Interview mit Pfarrerin Susanne Falcke zum fünfjährigen Bestehen der ÖFID

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Pfarrerin Susanne Falcke aus Dülmen spricht im Streiflichter-Interview über die Anfänge und anstehende Projekte der ÖFID.

Dülmen. Die Ökumenische Flüchtlingsinitiative (ÖFID) setzt sich für Flüchtlinge aus aller Welt ein. Viele sind bereits nach Deutschland gekommen, leben schon hier als Neubürger und haben mit Schwierigkeiten der Bürokratie und anderen Dingen zu kämpfen. Unterstützt werden sie von Ehren- und Hauptamtlichen aus der evangelischen und katholischen Kirche. Zu einem Rück- und Ausblick anlässlich des fünfjährigen ÖFID-Jubiläums in diesem Jahr bezog Pfarrerin Susanne Falcke in einem Interview mit Streiflichter-Mitarbeiter Reinhold Kübber Stellung.

Wenn Sie noch einmal für die Leser kurz zurückblicken: Wann und wie hat alles angefangen? 

Susanne Falcke: Am 19. September 2014 hat zum ‚Tag des Flüchtlings’ ein ökumenischer Gottesdienst in der Kirche Heilig Kreuz mit dem Thema ‚Welches Kreuz trägst du?’ stattgefunden. Zuvor hatten wir uns schon mehrmals getroffen, und es bestand die einhellige Meinung: Das kann nicht alles gewesen sein, es muss weitergehen. Wir haben dann zu einem Treffen im Januar 2015 eingeladen und 15 bis 20 Plätze vorbereitet. Es kamen über 100 Personen … 

Wie ging es dann weiter? 

Falcke: Dann haben wir uns monatlich getroffen und Arbeitsbereiche abgesteckt. Einer davon war der Arbeitsbereich ‚Praktische Hilfen’, wobei hier in der Anfangszeit besonders Klaus Buchholz zu erwähnen ist. Im Laufe der Zeit wurde die Arbeit der „Praktischen Hilfen“ immer umfassender, und so kam es im Januar 2016 zur Gründung von MuM (‚Möbel und Mehr’ – Das Sozialkaufhaus in Dülmen) mit Haushaltswaren und einer Möbelausstellung. MuM wurde in Abstimmung mit der ÖFID von Klaus Pfitzenreuter aus Dülmen gegründet. Der Ansturm von Geflüchteten im Jahr 2015 war eine große Herausforderung. Es haben sich die weiteren Arbeitsbereiche ‚Flüchtlingsbegleitung’, ‚Sprache’, ‚Information und Weiterbildung’ gebildet. Außerdem fand wöchentlich freitags ab 15 Uhr das ‚Café International’ in unserem Gemeindezentrum statt. 

Seit wann gibt es das ‚Café International’ und was findet dort statt? 

Falcke: Das ‚Café International’ lief von Anfang an. Zunächst ging es überwiegend um Begegnungen. Später hat sich ein Beratungsteam gebildet, das neben dem gemeinsamen Kaffeetrinken Hilfe bei rechtlichen und finanziellen Problemen und Fragestellungen leistet. 

Was sind Neuerungen bei der ÖFID? 

Falcke: Ein neuer Schwerpunkt sind Schulpaten, die in die Schulen gehen. Das neueste Projekt ist unser Mentoren-Projekt für Auszubildende mit Unterstützungsbedarf. 

Wer leitet die ÖFID? 

Falcke: Es gibt einen sechsköpfigen Steuerungskreis. Dabei flankieren die hauptamtliche ÖFID-Mitarbeiterin, Dr. Dörthe Schilken, folgende Personen: Christian Rensing von St. Viktor, Ilka Brambrink (Heilig Kreuz), Elisabeth Klausdeinken, Klaus Pfitzenreuter und ich. Wir treffen uns monatlich als Steuerungskreis zumeist freitags. Die Ehrenamtlichen werden fünf- bis sechsmal im Jahr zum ÖFID-Treffen eingeladen, bei dem auch immer ein Vertreter der Stadt dabei ist. Nach einem themenbezogenen Vortrag findet dann eine Austauschrunde statt. 

Es wurde auch eine hauptamtliche Mitarbeiterin für die ÖFID eingestellt. 

Falcke: Das war eine wichtige Entscheidung: Wir, die Seelsorger der Gemeinden, hatten nicht genügend Zeit und nicht die nötige Expertise. Es war dann ein großer Segen, dass Dörthe Schilken 2016 eingestellt werden konnte. Sie erhielt einen Vertrag bis April 2021. 

Es soll Probleme mit der Finanzierung der ÖFID-Stelle Flüchtlingsarbeit geben. Können Sie dazu Näheres sagen? 

Falcke: Die Halbtagsstelle von Frau Dr. Schilken ist bis April 2021 garantiert. Damit diese von den Kirchengemeinden und der ÖFID unterstützte wichtige professionelle Flüchtlingsarbeit weiterläuft, müssen knapp 60 000 Euro aufgebracht werden. Die Stadt Dülmen hat einen Teil der Kostenübernahme in Aussicht gestellt, und bisher sind 15 000 Euro an Spenden eingenommen worden. Wir freuen uns über weitere Spenden. 

Werden noch weitere ehrenamtliche Helfer benötigt? 

Falcke: Ehrenamtliche werden immer benötigt und sind stets willkommen. Wir sind froh und dankbar für diejenigen, die ehrenamtlich für die ÖFID tätig sind und für weitere Helfer.

Termine und Ansprechpartner 2020

Infos zur Ökumenischen Flüchtlingsinitiative (auch zum Spendenkonto) gibt es aufwww.oefid.de. 2020 sind folgende Treffen im evangelischen Gemeindezentrum geplant: Immer mittwochs, Beginn jeweils um 19.30 Uhr am 29. Januar, 18. März, 13. Mai, 9. September und 11. November. Das nächste Café International ist am Freitag, 10. Januar, von 15 bis 17 Uhr ebenfalls im evangelischen Gemeindezentrum. Ansprechpartner sind Christian Rensing (St. Viktor), Tel. (02594) 85722, Susanne Falcke, Tel. (02594) 913544, Dr. Dörthe Schilken, Tel. (0176) 56930092.

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