Dorfladen Merfeld auf gutem Weg

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Mitglieder der Lenkungsgruppe des Merfelder Dorfladens treffen sich aktuell regelmäßig im Pfarrheim Merfeld zur Planung. Von links Matthias Raabe und Simone Thiesing (Kreis Coesfeld), Antonius Winkelmann (ehrenamtlicher Geschäftsführer), Ilona Bernitzke (Lenkungskreis), Alfred Bernitzke (ehrenamtlicher Geschäftsführer), Helmut Temming (Ortsvorsteher Merfeld und Beiratsvorsitzender) sowie Wolfgang Gröll (Dorfladen-Berater der Bundesvereinigung Dorfläden).

Merfeld. Der erste Arbeitsvertrag ist unterschrieben: „Als Marktleiterin unseres Dorfladens konnten wir eine Fleischermeisterin gewinnen“, berichtet Alfred Bernitzke, ehrenamtlicher Geschäftsführer des Merfelder Dorfladens, im Gespräch mit den Streiflichtern.

„Jetzt suchen wir noch weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, denn bei 70 Stunden Öffnungszeit pro Woche haben wir insgesamt 140 Personalstunden abzudecken“, so der 67-jährige Merfelder. Hierzu liefen aktuell Personalgespräche und wurde eine Suche bei der Arbeitsagentur eingerichtet, aber auch weitere Interessierte sind eingeladen, sich zu melden. „Wir suchen beispielsweise auch eine Fleischereifachverkaufskraft“, so Bernitzke. 

Parallel laufen noch vielfältige weitere Vorbereitungen für den Dorfladen. So werden aktuell die Saalräume der früheren Gaststätte „Zur Post“ neben dem Café Grote umgebaut – dort soll der Dorfladen auf 120 Quadratmeter Verkaufsfläche eingerichtet werden. „Hubert Böinghoff sagte, dass die Bauarbeiten voraussichtlich Ende September abgeschlossen sind. Dann können wir Regale und Ware einräumen, die Mitarbeiter einweisen und die Kühlgeräte und Kassentechnik installieren, die auch das Bezahlen und Bargeldabheben mit EC-Karte ermöglicht. Von daher rechne ich mit Eröffnung Mitte bis Ende Oktober.“ 

Bis dahin ist noch gut zu tun. So ist das Sortiment festzulegen. „Unser Dorfladen wird ja ein Supermarkt auf kleinem Raum werden – mit Vollsortiment, saisonalem und regionalem Obst und Gemüse und einer Bedientheke für Wurst, Fleisch und Käse“, so Ortsvorsteher und Dorfladen-Beiratsvorsitzender Helmut Temming. 

Fleisch und Wurst werde die Halterner Metzgerei Redlich zwei Mal die Woche liefern. „Hackfleisch bereiten wir vor Ort frisch zu“, so der 71-Jährige. Die Versorgung mit frischem Backwerk ist mit dem Café Grote nebenan sichergestellt. 

Auch finanziell ist der Dorfladen auf gutem Wege: „Schon bei unserer Gründungsversammlung am 20. September 2017 wurden 79 Anteile mit Mindesteinlage von je 250 Euro gezeichnet. Inzwischen haben wir 230 Anteilseigner“, so Helmut Temming. „Angesichts von rund 760 Haushalten in Merfeld ist aber noch Potential da von weiteren Merfeldern, die sich für unseren Ort engagieren möchten.“ Alfred Bernitze blickt da zum Dorfladen Schapdetten: „Bei 1 300 Bewohnern im Ort wurden dort Anteile von insgesamt 100 000 Euro gezeichnet.“

 Ganz so viel Eigenkapital ist in Merfeld also noch nicht vorhanden – Eigenkapital, das für die ersten Mitarbeitergehälter und die Warenerstausstattung nötig ist. „Für die Regale, die neuen Kühlgeräte und die übrige Ausstattung, für Beratungsleistungen und Grundkosten etwa bei Gericht haben wir vom Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur einen Zuschuss in Höhe von 82 500 Euro zur Verfügung. Und aus dem Programm NRW Vital können wir bis zu 20 000 Euro abrufen, die wir aber mit 35 Prozent Eigenmitteln aufstocken müssen“, so Alfred Bernitzke. 

Die Anteilseigner des Dorfladens, der als Unternehmergesellschaft mit beschränkter Haftung (UG) organisiert ist, riskieren übrigens maximal ihr Einlagekapital. Erhalten aber auch Überschussanteile.

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