„Wir sind alle Deutschland“: Muslimische Gemeinde startet Kampagne

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Der Osnabrücker Imam Luqman Shahid (von links), Pressesprecher der Borkener Gemeinde Aziz Ahmad Sultan und Präsident der Borkener Gemeinde Nasrullah Khan hoffen auf einen positiven Dialog im Kreis Coesfeld.

Kreis Coesfeld. Mit dem Stift diskutieren und nicht mit dem Schwert – das ist die Grundeinstellung der islamischen Reformgemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat. Die Mitglieder wollen zeigen, dass der Islam eine friedliche Religion ist und betonen, wie wichtig es sei, sich in das Land in dem man lebt, auch zu integrieren. Im Kreis Coesfeld sind sie bisher den meisten noch kein Begriff. Das soll sich nun ändern: Ahmadiyya Muslim Jamaat startet die Kampagne „Wir sind alle Deutschland“.

Geplant sind dafür verschiedene Aktionen. So sollen Infostände in den verschiedenen Städten und Gemeinden des Kreis Coesfeld aufgestellt werden. Dabei wollen die Gemeindemitgliedern mit interessierten Bürgern ins Gespräch kommen und Fragen beantworten. Auch sogenannte „Friedensbäume“ sollen mit Vertretern der Städte gepflanzt werden. Diese stehen symbolisch dafür, dass die Gemeindemitglieder im Kreis Coesfeld und in Deutschland allgemein Wurzeln schlagen wollen und Teil der Gemeinschaft sein möchten. Vorträge sollen zusätzlich aufklären und einen Dialog ermöglichen. Auf diese Weise sollen Ängste und Vorurteile abgebaut werden.

In Osnabrück, wo es eine größere Ahmadiyya-Muslim-Jamaat-Gemeinde gibt, ging dieses Konzept bereits auf. „Wir starten dort viele Aktionen, um uns in das Stadtleben zu integrieren und unsere Gemeinde nach außen hin zu öffnen. Dazu gehören auch Projekte mit der Universität und der christlichen und jüdischen Gemeinde“, erklärt Imam Luqman Shahid.

Wie der Name der Kampagne „Wir sind alle Deutschland“ schon besagt, ist den Muslimen die Beziehung zu Deutschland sehr wichtig. So vertreten sie die Meinung, dass es möglich ist, die Gesetze und Werte des Landes in dem man lebt zu respektieren und vertreten – und gleichzeitig gläubiger Muslim zu sein. Der Khalif Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad, religiöses Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jamaat, beschrieb dies folgendermaßen: „Ein wirklicher Muslim wird sich immer aufrichtig und loyal dem Land gegenüber verhalten, unter dessen schützendem Schatten er in Frieden lebt. Der Glaubensunterschied hält ihn nicht davon ab, seiner Regierung in Treue verbunden zu sein.“

Weitere Werte, die die Gemeindemitglieder vertreten sind die Trennung von Religion und Staat, Gleichwertgkeit von Mann und Frau sowie die Glaubensfreiheit. Auch die Barmherzigkeit gegenüber allen Menschen ist der Gemeinde ein Anliegen. Ganz nach dem Motto „Liebe für alle, Hass für Keinen“.

Zum Thema:

Aymadiyya Muslim Jamaat

Die Ahmadiyya Muslim Jamaat wurde 1889 in Indien gegründet. Heutzutage ist die Gemeinde mit mehreren zehn Millionen Mitgliedern in über 200 Ländern vertreten – in Deutschland gibt es mehr als 45 000 Mitglieder. Sie ist bisher die einzige islamische Gemeinschaft mit dem Körperschaftsstatus des öffentlichen Rechts. Weitere Infos auf www.ahmadiyya.de

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