Konrad Singer stellt bei der Leipziger Buchmesse seinen Roman „Salomon ruft“ über die NS-Zeit in Dülmen vor

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Konrad Singer, Autor von „Salomon ruft“.

Dülmen. Einige Zeit seiner Kindheit und Jugend erlebte Konrad Singer, der seit vielen Jahren in Hamburg wohnt und dort als freier Verlagsvertreter arbeitete, in Dülmen. Im Februar weilte er in der Tiberstadt, als mehrere Autoren – so auch er – aus dem Sammelband „Das waren Zeiten! Dülmen in Geschichten und Bildern aus 60 Jahren (1958-2018)“ lasen.

Im Herbst 2018 hat Konrad Singer sein erstes eigenes Buch veröffentlicht – den 168-Seiten-Roman „Salomon ruft“, der in Dülmen (im Buch heißt es Dolmund) spielt. Die Sichtweise beziehungsweise Perspektiven von acht Erzählern werden in diesem Buch, das sich unter anderem mit der Zeit des Nationalsozialismus in Dülmen auseinander setzt, miteinander kombiniert.

In dem Roman geht es um sechs alte Schulfreunde und mehrere Widerstandsgeschichten, die sich von 1938 über 1968 bis in die Gegenwart erstrecken. Und es geht um die ungewöhnlichen Begegnungen und Erlebnisse dieser sechs Gymnasiasten, erst mit dem gebrechlichen Vater Walter, dann mit einem jüdischen Rückkehrer aus der Sowjetunion, Benjamin Salomon.

Salomon hilft ihnen das verdrängte Wissen der Kleinstadt ans Tageslicht und zum Sprechen zu bringen. Und am Ende des ersten Teils steht die Schilderung einer nächtlichen Plakat-Aktion von vier Schulfreunden im Wahlkampf 1969. Später erzählen Vater Walter und Benjamin Salomon von den fünf Flugblättern, die die Kleinstadt Ende 1944 sogar heimlich mit der Weißen Rose in München verbanden.

In der zweiten Hälfte des Buchs beginnt eine intensive Zusammenarbeit der sechs Schulfreunde mit Benjamin Salomon.

Gleich zu Beginn des dritten Teils begegnet der Leser dem jugendlichen Benjamin Salomon, der als Zwölfjähriger mit seinen Eltern von Dülmen/Dolmund ins Ghetto von Riga deportiert wird – und der 1944 als Partisan in den Urwäldern von Weißrussland kämpft. Benjamin Salomon, der einzige Überlebende seiner Familie, taucht später als alter Mann und jüdischer Rückkehrer in dem Kapitel „Der alte Ben und der braune Eckart“ auf.

Obwohl Tschechien in diesem Jahr Gastland auf der Leipziger Buchmesse ist, bringt Konrad Singer auch ein Stück Stadtgeschichte Dülmens mit in die Messestadt, wenn er dort am heutigen Donnerstag, 21. März, zweimal aus seinem Roman liest: Ab 13 Uhr in Halle 3 auf der „Leseinsel Religion“ und ab 20 Uhr dann im Liebknecht-Haus (Braustr. 15, Leipzig-Süd).

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