Freitag Fotoabend von seiner Reise

Roruper Peter Arning besuchte Grönland: Welche Überraschungen er dort erlebte

Als Rucksackreisender war Peter Arning zu Fuß und per Schiff auf und an Grönland, der größten Insel der Welt, unterwegs

Rorup/Grönland. 65 Länder der Erde hat Peter Arning bereits bereist, und kürzlich noch hat der Roruper bei der Seniorengemeinschaft in Rorup von seiner Weltreise im Jahr 2003 berichtet. In diesem Sommer nun stand Grönland auf der Agenda des 41-Jährigen, der ganz bewusst als Rucksackreisender unterwegs war – und in mehrfacher Hinsicht ziemlich überrascht wurde.

„Ich hatte an Gepäck 25,5 Kilogramm in zwei Rucksäcken mit dabei. In Grönland habe ich dann festgestellt, dass ich viel zu viel warme Klamotten mit dabei hatte“, berichtet Peter Arning. „Und die Powerbanks zum Nachladen meines Handys brauchte ich auch nicht – es gab überall Strom. Und meine Annahme, dass es schwierig würde, ins Internet zu kommen, traf auch nicht zu. Es gab fast überall freies kostenloses Funknetzwerk – viel mehr als hier in Deutschland“, fasst der Industriekaufmann zusammen.

Während seiner Reise in Grönland fuhr er mehrere Tage mit einem Küstenschiff über die Fjorde von Ort zu Ort, er machte mehrere geführte Wanderungen, teilweise 14 Stunden lang und kam an Süßwasserseen vorbei, in denen er sogar badete, und besuchte mehrere Städte Grönlands. „Manchmal hatte ich den Eindruck, alle Grönländer zu kennen. So viele sind es ja nicht“, schmunzelt Peter Arning.

Peter Arning mit Grönland-Reisenden aus den USA.


Nur zehntausend Einwohner mehr als in Dülmen

Immerhin leben auf Grönland, das politisch zu Dänemark gehört, nur rund 56000 Menschen und damit gerade einmal zehntausend Menschen mehr als in Dülmen; der größte Ort hat 16500 Einwohner. Denn lediglich der Süden und der Westen der größten Insel der Erde ist eisfrei und wird bewohnt. Der weitaus größte Teil – 80 Prozent – Grönlands, das flächenmäßig sechs Mal die Ausmaße Deutschlands hat, ist von Eis bedeckt. „Stellenweise ist der Eispanzer über 3300 Meter dick“, so Peter Arning.

Malerisch schmiegt sich diese Ortschaft an den Hang des Fjordes. Treppen führen zu den Anlegestellen für die Küstenschiffe. Die Häuserfarbe hat Bezug auf die ausgeübten Berufe der Besitzer.


Dieses Eis schmilzt gegenwärtig ausgesprochen schnell – unerwartet schnell. „Allein das Eisabschmelzen in diesem Jahr ist verantwortlich für einen weltweiten Anstieg des Meeresspiegels um einen Millimeter, wie Ende August in einem zweiseitigen Beitrag in der Süddeutschen Zeitung zu lesen war. Wenn die Geschwindigkeit der Eisschmelze in Grönland so weitergeht, ist in siebentausend Jahren der komplette Eisschild Grönlands abgetaut und der Meeresspiegel weltweit um durchschnittlich sechs bis sieben Meter höher, lautete die Prognose in dem Zeitungsbeitrag“, so Peter Arning.

Bei 2 Grad Celsius über Null begab sich Peter Arning mit dem Kajak bei Ilulissat, der drittgrößten Stadt Grönlands und „Stadt der Eisberge“, aufs Wasser.


Welch immense Eismassen durchgängig von Grönland ins Meer gelangen, erlebte Peter Arning beim Eqi-Gletscher. „Wir sind mit dem Schiff einen Kilometer von der Abbruchkante des Gletschers entfernt geblieben, sonst hätten die Flutwellen der abgebrochenen Eismassen dem Schiff gefährlich werden können“, so Arning. „Seit 2015 ist die Abbruchkante des Gletschers um zwei Kilometer zurückgewichen.“ Auch zahlreiche andere Naturerlebnisse faszinierten ihn: „Beispielsweise im Fjord zu sehen, wie Buckelwale blasen. Das dort zu erleben ist wie ein Sechser im Lotto.“ Oder auch der ständige Tag: „Es wurde im Juli dort einfach nicht dunkel.“

Der Eqi-Gletscher kalbt ständig. „Seit 2015 ist die Gletscherzunge um zwei Kilometer zurückgewichen“, so Peter Arning.

Schöne Begegnungen mit einheimischen Grönländern ergänzten die Naturerlebnisse. „Alle waren nett und freundlich.“ Und auch andere Reisende prägen die Erinnerungen Arnings an die dreiwöchige Reise, die ihn auf dem Hinweg zwei und auf dem Rückweg vier Tage nach Island führte – weil nur von Island aus Flugzeuge nach Grönland starten: „Beispielsweise Amerikaner. Sie sagten, dass sie sich schämen, dass Präsident Trump den Klimawandel leugnet.“ Aber auch Engländer und andere Deutsche waren bei Schiffs- und den Wandertouren mit dabei. „Ich traf da auch einen ehemaligen Lehrer aus dem Oldenburger Land. Zehn von zwölf Monate im Jahr ist er auf Reisen“, so Arning. „So weit bin ich noch nicht.“

Auf seinen Touren nutzte Peter Arning ein – hier auf dem Kopf zusammengelegtes – Moskitonetz.


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Fotoabend

40 Freunde und Bekannte von Peter Arning nahmen Anteil an seiner Grönland-Reise und waren in seiner Reise-WhatsApp-Gruppe. Um ihnen einen Eindruck davon zu vermitteln, zeigt und erläutert Peter Arning an diesem Freitag, 27. September, ab 18.30 Uhr im Bürgerhaus Rorup bei Fingerfood und Getränken in zwei 45-Minuten-Blöcken Fotos seiner Reise. Wer dazu stoßen möchte, ist willkommen – einer Anmeldung bedarf es nicht.

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