„Erzähl- und Lesekreis in Platt“ - Drei Dülmener sind in Haltern am See mit dabei

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Die Teilnehmer (zwei fehlten) vom „Erzähl- und Lesekreis in Platt“ mit ihrem Leiter Willi Husmann (rechts) und den Dülmenern Paul Brinkmann (hinten links) sowie Hanne und Ludger David (hinten, dritte und vierte Person von links).

Dülmen. „Bei meinem ersten Kurs im September 2010 hat man mich gefragt, ob wir nicht auch auf Platt singen könnten. Meine Antwort lautete: ‚Nicks leiwer äs dat.’ Vor einem Jahr habe ich ein Liederheft zusammengestellt. Es sind mittlerweile 52 Lieder aus unterschiedlichen Quellen“, sagt Willi Husmann aus Lippramsdorf, der den „Erzähl- und Lesekreis in Platt – Vertell- un Liëskring in Platt“ leitet.

Dieser trifft sich am letzten Dienstag im Monat von 16 bis 17.30 Uhr in der Muttergottesstiege in Haltern am See. „Es ist ganz lustig und wir haben viel Spaß dabei“, so die seit eineinhalb Jahren teilnehmende Hanne David aus Hausdülmen. Ihr Ehemann Ludger David ist bereits seit 2009 dabei.

„Mit meinen Geschwistern spreche ich ausschließlich Plattdeutsch. Mein Interesse an dieser Sprache begann mit 13 Jahren durch das Lesen plattdeutscher Lektüre“, berichtet er. Seine Eltern unterhielten sich stets auf Platt. Er bedauert, dass es mit der plattdeutschen Sprache heutzutage wohl weiter abwärts gehen würde.

„Am Semesterende fand immer eine Fahrradtour in die nähere Umgebung statt.“ So radelten die Kursteilnehmer 2010 nach Hausdülmen, wo der ortsansässige Ludger David den Ausflüglern die schönsten Sehenswürdigkeiten präsentierte. „Ich habe ihnen die Bachläufe untereinander gezeigt, die alte und neue Kirche, den Burg- sowie den Dorfplatz.“

Dritter im Bunde ist Paul Brinkmann aus Dülmen, über den Ludger David zum Halterner Plattdeutsch-Kreis fand. Brinkmann ist bereits seit 18 Jahren Besucher dieses Kreises, der zurzeit von zwölf Personen besucht wird und der ihm gut gefällt. „Das ist eine lockere und nette Gruppe.“

Von seinem Vater veröffentlichte er im Verwandtenkreis Gedichte und Geschichten auf rund 300 Seiten. „Ich komme von der Landwirtschaft, wo Platt gesprochen wurde.“ Kursleiter Willi Husmann, früherer Organisationsprogrammierer bei der Kreisverwaltung Recklinghausen, setzt als Standardwerk das Buch „Usse leiwe Platt“ mit ein.

„Ich habe feststellen können, dass es noch viel, auch neuere Literatur gibt. Mir steht inzwischen so viel Schriftgut in Platt zur Verfügung, dass ich damit in den Kursen nicht durchkommen werde“, sagt er. „Schwerpunkte bei unserem monatlichen Treffen sind das plattdeutsche Sprechen und Lesen. Auch ein Döhnken wird mal erzählt – und bei jedem Treffen freuen sich die Platt-Küerer auch über ein plattdeutsches Lied, das gemeinsam gesungen wird.“ Begonnen hatte der Plattdeutsche Erzähl- und Lesekreis 1982 mit Uli Backmann.

Für den neuen Halbjahreskurs, der am Dienstag, 27. Februar, um 16 Uhr startet, sind bei einer Kursgebühr von 21 Euro Anmeldungen bei der VHS unter Telefon (02594) 12400 möglich.

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