Fast 20 Jahre Schüler-Radwerkstatt Radzfatz

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Die Radwerkstatt Radzfatz steht allen Schülern und Schülerinnen offen, ist Bestandteil des pädagogischen Schulangebots im offenen Ganztag der Pestalozzi-Schule und bereitet die Teilnehmer ab Klasse 7 auf das Berufsleben vor.

Dülmen. „Radzfatz macht mir sehr viel Spaß . Ab der siebten Klasse war ich immer mal da“, so Lea Haber, Schülerin der 10a und zurzeit die einzige Schülerin in der Fahrradwerkstatt. Lob kommt auch von Elmin Fazlic: „Es ist ganz cool hier. Udo ist sehr nett und witzig und bringt uns viel bei.“ Sein Teamkollege Maximilian Engels, ebenfalls Pestalozzi-Schüler: „Die Fahrradwerkstatt ist sehr gut. Beim Udo lernen wir schon Wichtiges.“ Beide sind zurzeit freitags von 10 bis 11.30 Uhr bei Radzfatz im praxisbezogenen Unterricht.

Die Siebtklässler freuen sich, im ehemaligen Kutscherhaus in der Lüdinghauser Straße handwerkliche Kenntnisse zu erwerben und umzusetzen. Gerade nehmen sie das Vorderrad eines älteren Damenrades ab, um einen undichten Schlauch zu flicken. Hilfreich zur Seite steht ihnen Udo Bergmann, fachlicher Leiter der Fahrradwerkstatt, der die Jugendlichen anleitet und unterstützt. „Die Schüler kommen gerne“, so Bergmann. An vier Tagen, außer dienstags, sind die Schüler im Praxis-Einsatz. „Zurzeit haben wir zwölf Schüler von der 7. bis 10. Klasse. Diese sind zu zweit jeweils wöchentlich für zwei Schulstunden hier. Alle zwei Monate wechseln die Schüler.“ In dem rund 18 Quadratmeter großen Raum stehen allerhand ältere Fahrräder, die teilweise schon repariert wurden. Etliches an Arbeitsutensilien, beispielsweise Schraubschlüssel, Flickzeug und Ersatzteile, teilweise aus alten sind in der Schulwerkstatt zu finden. 

Montags, mittwochs, donnerstags und freitags kommen die Schüler – immer zu zweit. „Die Schüler führen beispielsweise Lichtkontrollen durch und flicken Fahrradschläuche. Wenn sie die Räder alleine repariert haben, mache ich noch die Endkontrolle.“ Am Dienstag ist die Werkstatt „schülerfrei“: „Dann muss ich speziellere Sachen machen, unter anderem die Buchführung.“ 

Für Dülmener Bürger werden kleinere Fahrradreparaturen – nicht an E-Bikes –günstig durchgeführt, gespendete Räder verkauft. Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr, dienstags noch von 14 bis 16.30 Uhr. 

„Durch Radzfatz bietet sich die Möglichkeit, unsere Schüler durch ein Praxistraining im Bereich Wartung und Reparatur von Fahrrädern in vielfältiger Art und Weise und unter Anleitung von Handwerkern und Pädagogen zusätzlich zu fördern“, so Schulleiter Lothar Rotherm. Neben der Vermittlung fachpraktischer Kenntnisse und Fertigkeiten werde ihnen gleichzeitig die Möglichkeit geboten, wichtige Arbeitstugenden wie beispielsweise Zuverlässigkeit, Sorgfalt und Umsicht zu trainieren. 

Vorberufliches Lernen – verbunden mit realen Kundenaufträgen und wertgeschätzter Arbeit – sollen das Selbstbewusstsein stärken. Es geht um die Verbesserung der berufsrelevanten Schüler-Qualifikationen. 

„Ziel der Schülerfirma kann nicht der wirtschaftliche Erfolg sein. Sie arbeitet absolut nicht kostendeckend! Von daher sind wir auf finanzielle Hilfen und Spenden angewiesen.“

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