Städte und Gemeinden diskutieren Flüchtlingszuzug mit dem Kreis

„Wir kümmern uns!“

Vertreter der Städte und Gemeinden trafen sich mit Landrat Konrad Püning (vorne rechts) und seinen Mitarbeitern.

Kreis Coesfeld. „Wir kümmern uns!“ Das war der Tenor eines Arbeitstreffens der kreisangehörigen Städte und Gemeinden, zu dem Landrat Konrad Püning in den Großen Sitzungssaal des Kreishauses eingeladen hatte.

Mit Vertretern der Kreisverwaltung und des Schulamtes wurde angeregt über „Kommunale Strategien zum Flüchtlingszuzug in den Kreis Coesfeld“ diskutiert, so der Titel der Veranstaltung.

Der Landrat betonte die Aktualität des Themas: Auch der Kreis Coesfeld sei von stark steigenden Flüchtlingszahlen betroffen. Verschiedene Abteilungen der Kreisverwaltung seien in die Thematik eingebunden: Nicht nur das Ausländeramt, auch das Jugendamt, das Gesundheitsamt, das Schulamt und das Bildungsbüro. „Der Anlass zur Einladung war ein Impuls aus der Bürgermeisterkonferenz, über die Einrichtung eines Kommunalen Integrationszentrums nachzudenken“, berichtete Landrat Püning. Doch diese Initiative des Landes, die 5,5 Stellen vorsieht, sei überzogen für den Kreis Coesfeld, waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig. Man brauche keine Oberkoordinatoren und Oberentscheider, sondern vor Ort Finanzmittel, betonte Coesfelds Bürgermeister Heinz Öhmann.

Hier seien Bund und Land in der Pflicht: Während in anderen Bundesländern 100 Prozent der Kosten übernommen würden, seien es in NRW nur 25 bis 28 Prozent, wurde kritisiert. Zugleich wurde die zentrale Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements betont: Verschiedene Initiativen arbeiteten in diesem herausfordernden Umfeld und könnten von Seiten des Kreises unterstützt werden. Der Kreis stünde mit seinen Behörden zur Verfügung, betonte Püning die Rolle der Kreisverwaltung als Dienstleister für die kreisangehörigen Städte und Gemeinden. Ein intensiver Informations- und Erfahrungsaustausch mit gemeinnützigen und anderen Initiativen solle folgen. Hieran werden sich auch Vertreter von Gemeinden, die „direkt an den Problemen dran“ seien, beteiligen. Dabei könnten auch praktische Dinge – wie etwa die Übersetzung von Informationen zu verschiedenen Themen – gelöst werden. Zudem sollen Konzepte für Beschäftigungsmodelle ausgetauscht werden.

Die Städte und Gemeinden unternehmen alles, um den dringend benötigten, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, was auch mit Um- und Neubauten verbunden sei. Landrat Püning sagte die entsprechende Unterstützung des Bauamtes des Kreises zu. Insgesamt sei eine Willkommenskultur im Kreis Coesfeld zu fördern, wurde mit Blick auf die vielen Krisenregionen in der Welt betont.

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