100 Azubis besuchten die Firmen Hagelschuer und Wang

Erstmals besuchten Max-Born-Berufsschüler die Firmen Hagelschuer und Wang.

Buldern/Dülmen. Premiere für die Georg Hagelschuer GmbH & Co. KG in Buldern und die Wang Anlagenbau GmbH im Gewerbepark Dernekamp: Insgesamt hundert Auszubildende vom Max-Born-Berufskolleg in Recklinghausen besuchten an zwei Tagen – in Gruppen aufgeteilt – die beiden erfolgreichen Dülmener Unternehmen.

„Es geht uns darum, unseren Schülern zu zeigen, in welchen unterschiedlichen Unternehmen sie in der Zukunft Arbeit finden können“, erklärt Karl-Heinz Mertsch, einer der vier Lehrkräfte des Max-Born-Berufskollegs, die die Azubis bei den Tagesexkursionen begleiteten. Er koordiniert den Bereich Anlagenmechanik am Max-Born-Berufskolleg. Seine 20-jährigen Erfahrungen lässt er auch einfließen in die Arbeit des Gremiums, das die Inhalte der bundesweit einheitlichen Prüfung zum Ende der 3,5-jährigen Ausbildung zum Anlagenmechaniker, Fachrichtung Anlagenbau, definiert.

„Viele unserer Industrie-Anlagenmechaniker machen ihre Ausbildung bei Evonik oder Gelsenwasser, ziemlich großen Unternehmen. Nach ihrer Ausbildung dort bekommen sie in der Regel einen Zeitvertrag angeboten“, so Karl-Heinz Mertsch. „Da bieten so erfolgreiche Firmen wie Hagelschuer und Wang Alternativen für den künftigen Berufsweg.“ Insgesamt bekämen die Auszubildenden im Laufe ihrer Ausbildung im Rahmen von Betriebsbesuchen und Exkursionen bis zu fünf Unternehmen zu Gesicht.

Die Auswahl der möglichen Unternehmen ist dabei groß: Das Einzugsgebiet des Max-Born-Berufskollegs erstreckt sich auf einen Umkreis von 100 Kilometern. „Manche unserer Azubis kommen sogar aus Lippstadt.“

Zeitverträge – das ist bei Hagelschuer und Wang die Ausnahme. Das macht Petra Hagelschuer deutlich. „Wenn die Chemie stimmt, stellen wir Mitarbeiter sofort auf Dauer ein. Zeitverträge gibt es bei uns nicht. Und auch Seiteneinsteiger – etwa aus dem Bereich Heizung und Sanitär – haben bei uns gute Chancen.“ Sie begrüßt die Auszubildenden aus dem zweiten und dem dritten Lehrjahr im Verwaltungsgebäude. Vertriebsleiter Michael Werner erläutert anhand einer Unternehmens-Präsentation das Unternehmen, die Funktion von Dampfkesseln und das Produktportfolio der Firma Hagelschuer. Anlagen, die bis zu 50 Tonnen Dampf pro Stunde erzeugen bei bis zu 30 Bar.

In dem neuen Image-Video kommen Auszubildende zu Wort – unter anderen Niklas Klaas. Er ist – wie sein Azubi-Kollegen Luis Recker und Marco Lohmann – nach der Präsentation auch mit dabei, als die beiden Produktionsleiter Martin Eiersbrock und Jakob Renpening die Gäste aus Recklinghausen durch die Hallen führen. Anhand eines aufgeschnittenen alten Dampfkessels wird das Prinzip der Dampferzeugung erläutert, bevor kleine und große Dampferzeugungsanlagen in Augenschein genommen werden – und auch eine fahrbare Dampfmaschine mit großer Riemenscheibe aus dem Jahr 1925, die einst beispielsweise zum Antrieb von Dreschmaschinen genutzt wurde.

„Ich habe mich immer gefragt: ,Wie kann ich die Jungs am besten für unsere Firma begeistern?’ Es wäre ja toll, wenn wir neue, weitere Mitarbeiter bekommen würden“, sagt Jakob Renpening nach der Führung durch die Fertigungshallen.

Fertigungsleiter Thorsten van Horn (Mitte) nutzte die Gelegenheit, sich mit Berufsschullehrer Karl-Heinz Mertsch (rechts) und Berufsschullehrerin Sabrina Spiering auszutauschen.

Auch Petra Hagelschuer freut sich über den Besuch der Anlagenmechaniker in spe. „Den Fachkräftemangel merken wir deutlich. Von daher ist es für uns eine große Chance, den Anlagenmechanikern von morgen unseren Betrieb zu zeigen“, so Petra Hagelschuer. Das Unternehmen, das ihr Mann vor 26 Jahren gegründet hat, ist von einem Ein-Mann-Betrieb auf inzwischen 72 Mitarbeiter Stärke angewachsen; an einem zweiten Standort in Darmstadt, den Georg Hagelschuer 2016 übernommen hat, sind weitere 13 Mitarbeiter beschäftigt. „Mit noch mehr Fachkräften könnten wir noch mehr Aufträge annehmen und bearbeiten“, schildert Petra Hagelschuer die Lage. Von daher kann sie sich gut vorstellen, solche oder ähnliche Veranstaltungen auch mit anderen Schulen in Zukunft zu wiederholen, um das Unternehmen zu präsentieren.

Über weitere Kollegen würde sich auch die Firma Wang freuen, die aktuell über 95 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – inklusive Planungsabteilung und Verwaltung – im Team hat. Hier führen Fertigungsleiter Thorsten van Horn und Philipp Thüs im Anschluss an einen Unternehmens-Image-Film die Gäste aus der Berufsschule durch den Betrieb. Wie aus Edelstahlblechen große, bis zu 500 Kubikmeter fassende und 15 Meter hohe Behälter gefertigt werden ist zu sehen, ebenso auch ein Orbitalschweißgerät in Aktion, das Rohre automatisch zusammenschweißt. Nicht zuletzt auch unter anderem eine Glättmaschine.

Und in der Halle, in der vornehmlich „normaler“ Stahl verarbeitet wird, zeigt Philipp Thüs, wie mit der großen Biegemaschine Bögen in Rohre gebracht werden und somit manch eine Schweißnaht und damit Arbeitsstunde unnötig wird.

Auch bei Wang sind Azubis bei den Rundgängen mit dabei. Kai Timmermann und Peter Fischer erklären ihren Mitschülern der Berufsschule aus eigener Erfahrung, was an Interessantem bei Wang so „abgeht“.

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