Youtube ist mehr als nur Video

Dülmenerin betreibt seit eineinhalb Jahren einen eigenen Video-Kanal

Der Name „Pink Peach“ ist eine Kombination aus der Lieblingsfarbe der Youtuberin und dem Namen ihres Hundes.

Dülmen. Youtube-Videos drehen und sein Leben der Welt präsentieren. Viele Menschen – insbesondere Jugendliche – schauen sich gerne sogenannte Vlogs (Video-Blogs) an und verfolgen das Leben ihrer Internetstars. Da bei solchen Videos aber mehr dazugehört, als nur fünf Minuten in die Kamera zu lächeln, weiß die Dülmener Youtuberin Pink Peach. Gerade erst hat sie die 1000-Abonennten-Marke überschritten und widmet dafür einen Großteil ihrer Freizeit.

Pink Peach, eine Kombination aus ihrer Lieblingsfarbe und dem Namen ihres Hundes, heißt der Youtube-Kanal, den die Dülmenerin seit eineinhalb Jahren betreibt. Seither hat sie 500 Videos und somit über 4.000 Stunden Inhalte hochgeladen (Anmerkung der Redaktion: Die Anzahl der Stunden bezieht sich auf von Nutzern angesehene Stunden). „1.000 Abonnenten und 4.000 Stunden Videomaterial sind nötig, um in das Partnerprogramm von Youtube aufgenommen zu werden“, verrät Pink Peaches. „Das habe ich jetzt im Juni erreicht und kann seitdem Werbung schalten.“

Leben kann sie davon aber nicht. Im Gegenteil: „Der Aufwand dafür wird nicht in Geld bezahlt, sondern viel mehr in Form von Spaß.“ Dabei bildet das eigentliche Videodrehen gerade mal einen Teil der Arbeit, die für die Pflege eines Youtube-Kanals auf der Agenda steht. „Die Vor- und Nachbereitung ist mindestens genau so wichtig wie das Video selbst“, weiß die Vloggerin. Dies lässt sich gut an einem ihrer Grußkarten-Videos ausmachen: „Circa drei Stunden brauche ich, um das Video zu erstellen. Dazu kommt das Hochladen, die Recherche, der passende Titel und der Text für die Videobeschreibung.“ Für fünf Minuten Video-Blog schätzt sie einen Aufwand von bis zu vier Stunden ein.

Warum gerade der Titel und die Texte neben dem Video fast sogar am wichtigsten sind? Das liegt am Algorithmus: „Es ist wichtig, die passenden Wörter, sogenannte ,Key Words’ oder ,Tags’, zu nutzen und einen Titel zu haben, der von dem Algorithmus erfasst wird. Ziel ist es, unter die Top 6 der angezeigten Videos zu kommen.“ Hinzu kommen die Beantwortung von Kommentaren und die Beobachtung der Statistiken über den eigenen Kanal. Unterstützung gibt es dabei aus den eigenen Reihen. „Befreundete Youtuber unterstützen einen, und bei Live-Streams können sogenannte Raids für Clicks und neue Abonnenten sorgen“, verrät die Dülmenerin. „Ein Raid ist sozusagen ein Überfall auf einen Live-Stream, bei dem die Community eines größeren Kanals sich in den Live-Stream einbringt.“

Auch das Equipment sowie die Techniken der Videobearbeitung müssen stimmen. Dafür hatte sich Pink Peach neben ihrem Hochleistungscomputer auch professionelle Aufnahmegeräte wie Kameras und Mikrofone angeschafft. „Das geht natürlich nicht von jetzt auf gleich, sondern geschieht nach und nach“, verrät sie. „Die Techniken habe ich mir zu 90 Prozent selbst angeeignet. Den Rest über Tutorials im Internet.“ Ingesamt investiert sie neben ihrem eigentlichen Beruf bis zu vier Stunden an fünf Tagen die Woche in ihr Onlinehobby. „Youtube geht nicht einfach so nebenbei“, weiß sie um den Zeitaufwand. „Jeder kann relativ schnell ein Video bei Youtube hochladen, aber die meisten hören danach schnell wieder auf.“

Ihre 1.000 Abonennten sind dabei das Ergebnis von Hartnäckigkeit: „Ich hätte am Anfang nicht gedacht, dass ich heute bereits so viele Abonennten haben werde.“ Auch wenn sie im Gegensatz zu großen Namen nur eine kleine Rolle spielt, bleibt sie mit Begeisterung dabei und trotzt selbst negativen Kommentaren. „Wer einen Youtube-Kanal betreiben möchte, muss damit leben können, dass es ‘Hater’ gibt.“ Das ist aber auch der Grund, warum die Dülmenerin sich nur mit ihren Online-Namen präsentiert, um sich privat vor solchen Angriffen zu schützen. „Es ist ein Begleitphänomen, das mich aber nicht davon abhält, weiterzumachen.“

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