Zehn Jahre voller Freude: Manfred Holters gibt den Vorsitz des Seniorennetzwerks weiter

+
Ein Ort, an dem Manfred Holters auch gerne ist: zu Hause am Flügel. „Ich spiele leidenschaftlich gern Klavier – und leidenschaftlich schlecht“, meint er, vor Augen Noten vom Italienischen Konzert von Johann Sebastian Bach.

Coesfeld. Vor zehn Jahren hat Manfred Holters den Vorsitz des Seniorennetzwerks Coesfeld e.V. übernommen. Am Dienstag übergibt der 77-Jährige dieses Amt in andere Hände – Claudia Kraska-Venjakob, die sich bereits seit längerem als Beisitzerin im Vorstand des Seniorennetzwerks engagiert, hat Bereitschaft signalisiert, bei einer Wahl den Vorsitz zu übernehmen. „Diese zehn Jahre waren eine schöne Zeit, die mir viel Spaß und Freude bereitet hat. Aber ich werde ja nicht jünger – und wenn die Chance auf einen Generationswechsel ist, ist man gut beraten, diese Chance auch zu nutzen“, sagt Manfred Holters.

Wenn er zurückblickt auf die zehn Jahre, ist für ihn eines ganz deutlich: „Ich hatte das Glück, über all die Jahre einen Vorstand zu haben, der vertrauensvoll, konstruktiv und freundschaftlich zusammengearbeitet hat – und so blieb der Erfolg auch nicht aus.“ So hat das Seniorennetzwerk Coesfeld aktuell 300 Mitglieder, die mit ihren 10 Euro Jahresbeitrag pro Person zur finanziellen Basis des Netzwerks beitragen. „Wobei man Erfolg nicht an der Mitgliederzahl messen kann, denn im Grunde ist es für uns unerheblich, ob man Angebote unseres Netzwerks als Mitglied oder als Nichtmitglied wahrnimmt“, so Manfred Holters. „Teilhaben am Geschehen im Verein ist ebenso gern gesehen wie sich gestaltend einzubringen.“

Dieses „gestaltend einbringen“ ist für viele im Netzwerk selbstverständlich: „Rund 15 Prozent unserer Mitglieder sind irgendwie aktiv. Und das in den unterschiedlichsten Bereichen – ich habe uns als Community gesehen, als Plattform, auf der die Mitglieder ihre eigenen Ideen und Interessen in Gemeinschaft einbringen können und dafür bei Bedarf Unterstützung erhalten. Wir bringen Menschen zusammen und sind in Bereichen aktiv, in denen es sonst keine Angebote gibt.“ Wie vielfältig das ist – davon zeugt die bestens gepflegte Internetseite mit vielen Terminen, Kontaktmöglichkeiten und hilfreichen Verlinkungen.

Diese Buntheit macht das Seniorennetzwerk aus – und Manfred Holters hat dies stets genossen: „Der Kontakt mit den Mitgliedern war immer wieder befruchtend. Das werde ich sicherlich vermissen“, so Manfred Holters, der sich mit den Worten „der neue Vorstand wird seine eigenen Prioritäten setzen, und dazu wird er von mir ermuntert“ komplett aus dem Vorstand zurückzieht. „Wenn ich aber um Rat und Meinung gefragt werde, werde ich mich sicher auch äußern.“

Wenn im Laufe der Jahre das Seniorennetzwerk Coesfeld ein fester Bestandteil der Gesellschaft geworden ist, dann ist das auch Manfred Holters zu verdanken. Etwa beim Thema Beköstigung. „Kaffee und Kuchen – viele bringen dies dank vieler Bäckerinnen in unserm Netzwerk mit uns in Verbindung“, so Holters. Aber auch was die Vertretung von Senioreninteressen betrifft, ist das Netzwerk ein nicht zuletzt von der Politik gern gesehener Gesprächspartner. Was etwa auch an den Seniorentagen – „die waren immer Highlights, aber auch eine Herausforderung“ – liegt, die alle zwei Jahre unter anderem mit einer Vielzahl an Vorträgen stattfinden.

Als „gesellschaftlicher Player“ wahrgenommen zu werden, dazu hat sicherlich auch die aktive Mitarbeit bei den „Berkeltagen“ und bei der Gestaltung des Schlossparks beigetragen, in dem das Seniorennetzwerk den öffentlichen Bücherschrank betreut. Als neues Format steht nun für Juli eine „Woche für an Demenz erkrankte Menschen und deren Angehörige“ auf dem Plan und auch ein Theaterprojekt für an Demenz erkrankte Menschen und deren Angehörige. „Hierfür hoffen wir auf öffentliche Förderung“, so Manfred Holters, der sich gern zu Hause an den Flügel setzt. „Ich spiele leidenschaftlich gern Klavier – und leidenschaftlich schlecht“, schmunzelt er. Aber auch künftig wird er nicht überbordend Zeit dafür haben – auch wenn er nicht mehr durchschnittlich etwa zusammengerechnet einen Arbeitstag pro Woche fürs Seniorennetzwerk tätig zu sein braucht. „Meine Frau und ich haben zehn Enkelkinder. Die brauchen ihre Großeltern – und umgekehrt!“

Zur Person

Manfred Holters

In der Gescheraner Bauerschaft Tungerloh-Pröbsting aufgewachsen, machte Manfred Holters eine Ausbildung bei der Firma Ruthmann (Hubarbeitsbühnen/Steiger), die von seinem Großvater gegründet worden war. Von 1972 bis 2002 war Manfred Holters Geschäftsführer des Unternehmens und damit (2002) Chef von rund 500 Mitarbeitern. 30 Jahre engagierte er sich als ehrenamtlicher, die Arbeitgeberseite vertretender Richter beim Arbeitsgericht Bocholt und erhielt hierfür und für sein Engagement beim Arbeitgeberverband die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland. Mehrere Jahre nach dem krankheitsbedingten Tod seiner ersten Frau heiratete er vor 15 Jahren Maria Busemann. Zur Familie gehören damit acht Kinder und inzwischen zehn Enkelkinder. Auch künftig ist Manfred Holters ehrenamtlich tätig – als Schriftführer und Mitgliederbetreuer einer deutschlandweit rund 7 000 Mitglieder zählenden Aktionsgruppe der Rotarier, die sich in Afrika im 190-Millionen-Einwohner-Staat Nigeria im Bereich Familienplanung engagiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare