Ein kleines Paradies auf der Weide

Auf der Dülmener Welsh-Black-Farm der Familien Große Pawig in Welte und Ruhoff in Leuste

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Wenn ausgewachsene Bullen lammfromm sind

Dülmen. Gemächlich grasen die Tiere auf der Weide vorm Hof Große Pawig in Welte 38a – Rinder der Rasse Welsh Black, einer Rasse, die im Kreis Coesfeld höchst selten ist. Seit 2017 halten die landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetriebe Große Pawig in Welte und Ruhoff (Leuste 4) Tiere dieser Fleischrinderrasse und vermarkten sie auf Bestellung direkt an Endkunden.

„Als wir die ersten weiblichen Tiere unserer Zucht aus dem Spreewald geholt haben, war das ein Kinderspiel. Die Tiere haben einfach eine tiefe Ruhe und lassen sich entsprechend einfach händeln – das Verladen war ein Traum“, erzählt Nebenerwerbs-Landwirt Henrik Ruhoff, der seit fünf Jahren hauptberuflich bei der Feuerwehr in Dülmen tätig ist, nachdem er zuvor 16 Jahre bei der Flughafen-Feuerwehr in Düsseldorf gearbeitet hatte.

Die Herde umfasst aktuell über 40 Tiere

Auch Thomas Große Pawig, der den elterlichen Hof im Nebenerwerb weiterführt und hauptberuflich seit 15 Jahren bei der Stadt Dülmen im Team des Bauhofs ist, hat Freude an der aktuell 44 Tiere großen Welsh-Black-Herde. „Die Tiere sind genügsam und eine Augenweide“, sagt er, während seine Tochter Hannah über den Stacheldrahtzaun Zuchtbullen „Ritz“ am Kopf streichelt. Unweigerlich kommt einem dabei der Begriff „lammfromm“ in den Sinn. Bei der Haltungsform vielleicht auch kein Wunder: Die Tiere weiden ungestört, und die Kälber werden zehn Monate lang von ihrer Mutter gesäugt.

Was die Tiere sonst noch ausmacht, ist auf dem Schild nachzulesen, das an der Hofzufahrt aufgestellt ist. Nicht zuletzt von besonderer Fleischqualität ist dort zu lesen, weil das Fleisch auch dieser Fleischrinder-Rasse ideal marmoriert ist und viel Eigengeschmack hat. „Nicht zuletzt über Mund-zu-Mund-Propaganda wurde unsere Herde bekannt und dass wir das Fleisch direkt vermarkten“, sagt Henrik Ruhoff.

So steht auch an diesem Samstag, 9. November, wieder ein Schlachttermin an. Erhältlich ist das Fleisch dann nach zweiwöchigem Abhängen im Kühlhaus. „Wir geben in Euro-Kunststoff-Behältern immer ganze Rinder-Achtel ab – als Mischung verschiedenster Stücke wie beispielsweise Rouladen, Gehacktes, Filet und Roastbeef, aber auch Knochen“, erklärt Evelyn Große Pawig. „Wir haben auch Kunden, die sich ihre Achtel-Rind-Pakete – 35 bis 36 Kilogramm – innerhalb der Familie oder im Freundeskreis aufteilen.

Wunsch nach Fleisch aus naturnaher Haltung

Mit diesem Angebot kommen die Familien Große Pawig und Ruhoff dem Wunsch vieler Verbraucher nach regionaler Erzeugung, naturnaher Tierhaltung und hoher Fleischqualität nach. „Bis auf Heu und gequetsches Getreide bekommen unsere Welsh-Black-Rinder nur Weidegras zu fressen, und selbst im Winter stehen sie draußen – auch bei Kälte haben sie bislang die Möglichkeit, in den Stall zu gehen, nicht genutzt“, so Thomas Große Pawig. „Sie haben einfach ein dickes Winterfell, das ihnen vor der kalten Jahreszeit wächst.“

Weitere Informationen finden sich im Internet auf der Homepage www.duelmener-welsh-black-farm.de und per E-Mail an info@duelmener-welsh-black-farm.de sowie unter Tel. (0171) 8315171 (Thomas Große Pawig) und (0172) 5803155 (Henrik Ruhoff).

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