Neues Musikangebot für Dudelsackspieler aus Coesfeld und Umgebung

Wenn die schottischen Rhytmen im Münsterland erklingen

Marc Hilkenbach (Nottuln), Stefan Hörsting (Coesfeld)

Coesfeld. Seltsam sieht es aus, das Instrument mit dem merkwürdig geformten Stoffsack und den verschiedenen Pfeifen.

Ein einzelnes Gerät kann bei voller Leistung bis zu 130 Dezibel erreichen - Dudelsack ist eben nichts für sanfte Ohren. Trotzdem begeistert das traditionelle Instrument nicht nur Schotten, Briten und Spanier. Der einzigartige Klang kommt auch im Münsterland gut an. Deshalb sollen die schottischen Rhythmen bald auch hier erklingen. Stefan Hörsting aus Coesfeld und etwa 15 andere Dudelsackspieler stehen in den Startlöchern, um eine eigene Dudelsackgruppe zu gründen.

Neue Gruppe noch im

Anfängerstadium

„Wir sind alle keine Profis, und das, obwohl einige von uns schon seit Jahren spielen“, versichert Stefan Hörsting. Daher sei es vorerst nicht das Ziel der Gruppe, in der Öffentlichkeit aufzutreten. „Uns geht es erst einmal darum, andere Musiker zu treffen und sich untereinander auszutauschen“, so Hörsting. Der Coesfelder spielt seit mehr als zehn Jahren Dudelsack, als Profi würde er sich trotzdem nicht bezeichnen. „Das Erlernen des Dudelsacks ist unglaublich zeitaufwendig und erfordert viel Geduld.“ Zudem ist es gar nicht so einfach, in der Region dauerhafte Kurse zu belegen. „Über einen gelegentlichen Workshop geht das Angebot bei den Musikschulen häufig leider nicht hinaus“, bedauert Hörsting. Schon mehrfach hat er es erlebt, dass in Kisten und Schränken von Privathaushalten die Dudelsäcke geradezu verstauben. „Das Kursangebot ist oft nicht zufriendestellend und das Instrument im Selbststudium zu erlernen ist fast unmöglich.“ Auch deswegen haben er und seine Bekannten die neue Gruppe gegründet. „Wir wollen Anfängern und Interessierten die Möglichkeit bietet, dieses einzigartige Instrument zu erlernen, ohne Leistungsdruck und zeitliche Begrenzung.“ Drei Monate lang hat der Hobbymusiker herumtelefoniert, um mögliche Interessenten zu erreichen und zu ersten Proben einzuladen. Entstanden ist ein bunter Haufen aus etwa 15 Männern und Frauen im Alter von 13 bis 65 Jahren, die mit Hilfe von Dudelsäcken und Trommeln gemeinsam musizieren wollen. „Ich selbst spiele bei der Dorstener Stadtkapelle, andere kommen von den Blauen Husaren aus Coesfeld. Außerdem haben wir auch Leute aus Nottuln, Stadtlohn, Schöppingen und Ochtrum mit dabei“, erklärt Hörsting. Dass gewisse Entfernungen für Dudelsackspieler völlig normal sind, weiß auch Marc Hilkenbach.

Kaum Gleichgesinnte im

näheren Umkreis

Der Nottulner spielt seit sechs Monaten Dudelsack, seine Leidenschaft entwickelte er bei einem Workshop. „Normalerweise fährt man bis zu 100 Kilometer weit, um Gleichgesinnte zu finden, die das ausgefallene Hobby teilen“, weiß er. Hilkenbach stellt schon eine Art Extremum unter den Dudelsackspielern dar, denn er besitzt sogar eine komplette traditionell-schottische Uniform. „Das gehört für mich einfach mit dazu“, schmunzelt er. Warum er an dem neuen Gruppenprojekt teilnimmt? „Auch ich bin am bloßen Lehrbuch gescheitert. Ich brauche einfach ein Zugpferd, das mich immer wieder neu motiviert.“

Vierzehntägige Proben im

Brauhaus Stephanus

Derzeit treffen sich die Musiker alle 14 Tage zu einer gemeinsamen Probe im Hopfenspeicher, dem Obergeschoss vom Brauhaus Stephanus. Zu dem ungewöhnlichen Probenraum kamen die Musiker über einen glücklichen Zufall. „Herr Rulle ist mir bei den diesjährigen Highlandgames über den Weg gelaufen, die von der ‚Society of Friends of Scotland‘ organisiert wurden. Er war begeistert von der Idee einer regionalen Dudelsackgruppe und hat uns den Platz freundlicherweise zur Verfügung gestellt“, erklärt Hörsting.

Für den Mitbegründer der (noch) no-name-Gruppe ist eines besonders wichtig: „Wir wollen nicht mit anderen Vereinen in Coesfeld und Umgebung konkurrieren. Zu uns sollen die kommen, die neben ihrem Stammverein vielleicht noch Lust und Zeit haben, in einer weiteren Gruppe zu musizieren.

Weitere Informationen gibt es bei Stefan Hörsing unter Telefon (02541) 9580241.

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