Dülmener Ehrenamtspreis geht an Gerd Jungmann, Tarik Gündogdu und die Ambulante Hospizbewegung

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Gerd Jungmann (Zweiter von links) ist Träger des Dülmener Ehrenamtspreises 2017.

Dülmen. Er setzt sich mit Herzblut und Leidenschaft für krebskranke Kinder und ihre Familien ein und ist Mitbegründer der Friedenfreunde Dülmen e.V. - am Sonntag wurde Gerd Jungmann beim Neujahrsempfang der Stadt Dülmen mit dem Dülmener Ehrenamtspreis 2017 ausgezeichnet. Der Gruppenpreis ging an die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Ambulanten Hospizbewegung Dülmen e.V. Über den Nachwuchspreis für junge Ehrenamtliche freute sich der 22-jährige Tarik Gündogdu, der sich bei DJK Adler Buldern und in der Flüchtlingsarbeit engagiert. 

Der Dülmener Ehrenamtspreis wird seit 2011 von der Stadt Dülmen vergeben und ist von der Sparkasse Westmünsterland mit insgesamt 1.500 Euro dotiert. Beim Neujahrsempfang überreichten Bürgermeisterin Lisa Stremlau und Norbert Hypki, Vorstandsmitglied der Sparkasse Westmünsterland, die Auszeichnungsurkunden.

Einzelpreisträger Gerd Jungmann:

Gerd Jungmann ist 75 Jahre alt und organisiert seit vielen Jahren unterschiedliche Projekte und Benefiz-Veranstaltungen zugunsten krebskranker Kinder, insbesondere für die Elterninitiative krebskranker Kinder an der Vestischen Kinderklinik e.V.. Mit Dülmener Schulen führte er über viele Jahre Laufveranstaltungen unter dem Motto „Gesunde Kinder laufen für kranke Kinder“ durch. In Dülmen ist sein Name außerdem eng mit den „Hoffnungsradlern Dülmen“ verbunden. Regelmäßig organisierte er mit seinen Mitstreitern verschiedene Radtouren, die „Touren der Hoffnung“, mit denen seit 2013 über 20.000 Euro zum Wohle betroffener Kinder und ihrer Familien gesammelt werden konnten. Ausflüge, Sommerfeste und Besuche von Klinik-Clowns konnten mit diesen Mitteln finanziert werden. Ein zweites Thema, das Gerd Jungmann besonders am Herzen liegt, ist der Erhalt des Friedens auf der Welt. Daher hat er seit dem vergangenen Jahr am Aufbau des Vereins Friedensfrende Dülmen e.V. mitgewirkt und kümmert sich als Beisitzer insbesondere um die Öffentlichkeitsarbeit und die Pflege der Vereins-Website. Laudator Dr. Jürgen Holtkamp würdigte beim Neujahrsempfang der Stadt Dülmen vor allem Jungmanns Bescheidenheit: „Er hat Gutes bewirkt, ohne sich laufend im Licht der Öffentlichkeit darzustellen. Vielmehr wirkt er im Hintergrund, ihm ist wichtig, dass die Dinge funktionieren und dass Menschen etwas glücklicher werden.“

Gruppenpreis für die Ambulante Hospizbewegung Dülmen e.V.:

Die Ambulante Hospizbewegung Dülmen e.V. (bzw. ihr Vorgänger-Verein) besteht seit 1998 in Dülmen. Aktuell engagieren sich 38 Ehrenamtliche als Sterbe- und Trauerbegleiter für Erwachsene, Kinder und Jugendliche. Ihr gemeinsames Ziel ist es, Schwerstkranke und Sterbende liebevoll und wertschätzend auf ihrem „letzten Weg“ zu begleiten und auch Angehörigen Trost und Beistand zu spenden. „Sie hören zu und schweigen, nehmen seelischen Schmerz ernst und halten ihn mit den Angehörigen aus. Sie lesen vor, beten und singen gemeinsam mit den beteiligten und betroffenen Menschen. Hierfür verwenden sie einen großen Teil ihrer Freizeit.“, erläuterte Hubert Deipenbrock in seiner Laudatio. Die Ehrenamtlichen sind nicht nur in Krankenhäusern, Altenheimen oder im Hospiz aktiv – denn durch ihre Unterstützung wird es vielen Menschen ermöglicht, daheim im Kreise ihrer Familie zu sterben. Für Trauernde bieten sie an jedem ersten Sonntag im Monat ein Trauercafé an. Außerdem gehen sie mit ihrem Projekt „Hospiz macht Schule“ in die Dülmener Grundschulen und nehmen Kindern so die Berührungsängste mit dem Thema Tod und Sterben.

Nachwuchspreisträger Tarik Gündogdu:

Tarik Gündogdu ist seit 16 Jahren Mitglied bei DJK Adler Buldern. Seit 2013 ist er dort als Schiedsrichter tätig, 2016 wurde er Obmann der Schiedsrichter in der Fußballabteilung und seit 2017 ist er auch Teil des Vorstandes. Als Beisitzer kümmert er sich um den Bereich Öffentlichkeitsarbeit, Neue Medien und Integration. Ganz besonders hat er die Arbeit für und mit Flüchtlingen zu seiner Aufgabe gemacht. So gründete er u.a. eine interkulturelle Fußballmannschaft und organisiert Feste und Ausflüge, um die Kontakte zwischen Flüchtlingen und Dülmenern zu fördern. Auch in der Flüchtlingsinitiative Buldern ist er aktiv. „Durch sein ehrenamtliches Engagement sensibilisiert Tarik die Dülmener Bürgerinnen und Bürger für die Belange der Menschen, die vor Terror und Krieg geflüchtet sind“, betonte Dr. Martin Olbrich in seiner Laudatio auf den Nachwuchspreisträger. „Durch seinen Einsatz erhalten Flüchtlinge in unserer Stadt Hilfe und erfahren das Gefühl, gebraucht zu werden und wertvoll zu sein.“

Zum Thema:

Die Jury (von links): Maren Sietmann, Hildegard Mang, Edeltraud Benson, Mathilde Goßling, Bürgermeisterin Lisa Stremlau, Bernd Vogt, Dr. Martin Olbrich und Andreas Metelski.

Der Dülmener Ehrenamtspreis wird seit 2011 von der Stadt Dülmen in Kooperation mit der Sparkasse Westmünsterland vergeben, die insgesamt 1500 Euro als Anerkennung für die Preisträger bereitstellt, jeweils 500 Euro pro Preis. Jedes Jahr können Dülmener Bürgerinnen und Bürger Vorschläge für die Verleihung des Ehrenamtspreises bei der Stadt einreichen. Die Auswahl traf dieses Mal eine achtköpfige Jury, bestehend aus Bürgermeisterin Lisa Stremlau, Dr. Martin Olbrich, Edeltraud Benson (Freiwilligenbörse), Andreas Metelski (Vorsitzender Stadtsportring) und Kulturexperte Bernd Vogt sowie den Preisträgern des vergangenen Jahres: Hildegard Mang von der Deutschen Rhema Liga (Einzelpreis), Mathilde Goßling (stellvertretend für ehrenamtlichen Patientenbegleiter) sowie Maren Sietmann vom Kolping Spielmannszug, die im vergangenen Jahr gemeinsam mit ihren Ausbilder-Kollegen Jan Sietmann, Kathrin Wortmann und Marleen Mahnkopf den Nachwuchspreis entgegennehmen durfte.

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