Dorfbauerschaft Buldern will Hähnchenmaststall-Neubau verhindern

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Am vergangenen Donnerstag besprachen sich Nachbarn der Dorfbauerschaft im Hotel van Lendt.

Buldern/Nottuln. Seit 24 Jahren ist Markus Lütke Aldenhövel in der Hähnchenmast tätig, und vor drei Jahren hat er einen neuen Hähnchenmaststall für 29 900 Hähnchen bei sich am Betrieb in Buxtrup 18 in Nottuln gebaut. Um sich und seiner sechsköpfigen Familie auch künftig das Familieneinkommen aus der Landwirtschaft zu sichern, möchte er einen zweiten Stall in dieser Größe bauen. „Das sichert die Existenz für die nächsten 10 bis 20 Jahre“, sagt er.

Beim Kreis Coesfeld liegt derzeit der Antrag auf Baugenehmigung vor, so Markus Lütke Aldenhövel. Es ist aber noch nicht heraus, ob der Kreis ihm den Neubau an seiner Hofstelle genehmigt. „Hier bei uns sind mehrere Bauernhöfe. Vielleicht wird mir mit Blick auf Expansionsmöglichkeiten meiner Nachbarn der Neubau hier nicht genehmigt“, so Lütke Aldenhövel.

Für den Fall, dass er nicht am eigenen Betrieb bauen kann, hat der 47-Jährige als Alternativstandort eine eigene Fläche in der Dorfbauerschaft Buldern ins Auge gefasst; entsprechend hat er bei der Stadt Dülmen eine Bauvoranfrage für einen 125 Meter langen Stall gestellt, die noch nicht beantwortet ist, so Markus Lütke Aldenhövel, Inhaber der antragstellenden Firma Aldenhövel Mast GmbH.

Nachbarn der Dorfbauerschaft, die von den Absichten Markus Lütke Aldenhövels erfahren haben, sehen die Sache äußerst kritisch. 17 Personen haben sich daher zur Besprechung vergangene Woche Donnerstag im Hotel van Lendt in Buldern getroffen und das Thema erörtert. Und es sind noch weitere Gegner des Vorhabens dazugekommen: „Inzwischen ist es die ganze Dorfbauerschaft, die dagegen ist. Vier Familien darunter sind bereit, gegen eine Baugenehmigung bis zur letzten Instanz zu klagen“, sagten Lisel und Albert Schreiber sowie Kathrin Berlemann gestern in einem Pressegespräch. Alle drei wohnen auf einem Grundstück, das an den Acker, auf dem der Stall eventuell errichtet wird, angrenzt. Geplant sei, dass auch die Partei der Grünen, der Naturschutzbund, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und die Ortsgemeinschaft Buldern informiert werden.

Hauptargument der Gegner: Die Abluft der Stallanlage führe zu einer gesundheitlichen Belastung – auch bis Buldern und bis zum Martinistift. Es sei zu erwarten, dass sich durch Antibiotikaeinsatz in der Mast antibiotikaresistente Keime entwickelten, die aus der Anlage heraus und hunderte Meter in die Umwelt ventiliert würden. Sie berufen sich auf ein Gutachten zu Umwelt-Auswirkungen von Hähnchenmastanlagen, das drei Mediziner 2011 erstellt hatten.

Markus Lütke Aldenhövel sieht von dem Stall, den er plant, keine Gesundheitsgefahr ausgehen: „So weit es eben geht, vermeiden wir den Einsatz von Antibiotika, nicht zuletzt, weil ihr Einsatz ja auch Kosten erzeugt.“ Und: Zwischen den Mastdurchgängen werde der Stall grundlegend desinfiziert.

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