Automodellrennsportverein RCCC Coesfeld fährt an Deutschlands Spitze

„Wie Formel 1 – nur in Klein“

Die Jugendlichen Jan Sievert aus Dülmen und Maik Wiesweg aus Coesfeld (links) gingen bei der Deutschen Meisterschaft im Automodellrennsport (Klasse 1:8) für den RCCC-Coesfeld an den Start.

Coesfeld/Dülmen. Die Motoren knattern um die Wette, Qualm dringt aus den Auspuffrohren, der Geruch von verbranntem Benzin liegt in der Luft – alles Anzeichen dafür, das jeden Moment ein Autorennen startet: Richtig!

Die Jugendlichen des RCCC-Coesfeld Jan Sievert (Dülmen), Maik Wiesweg (Coesfeld) und Lukas Strothman aus Lengerich sitzen allerdings nicht selbst am Steuer ihrer Boliden, sondern bedienen die Buggys (Modellautos im Maßstab von 1:8) aus kurzer Distanz von einem Hochsitz aus. „Das ist wie Formel 1 – nur in Klein“, bringt es Ralf Sievert, Mitglied des Vereins in Tungerloh Capellen, auf den Punkt. Wenn die PS-Freunde nicht gerade bei der Deutschen Meisterschaft am Start sind, trainieren sie auf dem Capellenring, ihre rund drei hektargroße Heimstrecke auf der Grenze zu Gescher.

„Wir haben die einzige Naturstrecke in ganz Deutschland“, berichtet Maik Wiesweg stolz. Diese ist rund 260 Meter lang und beherbergte in den Jahren 1995 und 2002 die besten Fahrer Deutschlands zur DM in Coesfeld. „Jede Strecke hat ihren eigenen Charakter“, weiß der 18-jährige Deutsche Jugendmeister. Sein japanisches Gefährt „mugen seiki“ gehört zur Weltspitze; „sozusagen der ‚Ferrari‘ im Automodellrennsport.“ Maik Wiesweg fährt seinen Buggy gern mit viel Vortrieb und rutschigem Heck – „mein Auto ist unfahrbar“, grinst er. Im Gegensatz zu den Flachbahnmodellen sind sie mit stark profilierten Reifen und einem Fahrwerk mit größerem Federweg ausgestattet. Auch den Karosserien sieht man aufgrund der weit ausgeschnittenen Radhäuser und der größeren Bodenfreiheit den Geländeeinsatz an. Die Motoren laufen auf bis zu 40 000 Umdrehungen pro Minute. Die Fahrzeuge werden teilweise mit hochwertigen Materialien wie Carbon, hochfestem Aluminium oder Titan ergänzt.

Einen Führerschein brauchen die Fahrer noch nicht, ist es lediglich eine DMC-Lizenz erforderlich. Im Besitz dieser ist auch der 13-jährige Jan Sievert, der schon mit acht Jahren seine ersten Kilometer im Buggy absolviert hatte. „Ich habe gegen die Jungs keine Schnitte mehr“, lacht Ralf Sievert, der bei den Vereinsmeisterschaften selbst die Steuerung noch in die Hand nimmt. Aber allein mit der Steuerung des Gefährts ist es nicht getan. Wie in der Formel 1 kommt es auch auf die Boxenstopps an und vor allem die Zeit, in der die Autos abgefertigt werden. „In der Regel muss man bei einem 30-Minuten-Rennen zweimal an den Tankrüssel. Reine Standzeit sind drei Sekunden“, berichtet der Dülmener Rennfahrer aus seiner Erfahrung. Er erreichte jüngst bei der DM in Schwedt (1. Lauf) und in Welden im Allgäu (2. Lauf) den dritten Platz als Deutscher Juniorenmeister.

„Erstmalig in der Vereinsgeschichte des RCCC-Coesfeld hat ein Jugendlicher in einem Finallauf zur deutschen Meisterschaft erfolgreich teilgenommen, ebenso einmalig ist der Titel Jugendvizemeister des Lengericher Lukas Strothmann“, berichtet Ralf Sievert. Auf Hunderstel Sekunden kommt es auch an diesem Samstag von 15 bis 18 Uhr beim 4. Clubrennen auf dem Vereinsgelände an, wenn rund 20 Fahrer an den Start gehen. Wer also Lust hat, ein Rennen hautnah mitzuerleben oder selbst mal eine Runde auszuprobieren, ist nach Coesfeld eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Internetlink: www.rccc-coesfeld.de

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