Zahl der Unfälle mit Rauschmitteln gestiegen

Mehr Drogen am Steuer: Polizei stellt Unfallstatistik für den Kreis Coesfeld vor

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Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr (von links), Leonie Probst und Thomas Eder stellten die Verkehrsunfallstatistik des Kreises Coesfeld 2019 vor.

Kreis Coesfeld. Der Kreis Coesfeld steht gut dar, was die Unfallstatistik betrifft. Pro 100.000 Einwohner wurden 2019 2.703 Verkehrsunfälle registriert – der Landesdurchschnitt liegt bei 3.683 Verkehrsunfällen pro 100.000 Einwohner. Im Vergleich zu den anderen Münsterlandkreisen hatte der Kreis Coesfeld 2019 sogar die nierigste Unfallhäufigkeitszahl. So lautete eine der Hauptaussagen gestern Nachmittag bei der Vorstellung der Jahresunfallstatistik der Kreispolizeibehörde Coesfeld, die vergangenes Jahr 5.945 Verkehrsunfälle verzeichnet hatte – davon 741 mit Verletzten.

Insgesamt 13 Personen verloren bei Unfällen im Kreis Coesfeld 2019 ihr Leben (2018: 11). Im Vergleich zu den Jahren 1993 und 1997 mit jeweils 30 Verkehrstoten im Kreis ein vergleichsweise niedriger Wert. Wie Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr, Thomas Eder, kommissarischer Abteilungsleiter Polizei, und Direktionsleiterin Verkehr Leonie Probst bei ihren Erläuterungen deutlich machten, ist der Anteil der Verkehrsunfälle unter Einfluss berauschender Mittel – Alkohol und/oder Betäubungsmittel (Drogen) – stark gestiegen (von 2018: 68 auf 2019: 86). Allerdings hatte es 2009 noch 91 Verkehrsunfälle unter Alkohol- beziehungsweise Drogeneinfluss gegeben.

Insgesamt verletzten sich 2019 bei Verkehrsunfällen im Kreis Coesfeld 246 Personen schwer – mussten also stationär ins Krankenhaus, 693 Personen verletzten sich leicht, brauchten also keine stationäre Versorgung. Unter den Verletzten waren 84 Kinder im vergangenen Jahr (2018: 60, 2016: 100). Ein Trend zeigte sich bei der Zahl der verunglückten jungen Erwachsenen: Hatte sie 2016 noch bei 178 gelegen, war sie 2019 auf 154 gesunken. Dahingegen ist die Zahl der Kinder, die bei Unfällen verletzt wurden, auf 84 gestiegen (2018: 60).

Vergleichsweise hohe Zahlen bei Motorradfahrenden

Bei den Unfällen waren 2019 insgesamt 65 Motorradfahrende beteiligt. 2017 hatte die Zahl noch bei 52 gelegen, 2018 dann bei 76. Speziell in diesem Bereich weist der Kreis Coesfeld im Vergleich zu den übrigen Münsterlandkreisen und vergleichbaren Regionen in NRW recht hohe Zahlen auf. „Unser Kreis ist für Motorradfahrer einfach sehr attraktiv und lädt mit vielen gut ausgebauten Strecken beispielsweise in den Baumbergen sehr zum schnellen Fahren ein“, so die Erfahrung. Drei der 13 Verkehrstoten des Jahres 2019 im Kreis Coesfeld waren mit dem Motorrad unterwegs gewesen. Auch wenn die Zahl der verunglückten Motorradfahrer rückläufig ist, würden weiterhin mit Blick auf Motorradfahrende verstärkt Prävention und Kontrollen erfolgen. Neun Motorrad-Schwerpunktkontrollaktionen hatte es es 2019 gegeben.

Insgesamt 302 Fahrrad- beziehungsweise Pedelecfahrende verunglückten 2019 im Kreis Coesfeld – mit zunehmender Tendenz. So stieg die Zahl der verunglückten Pedelecfahrer von 68 im Jahr 2018 auf 80 im Jahr 2019. Und: Unfälle können bei Pedelec- beziehungsweise Fahrradfahrenden allzu schnell äußerst schwere Folgen haben. So waren zwei der 13 Verkehrstoten 2019 auf dem Pedelec („E-bike“) unterwegs, drei auf dem Fahrrad. Fünf der 13 Verkehrstoten im Kreis Coesfeld 2019 waren also im weitesten Sinne Radfahrer – und: vier von ihnen waren über 65 Jahre.

Keiner der tödlich verunglückten Fahrrad-/Pedelecfahrenden hatte einen Fahrradhelm auf. „Ich appelliere ausdrücklich, einen Fahrradhelm zu tragen“, sagte Thomas Eder. „Er kann vor schweren Kopfverletzungen schützen.“ Die Statistik zeigt: Insgesamt 93 Prozent der an Unfällen beteiligten Fahrrad- und Pedelecfahrenden erlitten Verletzungen. Ein stetiger Anstieg ist bei den Verkehrsunfallfluchten festzustellen. 1.179 Fälle gab es 2019 – davon 55 mit Personenschaden. Wobei die Aufklärungsquote bei rund 40 Prozent liege.

Da viele Unfälle mit zu hoher Geschwindigkeit zu tun habe, würden die Geschwindigkeitskontrollen weiter verstärkt. Über 34 000 Geschwindigkeitsverstöße wurden 2019 festgestellt. Darüber hinaus wurden 245 mit Alkohol/Drogen Fahrende ausfindig gemacht und 1.422, die von ihrem Handy abgelenkt waren.

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