Aus Idee wurde Institution - 20 Jahre Andheri-Trödelmarkt zugunsten der „Helpers of Mary“ in Indien

Bild aus den ersten Jahren des Andheri-Trödelmarkts mit Helferinnen und Helfern.

Dülmen. „Jede Käuferin, jeder Käufer erhält bei unserem nächsten Trödelmarkt eine kleine Überraschung“, kündigt Karl Schönhaus, Leiter des Andheri-Trödelmarkt-Teams, mit Blick auf den nächsten Öffnungstermin am Samstag, 1. Dezember, von 9 bis 14 Uhr im Keller der alten Paul-Gerhardt-Schule (Paul-Gerhardt-Straße) an. Anlass für diese Aufmerksamkeit an die Kunden ist das 20-jährige Bestehen des Trödelmarkts, der ein Erfolgsmodell ist: Innerhalb der 20 Jahre konnten bis jetzt durch den Verkauf der gespendeten Dinge 134544,45 Euro eingenommen werden – Geld, das zu 100 Prozent an die Ordensgemeinschaft „Helpers of Mary“ in Indien geleitet wird, die von der Dülmenerin Antonia Lehmkuhl – Schwester Priscilla – mitgegründet wurde.

„Man ist richtig glücklich, wenn man den Trödelmarkt jetzt im Keller der Paul-Gerhardt-Schule sieht. Und dass aus dem Korn, das man mal legte, so viele Früchte wachsen“, sagt Gertrud Kersting. Die heute 85-Jährige war es, die seinerzeit den Grundstein für den Andheri-Trödelmark legte.

„Als wir damals bei uns damit anfangen wollten, unsere Einliegerwohnung zu vermieten, hatten wir für einige Dinge keinen Platz mehr. Es wäre aber viel zu schade gewesen, sie zum Sperrmüll zu geben. Die Idee: Wir verkaufen sie auf dem Flohmarkt – zugunsten der Andheri-Hilfe“, blickt Gertrud Kersting zurück. Sofort fand sie in Käthe Jochmann eine Mitstreiterin. Und auch die Ehemänner halfen, bald auch Freunde und Bekannte. „Gertrud und Heinz Nosthoff waren ab dem zweiten Mal mit dabei“, so Gertrud Kersting. Mehrere Male im Jahr ging’s auf den Flohmarkt beim Bautreff Voss (heute Hellweg), ebenso mehrmals im Jahr auch auf den Flohmarkt beim „real“. „Bei Voss hatten wir immer mehr Einnahmen als beim real. Bei Voss waren einfach nicht so viele Stände“, rekapituliert Gertrud Kersting.

Beim ersten Verkauf waren 1200 D-Mark in der Kasse. „Dieser Erfolg war klasse und hat uns motiviert. Wobei wir lernen mussten, die richtigen Preise zu veranschlagen: ,Ihr verkauft viel zu billig’, sagten uns andere Standbetreiber. Toll war, dass einer unserer Stand-Nachbarn beim Bautreff Voss uns Tipps gab, welche Preise wir bei welchen Sachen veranschlagen sollten. Wir hatten ja noch keine Erfahrung“, schmunzelt Gertrud Kersting.

Rund fünf Jahre stand der Andheri-Flohmarkt unter der Verantwortung von Gertrud und Paul Kersting, die die Ware in ihrer Garage, in der Gartenhütte und im Keller lagerten. Dann übernahm Horst Legler die Leitung – Gertrud und Paul Kersting halfen noch rund fünf weitere Jahre mit. „Als ich 80 Jahre alt wurde, hörten wir dann 2009 ganz beim Andheri-Trödelmarkt auf“, so Paul Kersting.

In den ersten zehn Trödelmarkt-Jahren kamen rund 28000 Euro für die „Helpers of Mary“ zusammen, von 2008 bis heute rund 106000 Euro – bedingt dadurch, dass ab Ende 2007 im Keller der Paul-Gerhardt-Schule Platz zur Aufbewahrung und Präsentation der Ware zur Verfügung steht und Trödelmärkte jeden Monat stattfinden und nicht, wie in den ersten Jahren, speziell in der warmen Jahreszeit. Legt man zugrunde, dass Unterbringung und Beschulung eines Mädchens bei den Andheri-Schwestern in Indien rund 40 Euro im Monat kostet, konnte mit dem Geld 16 Mädchen vom Babyalter bis zur Volljährigkeit eine Rundum-Versorgung finanziert werden! Wer sich auch dafür engagieren möchte, kann Ware für den Trödelmarkt spenden oder dort einkaufen. Gebraucht werden auch weitere kräftige Helfer. Weitere Infos: www.andheri.de/duelmen.

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