Steine bemalen und verstecken 

Weltweiter Trend jetzt auch in Coesfeld 

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Kein Stein ist wie der andere. Form und Motivauswahl bieten viel Kreativität und Vielfalt.

Coesfeld. Vorsichtig versieht die neunjährige Korina das selbst gemalte Ying-und-Yang- Zeichen auf dem Stein mit letzten Details. Jetzt nur noch aufpassen, dass die Farbe auf dem Stein ausreichend getrocknet ist und schon kann er sich zu den anderen Steinen gesellen, die nur darauf warten, in der Stadt oder Natur versteckt – und schließlich auch gefunden zu werden. Denn das ist zum Hobby der inzwischen fast 300-köpfigen Facebookgruppe „CoeRocks“ geworden: Bemalen, verstecken und posten.

Für die Coesfelderin Fruzsina Gebrine Vig fing alles Anfang Oktober an. Eine Freundin aus Selm zeigte ihr die selbstbemalten kleinen Kunstwerke aus Stein, die die lokale Gruppe „Selmrocks“ versteckte. Ihr Interesse war geweckt und sie gründete nach kurzer Recherche eine eigene Facebookgruppe. Was sie nicht wusste: Auch Familie Sanchez aus Coesfeld hatte bereits eine solche gegründet. Kurzerhand schlossen sich beide Gruppen zusammen und sind nun fast 300 Mitglieder stark. 

Doch worauf kommt es eigentlich beim Steine bemalen an? Die richtigen Materialien sind das A und O. „Wir sammeln extra Steine, die sich gut zum Bemalen eignen. Flach und glatt sollten sie sein, dann bieten sie besseren Untergrund für schöne Motive“, erklärt Fruzsina Gebrine Vig. „Außerdem müssen die Farben entweder wasserfest sein oder mit Klarlack wetterfest gemacht werden.“ Ihre Tochter Korina zeigt stolz, welche Farben sie am liebsten verwendet: Acrylfarbstifte. Denn bunt müssen die Steine sein – da ist sich Korina sicher. 

Besonders geometrische Muster malt sie gerne. Ihre ganze Familie hat inzwischen das „Steine-Fieber“ gepackt. „Das Bemalen macht einfach Spaß und man kann sich viele verschiedene Motive überlegen“, muntert Vig alle Interessierten auf, auch selbst einmal zu Stift und Co. zu greifen und kreativ tätig zu werden. Inspiration könne das Internet geben. Auch mit positiven Nachrichten wie „Viel Glück“ oder „Du bist super“ versieht die Familie die Steine. Eine schöne Überraschung für den Finder. Denn das Suchen und Finden ist ebenso Reiz des Hobbys. „Der Sonntagsspaziergang macht dann viel mehr Spaß“, so Familienvater Andre Schüttert. 

Auch der Jüngste der Familie, Sohn Max, geht mit seinen drei Jahren schon fleißig mit auf die Suche. Momentan dreht sich natürlich alles rund um Weihnachten. Deswegen zieren schon viele weihnachtliche Motive die steinernen Leinwände. Besonders einen Stein mit Weihnachtswichteln hat Korina ins Herz geschlossen. Versteckt werden sie dennoch, denn möglichst viele sollen von Hand zu Hand wandern. Das heißt auch: Wenn man Steine findet, sollte – wenn möglich – ein Bild auf Facebook gepostet werden und der Stein dann wieder versteckt werden. Fruzsina Gebrine Vig und ihre Familie haben das beherzigt. Bei einer anstehenden Reise nach Ungarn – dem Heimatland von Vig – ist geplant, dort ebenfalls einige bemalten Steine zu verstecken. Und wer weiß, vielleicht wird dann ein weiteres Land von dem „Steine-Fieber“ infiziert.

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