Ferdinand Hempelmann seit anderthalb Jahren im Amt

Aufgabe ohne Stellenbeschreibung: Fachberater Seelsorge der Feuerwehr Dülmen

+
Ferdinand Hempelmann mit Einsatzjacke, Einsatzweste und Feuerwehrhelm, den auch er aus Sicherheitsgründen im Einsatz zu tragen hat, in seinem Arbeitszimmer.

Dülmen. Rund 17 Jahre war Jochen Reiß Fachberater Seelsorge der Feuerwehr Dülmen. Vor anderthalb Jahren übernahm Ferdinand Hempelmann, seit gut acht Jahren Pfarrverwalter in St. Pankratius Buldern und St. Georg Hiddingsel, von ihm diese Aufgabe. „Jochen Reiß, den ich ab und zu bei Feuerwehr-Terminen traf, fragte mich, ob ich seine Aufgabe nicht übernehmen wolle“, so Ferdinand Hempelmann. Eine Aufgabe, „für die es keine Stellenbeschreibung gibt“, wie er sagt.

Seit seiner Ernennung bei der Mitgliederversammlung des Feuerwehr-Stadtverbands Dülmen 2018 hat sich Ferdinand Hempelmann in vielfältiger Hinsicht in die Materie hineingekniet. „Ich bin auf fast allen Mitgliederversammlungen der Löschzüge gewesen und bin auch einmal zwölf Stunden auf einem Rettungswagen mitgefahren“, so Hempelmann. Auch bei mehreren Übungsabenden war er mit dabei, außerdem bei drei Fortbildungen für Fachberater Seelsorge im Institut der Feuerwehr (IdF) in Münster. Und regelmäßig ist er bei den Löschzugführerversammlungen.

Wertvoller Einsatz für Mitmenschen

„Im Laufe der Zeit ist mir immer bewusster geworden, welchen großartigen Dienst am Nächsten Feuerwehrleute leisten. Das ist nicht einfach so ein Hobby, das ist ein wertvoller Einsatz für die Mitmenschen, der viel Engagement fordert – bei den Dienstabenden, den Lehrgängen und vor allem den Einsätzen. Daher habe ich überhaupt kein Verständnis dafür, dass auch Rettungskräfte und Feuerwehrleute in manchen Orten hier in Deutschland im Einsatz behindert und teilweise sogar attackiert werden. Vor allem wenn man sich klarmacht, dass Einsatzkräfte durch ihren Einsatz auch mein eigenes Leben retten, wenn es in Gefahr ist“, meint der 50-Jährige.

Dies gelte sowohl für die hauptamtlichen als auch ehrenamtlichen Mitglieder der Feuerwehr: „In manchen Ländern gibt es überhaupt keine freiwillige Feuerwehr. Wir können uns glücklich schätzen, dass es so etwas hier gibt – und die Stadt Dülmen tut auch einiges dafür, dass die Rahmenbedingungen und Ausstattung der Feuerwehr in Dülmen gut sind.“

„Miteinander sprechen ist unheimlich wichtig.“

Mit Blick auf die geplante Verlegung der Dülmener Feuer- und Retttungswache von der August-Schlüter-Straße an die Nordlandwehr „ist mein Wunsch, dass der neue Standort so gestaltet wird, dass die Kameraden dort optimal ihren Dienst ausüben können. Zu unser aller Wohl.“ Im Rahmen seiner Möglichkeiten und Fähigkeiten den 314 aktiven Feuerwehrleuten auf Dülmener Stadtgebiet (Stand: Ende 2018) bei der Ausübung ihrer Tätigkeit zu helfen – das ist das Ziel von Ferdinand Hempelmann, wie er sagt. Und dazu gehören auch Impulse wie: „Achtet auf Euch, sprecht miteinander, habt ein Augenmerk darauf, wie es dem anderen Kameraden geht, ob er Hilfe benötigt. Das fördert die Gemeinschaft und Kameradschaft“, fasst er zusammen. Von daher sei es wichtig, dass in den Gerätehäusern auch immer ein Kühlschrank mit Getränken steht – und eine Bank für Gespräche: „Miteinander sprechen ist unheimlich wichtig.“ Auch gesellige Zusammenkünfte wie Grillabende spielen da hinein.

Manchmal aber gebe es einfach Dinge, die sich besser mit einem Außenstehenden besprechen lassen. „Dafür stehe ich zur Verfügung“, so Hempelmann. In allen Feuerwehrgerätehäusern ist dazu die Handynummer von Ferdinand Hempelmann ausgehängt. „Es haben sich schon Kameraden an mich gewandt mit Problemen – teilweise auch mit solchen, die nichts mit der Feuerwehr oder mit Einsätzen zu tun haben. Auch dafür bin ich da“, so Hempelmann. „Diskretion ist natürlich selbstverständlich.“

Hilfe für die Helfer

Grundsätzlich ist ihm wichtig, „dass es ganz normal ist und nichts mit Schwäche zu tun hat, wenn ein Feuerwehrmann durch Erlebnisse oder Bilder eines Einsatzes seelisch aus der Bahn geworfen wird. Gut ist, wenn man sich dann in solchen Situationen Hilfe besorgt.“ Hilfe für die Helfer – dahin zielt auch die Anregung, die er in der Leitungsrunde der Feuerwehr gegeben hat: darauf hinzuarbeiten, dass künftig in jedem Löschzug ein Mitglied eine Schulung für Psychosoziale Unterstützung (PSU) hat. „Die Resonanz war sehr positiv.“ 

Es kommt auch vor, dass Ferdinand Hempelmann gerufen wird. „Als sich in Rorup bei einem Übungsabend das Unglück mit einer Druckflasche ereignete, bei dem zwei Feuerwehrleute schwer am Bein verletzt wurden, wurde ich abends hinzugebeten. In der Woche drauf bin ich für eine Gesprächsrunde wieder nach Rorup gefahren, eine Woche danach dann noch einmal zum Grillabend.“ Für Ferdinand Hempelmann selbstverständlich, dass er auch die verletzten Feuerwehrleute im Krankenhaus besuchte.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare