oder Ausstattung – irgendwo gab es immer Unterschiede.

Seltenes Bild in Merfeld: Zahlreiche Mitglieder der Morgan-Clubs kamen mit ihren Fahrzeugen zur Wildpferdebahn.

„Die Führung durch die Pferdeklinik Karthaus von Dr. Baltus stieß mit hochmoderner Medizin auf Begeisterung bei unseren Mitgliedern“, berichtet Dresemann. Aber auch die hautnahe Besichtigung der Wildpferdebahn faszinierte die Morgan-Begeisterten. „Vor 800 Jahren waren die Wildpferde das Kennzeichen Westfalens“, erklärte Försterin Friederike Röwekamp. „Sie sind damit nicht nur Natur, sondern auch Kultur“. Bevor Ende Mai wieder der traditionelle Wildpferdefang bevorsteht, betonte Röwekamp aber ausdrücklich: „Unsere Pferde haben keinen Arbeitsauftrag, die Natur entscheidet über Leben und Tod. Was wir wollen, ist, dass die Fohlen selbstständig erzogen werden.“

Abschließend ließen die Club-Mitglieder den Abend im Haus Waldfrieden ausklingen und erhielten dort von Dr. Gregor Dresemann noch Informationen über die Automanufaktur Wiesmann. „Es war der erwartet angenehme Ausflug mit tollen Eindrücken“, freut sich der Dülmener und verrät bereits, dass es im nächsten Jahr vielleicht wieder ins Münsterland gehen wird. „Die Ausfahrt hat Lust auf mehr gemacht.“

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