Christoph Deryk feierte Sonntag die Fertigstellung seiner Sammlung von Gritzner & Co.

Kleine, aber feine Zweiradsammlung

Jan, Gaby und Christoph Deryk, Hiddingsel

Hiddingsel. Das Strahlen wich am Sonntag nicht aus dem Gesicht von Christoph Deryk.

Der Hiddingseler hatte zur Fertigstellung seiner Zweiradsammlung und deren Präsentation eingeladen – und vor allem etliche Hiddingseler folgten der Einladung und brachten ihr historisches Zweirad mit: Hercules, Horex, Zündapp, Honda, BMW und andere Marken waren vertreten unter den 35 Zweirädern mit Motor, die an der Brinkstraße in der Einfahrt zum Haus der Familie Deryk aufgebaut waren. Aber auch ein Unimog und Holder-Schlepper sowie und Oldtimer-Pkw waren dabei.

„Ich bin jetzt seit gut sechs Jahren vom Gritzner-Virus befallen, und nachdem ich meine Sammlung nun drappiert habe, habe ich andere Sammler eingeladen“, lachte der gebürtige Niederrheiner, der seit 1989 mit seiner Familie in Hiddingsel lebt. Nachdem er zuvor gut drei Jahre an der Berufsschule in Kleve als Schweißlehrer tätig gewesen war, wechselte er seinerzeit zum Handwerksbildungszentrum (HBZ) der Handwerkskammer Münster, um dort ebenfalls als Schweißlehrer zu arbeiten.

„Mopeds und Motorräder liegen bei meiner Familie einfach im Blut“, so der heute 55-Jährige, der bei seinem Sammelhobby auch Unterstützung von seiner Frau Gaby, seinem Sohn Jan, dessen Freundin Lisa Elbers und zumindest moralische Unterstützung auch von Tochter Judith erfährt.

Von daher war er Sonntag höchst zufrieden, als er seinen Gästen seine Sammlung zeigte und von seinem Schwerpunkt berichtete: dem Sammeln von Fahrrädern (mit Hilfsmotor) der Marke Gritzner sowie auch Nähmaschinen dieser Marke, die 1872 gegründet wurde und ab 1898 Fahrräder fertigte. Von 1903 bis 1907 baute Gritzner dann motorisierte Zweiräder, in den 1930er Jahren ebenso wieder – verstärkt aber in den 1950er Jahren und bis 1962, als dort in Durlach bei Karlsruhe Motorfahrräder (Mofas) sowie Mopeds bis zu 150 Kubikzentimeter Hubraum gebaut wurden – zumeist mit Sachs-, aber auch mit ILO-Motoren. Die Übernahme der Firma Gritzner, die zwischenzeitlich den Nähmaschinenhersteller Kayser übernommen hatte, durch die Firma Pfaff brachte dann das Ende der Marke, die nicht gerade zu den bekanntesten zählt: „Die Sammlergemeinde in Deutschland ist überschaubar – es sind zwischen 15 und 20 Personen“, so Christoph Deryk, der weiter an Mopeds, Ersatzteilen, Infos und alles, was Gritzner produziert hat, interessiert ist (Telefon 02590-9396611) und sich freute, dass Sonntag auch sein Sammlerfreund Bernd Kucharzewski aus Marl mit Gritzner-Fahrzeugen vor Ort war.

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Streiflichter-Ausgabe vom 5.9.2012

Von Reimund Memminghaus

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