AvD-Schüler testen „Demenzparcours"

Demenzparcours Dülmen Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium
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Die AvD-Schüler stellten fest, dass feinmotorische Tätigkeiten mit zittrigen Händen - simuliert durch Stromstöße - nur schwer möglich sind.

Dülmen. Etwas schreiben, Mensch-Ärger-dich-nicht spielen und dabei die Figuren bewegen– die einfachsten und alltäglichsten Dinge können für Menschen mit einer Demenzerkrankung zu riesengroßen Hürden werden. Wie es sich anfühlt, keine Kontrolle über Kopf und Körper mehr zu haben, erlebten die Schüler der 9a des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums, denn sie testeten einen „Demenzparcours“. „Wir möchten erreichen, dass die Jugendlichen mehr Verständnis für von Demenz betroffene Menschen entwickeln“, betonte Lisa Bäther von der Stadt Dülmen, die die Dülmener Allianz „Leben mit Demenz“ koordiniert. Sie freute sich sehr, dass das Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium sich entschied, den Parcours an die Schule zu holen.

21 Schüler bekamen von den Referentinnen Doris Schröer und Sonja Hellmann die theoretischen Hintergründe zu den Bereichen Alterserkrankungen und insbesondere Demenz vermittelt. 17 Auszubildende des Caritas-Fachseminars für Altenpflege begleiteten dann den Demenzparcours und freuten sich darüber, zeigen zu können, was ihr Beruf bietet, was sie lernen und was sie bereits alles können. Für die Schüler des AvD gab es praktische Übungen an vier Stationen aus dem Alltagsleben, um selbst zu erfahren wie es sich anfühlt an einer Demenz erkrankt zu sein. So konnten sie ausprobieren, wie kompliziert es ist, mit Gewichten an den Beinen  oder mit einer Brille, durch die man nur verschwommen sehen kann, eine Strecke zu bewältigen. Handschuhe mit einem kleinen Stromkontakt simulierten das oft unkontrollierbare Zittern, welches es so schwer macht, gezielt ein Glas zu greifen oder mit dem Stift eine Linie zu malen. Die jungen Menschen waren berührt und beeindruckt von den Erfahrungen.

Das Angebot war durch die Spende einer Dülmener Familie möglich, deren Mutter an einer Demenz erkrankt war. Es ist ihr ein Anliegen, für das Thema Demenz und die damit einhergehenden Herausforderungen für die Familie und die Gesellschaft zu sensibilisieren.

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