Günter Kurz feiert am 2. Februar sein 50-jähriges Priesterjubiläum

Wissenschaft ist sein Hobby

Neben der Bibel liest Günter Kurz auch wissenschaftliche Zeitschriften, so beispielsweise „Bild der Wissenschaft“ und „Spektrum der Wissenschaft“.

Lette. „Ich versuche, den Leuten die Bibel so zu erklären, dass sie dem wissenschaftlichen Stand gerecht wird“, so Pfarrer Günter Kurz, der am 2. Februar sein 50-jähriges Priesterjubiläum in St. Johannes Lette feiert.

Zuvor findet noch an diesem Sonntag in seiner früheren St.-Barbara-Gemeinde in Herten eine Jubiläumsfeier statt. Hier war er 30 Jahre lang bis 2001 als Pfarrer im Dienst. „Die Gemeinde wurde aufgelöst und fusionierte mit anderen Gemeinden. Hier wohnten hauptsächlich Bergleute mit ihren Familien. Es war insbesondere eine Zechensiedlung mit rund 10 000 Bewohnern, die nach dem Krieg errichtet wurde. Dort lebten zunächst rund 4 000 Katholiken, schließlich nur noch 2 800, da immer mehr Türken als Bergleute arbeiteten“, blickt er zurück. „Mein Ziel als Seelsorger war es, die verschiedenen sozialen Stände, Konfessionen und Mitbürger unterschiedlicher Nationalitäten im Gebet zu verbinden. Das war für mich eine wichtige Aufgabe im Ruhrgebiet.“

Seit April 2001 übt Günter Kurz seine Seelsorgetätigkeit nun in Lette aus, in eingeschränktem Maße seit seinem 75. Geburtstag im April 2010. „Ich bin damals gut aufgenommen worden und jetzt lebendiges Gemeindemitglied“, sagt der Jubilar. „Nach Möglichkeit halte ich noch wöchentlich drei Messen: zwei in der Woche, eine am Sonntag. Hin und wieder predige ich noch.“

Geboren und aufgewachsen in Lüdinghausen, besuchte Günter Kurz den altsprachigen Zweig des Canisianum-Gymnasiums. „Während meines Theologiestudiums in Münster habe ich auch Hebräisch gelernt. Das siebte und achte Semester habe ich an der Universität Innsbruck studiert.“

Nach seiner Priesterweihe am 2. Februar 1961 in Münster und einem sechswöchigen Berufsschuldienst als Religionslehrer in Recklinghausen arbeitete Kurz zunächst als Kaplan in der St.-Gottfried-Gemeinde in Ahlen, anschließend ab September 1965 in der St.-Josef-Gemeinde in Kamp-Lintfort bis zur Aufnahme seiner Tätigkeit als Pfarrer in Herten. „Insgesamt war ich 40 Jahre im Ruhrgebiet tätig. Ich war zunächst auch Präses bei der CAJ, dann Präses bei der KAB.“ Von 2001 bis 2010 übte er das Amt als Bezirkspräses der KAB aus. „Dazu gehörte neben dem Kreis Coesfeld noch der alte Kreis Lüdinghausen. Insgesamt war ich 49 Jahre lang Präses.“

Trotz des umfangreichen Arbeitsprogramms fand Günter Kurz immer mal wieder Zeit für seine Hobbys. „Als Kaplan habe ich angefangen, für die von mir betreuten Pfadfinder eine Insektensammlung aufzubauen.“ Diese schenkte er später der Bischöflichen Realschule in Herten. Mit Vorliebe sammelt er schon seit Jahrzehnten Mineralien und Fossilien. „Einmal im Jahr fahre ich mit Mineralienfreunden aus Osnabrück für eine Woche im Mai in die Vulkan-Eifel bei Maria Laach. Als Mitte der 70er Jahre eine Pipeline durch die Baumberge gelegt wurde, bin ich sonntagnachmittags von Herten dorthin gefahren und habe an den Baustellen Fossilien gesammelt.“ Das tat er in den letzten Jahren auch bei Ausschachtungen, unter anderem für Windkrafträder, in den Baumbergen. „Hier habe ich schon Reste von Ammoniten, Seeigel und Muscheln gefunden“, berichtet er. An vielen inner- und außerhäuslichen Stellen zeugen insbesondere Mineralien und Fossilien von seiner großen Sammelleidenschaft, so beispielsweise ein Ammonit im Hausflur.

Aufgrund von Bandscheibenproblemen musste er dieses Hobby, ebenso wie das Beobachten des Sternenhimmels, jedoch stark reduzieren. Darum widmet er sich jetzt mehr alten Schriften: „An der Fernuniversität Leipzig habe ich drei Semester Hieroglyphen studiert und mit der Keilschrift und der keltischen Schrift angefangen. Hauptsächlich beschäftige ich mich jetzt mit der keltischen Kultur.“

Seit 1965 sorgt übrigens seine Schwester Margret für den geordneten Haushalt – und dafür, dass Günter Kurz einmal monatlich nach Herten kommt: „Ich fahre sie zu ihrem Kegelklub.“

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