Ein Traumberuf für die Dülmenerin

Das Glück ins Haus bringen: Lea Dieminger machte Meisterprüfung zum Schornsteinfeger

Bereits zweimal nahm Lea Dieminger ( Zweite von rechts) an dem Schornsteinfegertreffen am Lago Maggiore teil.

Dülmen. Nur zehn Tage Zeit hatte Lea Dieminger aus Dülmen bei ihrer Meisterprüfung, um ein Projektgebäude auf Herz und Nieren zu testen, das heißt in diesem Fall die Energieeinsparungen, den Umweltschutz, die Lüftungsanlage und mehr zu prüfen. Am Ende ist dabei ein dickes Buch entstanden. Hinzu kamen außerdem eine praktische und mündliche Prüfung. „Es ist eben eine Meisterprüfung, da wird schon einiges erwartet“, zieht die 22-Jährige Fazit. 

Erfolgreich war die Schornsteinfegerin bereits bei ihrem Ausbildungsabschluss: Als Klassenbeste wurde sie bei Wettbewerben nicht nur Kammer- und Landessiegerin, sondern belegte auch bei dem bundesweiten Wettbewerb in Frankfurt den zweiten Platz.

Für den Beruf entschied sich die Dülmenerin eher unerwartet. Ihre Mutter kam auf die Idee und sprach einen Schornsteinfeger bei einem Besuch auf seine Tätigkeit an. „Da wurde mein Interesse geweckt. Vorher wusste ich nur, dass ich nicht im Büro arbeiten möchte“, berichtet Lea Dieminger. Nach zwei Praktika entschied sie sich dann für den Beruf und wird nun von vielen als Glücksbringerin angesehen. „Tatsächlich fassen mich oft Menschen an, in der Hoffnung daraufhin mehr Glück zu bekommen. Am meisten bringt dabei der Knopf links oben“, verrät die 22-Jährige.

Treffen von Schornsteinfegern aus aller Welt

Eine große Masse an den Glücksbringern versammelt sich jedes Jahr in Italien am Lago Maggiore. Rund 1 500 Schornsteinfeger aus allen möglichen Ländern treffen dort aufeinander – das sind mehr Schornsteinfeger als es in dem italienischen Dorf, wo das Treffen ist, Einwohner gibt. Lea Dieminger war bereits zwei Mal Teil des großen Events, das immer im September stattfindet, dieses Mal allerdings aufgrund von Corona ausfallen musste. „Das hat viel Spaß gemacht. Wir tauschen dann auch die Knöpfe mit anderen Ländern aus. Ich habe beispielsweise welche aus Kroatien und Schweden“, berichtet die junge Schornsteinfegerin.

Mit ihren internationalen Kollegen in Kontakt zu treten gefällt ihr, aber auch die Alltagskontakte, die bei der Arbeit entstehen, sind für die Schornsteinfegerin eine der Vorteile ihres Berufes. „Kommunikationsfähig sollte man schon sein, aber das Reden fällt mir nicht schwer“, schmunzelt sie. Aktuell ist sie als Springerin im ganzen Kreis Coesfeld unterwegs – momentan in Billerbeck.

Lange ausruhen gibt es bei der 22-Jährigen übrigens nicht. Ab November bildet sich Lea Dieminger als Energieberaterin fort. Ein weiterer Schritt für ihr Zukunftsziel: irgendwann als Schornsteinfegerin einen eigenen Bezirk betreuen.

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