Inklusionsunternehmen „Varia" feiert 10-jähriges Bestehen

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Mitarbeiterin Conny Schauer (Mitte) zeigt Pastoralreferent Klaus Hammelbeck und Ruth Meyerink, Geschäftsführerin der Stift Tilbeck GmbH ihren Arbeitsplatz.

Havixbeck. Ein wenig erinnert die Geschichte der „Varia" an eine amerikanische Erfolgsstory: Vor weit mehr als zehn Jahren montierte der Jungunternehmer Peter Ronge allein in seiner Werkstatt Fahrradgepäckträger.

Weil das Geschäft so gut lief, suchte er bald Unterstützung – und fand sie in den Mitarbeitern der Tilbecker Werkstätten. Da der Absatz rasant stieg zog man 2008 in eine größere Halle nach Münster. Das Inklusionsunternehmen „Varia" war geboren. Nun feierte die „Varia" ihr zehnjähriges Jubiläum – mit Mitarbeitern, Geschäftspartner und Förderern.

Anders als in den Tilbecker Werkstätten wo vor allem Menschen mit wesentlichen geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen arbeiten, ist die Crew der „Varia" bunt gemischt. „Es gibt bei uns niemanden, der nichts kann“, sagt Stefan Rüter, Leiter der Tilbecker Werkstätten mit Nachdruck. Und doch haben es Menschen mit „ausgewiesenen Vermittlungshemmnissen“ auf dem Arbeitsmarkt schwer. Zum Beispiel der 58-jährige Schlossermeister aus Kirgisien, der einen Bandscheibenvorfall hatte. Die Frau, die nach einem schweren Unfall im Rollstuhl sitzt. Gehörlose Menschen, die für wichtige Gespräche einen Dolmetscher benötigen.

Orte, wo sie mit ihren Stärken und Schwächen angenommen und gefördert werden sind eben Inklusionsunternehmen wie die Tilbecker „Varia". Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten gemeinsam - und werden anhand eines Tarifsystems nach Fähigkeiten, Qualifikationen und Firmenzugehörigkeit bezahlt.

Unterstützung gibt es von Anfang an durch Fördermittel. Der LWL hilft beispielsweise, wenn eine neue Abteilung aufgebaut werden soll. Bei den Feierlichkeiten wurde er vertreten von Michael Veltmann, Sachbereichsleitung Integrationsbetriebe und Hartmut Baar, Referatsleiter für den Bereich Inklusionsbegleitung und Inklusionsbetriebe. Das Arbeitsamt Münster unterstützt, wenn es um die Neuanstellung von Menschen mit beruflicher Rehabilitation geht. „Es ist immer ein Balanceakt: Unseren Mitarbeitern gerecht zu werden, aber auch unternehmerisch zu handeln“, so Martin Arning, Leiter der „Varia" in Münster, „Dafür braucht es starke Partner.“

In Tilbeck stemmen Mitarbeiter des Inklusionsunternehmens das „Café am Turm“ und die Kaffeerösterei, sie bieten einen Catering-Service und Mittagessen an, sowohl für intern, aber auch extern buchbar. „Hier und in Tilbeck sind sehr engagierte und motivierte Mitarbeiter am Werk, die ihre Arbeit mit viel Freude verrichten“, so Thomas Kronenfeld, Geschäftsführer der Stift Tilbeck GmbH. Dies gehe nur durch die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. 

„Wir sind sehr stolz auf uns was wir in zehn Jahren geschafft haben: Von einer kleinen Arbeitsgruppe in den Tilbecker Werkstätten zu einem anerkannten Dienstleiter mit jetzt insgesamt 52 Mitarbeitern inklusive Tilbecker“, freute sich Arning bei der Jubiläumsfeier. Was die „Varia" auszeichne sei, dass Menschen mit und ohne Behinderung nicht als verschiedene Personengruppen wahrgenommen würden, sondern alle gemeinsam.

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