Acht Auszubildene berichten in Dülmen über Berufswahl

Sorgten an der Hermann-Leeser-Realschule in Dülmen für Berufsorientierung auf Augenhöhe: Die Ausbildungsbotschafter

Dülmen.  So sieht Berufsorientierung auf Augenhöhe aus: Acht Auszubildende aus Münster, Coesfeld, Dülmen, Lüdinghausen und Senden stellten sich am Donnerstag vor die 10. Klassen der Hermann-Leeser-Realschule in Dülmen, um über Berufswahl, Ausbildung und Betrieb zu berichten. Den Einsatz hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen koordiniert, die mit ihrem Projekt „Ausbildungsbotschafter“ die Berufsorientierung in der Schule unterstützt.

Ziel der Initiative ist es, die betriebliche Ausbildung stärker in den Blick von Schülerinnen und Schülern zu rücken und die Unternehmen bei der Suche nach Auszubildenden zu unterstützen. „Bei den Einsätzen der Ausbildungsbotschafter werden auch Fragen gestellt, die man als Schüler einem Chef eher ungern stellt – etwa nach Gehalt und Freizeit“, berichtet Carsten Taudt, Leiter des IHK-Geschäftsbereiches Bildung und Fachkräftesicherung, über die bisherigen Erfahrungen. „Genau darum geht es in unserem Projekt: Wir wollen junge Menschen glaubwürdig darüber informieren, was sie in einer betrieblichen Ausbildung erwartet“, so Taudt. „Und wer könnte das besser als Auszubildende.“

In der Realschule waren acht Ausbildungsbotschafter der IHK Nord Westfalen und der Handwerkskammer (HWK) Münster im Einsatz: Kira Heming und Theresa Heumer (Kauffrauen im Groß- und Außenhandel) von der Ernsting‘s family GmbH & Co. KG in Coesfeld, Sebastian Scholz (Feinwerkmechaniker) von der KORDEL Antriebstechnik GmbH in Dülmen, Lara Trautvetter (Hotelfachfrau) vom Mövenpick Hotel in Münster, Julia Schneider und Albert Stahldecker (Bankkaufleute) von der VR-Bank Westmünsterland eG in Coesfeld, Leonie Hemsing (Konditorin) von der Hof Grothues-Potthoff GmbH in Senden und Marcel Berges (Tischler) von der Vedder GmbH in Lüdinghausen. Auf den Einsatz wurden sie zuvor in einem Seminar vorbereitet.

Das maxQ-Zentrum für Gesundheitsberufe in Dülmen ergänzte die praxisnahe Berufsorientierung der Schüler. Diana Kurilla (Schulleitung Altenpflege) und Erika Schröder (Schulleitung Physiotherapie) berichteten gemeinsam mit Schülern über Ausbildungsberufe in den Bereichen Altenpflege, Podologie, Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie. Zudem stellten Oberstufenkoordinatorin Sandra Schindler vom Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium und Oberstufenkoordinator Simon Wibbeler vom Clemens-Brentano-Gymnasium in Dülmen ihre Schulen vor und sprachen über das Abitur.

„Diese Art der Informationsgewinnung ist für die Schüler viel nachhaltiger und motivierender als eine Recherche im Internet“, finden die stellvertretende Schulleiterin Birgit Lorson und Studien- und Berufswahlkoordinator Alexander Marx. Beide sind überzeugt, dass die Ausbildungsbotschafter den Schülern berufliche Perspektiven aufgezeigt haben, die sie „so vielleicht noch nicht auf dem Schirm hatten“.

Auch die Unternehmen haben etwas von dem Projekt: „Durch den Einsatz ihrer Auszubildenden bringen sie sich bei den künftigen Schulabgängern als Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb ins Gespräch“, sagt IHK-Bildungsexperte Taudt. Inzwischen unterstützen 150 Betriebe das Projekt. Seit dem Start 2015 sind bereits 630 Ausbildungsbotschafter in die Schulen gegangen und haben rund 12.400 Schüler über Ausbildungsberufe und -betriebe informiert.

Nicht zuletzt profitieren die Ausbildungsbotschafter selbst. Im Vorbereitungsseminar und bei den Einsätzen in den Schulen üben sie sich im sicheren Auftreten und stärken ihr Selbstvertrauen. Für ihr Engagement in der Berufsorientierung erhalten sie eine Urkunde.

IHK-Ansprechpartnerin für Schulen und Unternehmen im Münsterland: Andrea Wiegers, Telefon 0251 707-415, E-Mail awiegers@ihk-nw.de

Weitere Informationen: www.ihk-ausbildungsbotschafter.de

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