Mittlerweile in 18 Sprachen erhältlich

„Das Wackelzahnbuch“  aus dem Kreis Coesfeld:  In diesen Sprachen wurde es übersetzt

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Geschrieben hat „Das Wackelzahnbuch“ vor 20 Jahren Iwona Ortseifen. Als Prophylaxepädagogin des Arbeitskreises Zahngesundheit der gesetzlichen Krankenversicherungen und der Zahnärztevereinigung ist die Buldernerin mit ihren Kolleginnen im ganzen Kreis Coesfeld in Kindergärten und Grundschulen unterwegs.

Kreis Coesfeld. Verschenkt wird es zur Geburt, zur Einschulung oder zur Erstkommunion, aber auch zu Examensfeiern von Zahnmedizinern und bei Eröffnungen von Zahnarztpraxen: „Das Wackelzahnbuch“, das Iwona Ortseifen – damals noch Iwona Radünz – vom Arbeitskreis Zahngesundheit im Kreis Coesfeld geschrieben hat, blickt 20 Jahre nach dem Ersterscheinen im Druck auf eine ungebremste Erfolgsgeschichte – mittlerweile erlebt es in Deutschland die 21. Druckauflage. Inzwischen ist es sogar in 17 weiteren Sprachen erschienen.

Neben der deutschen Fassung sind inzwischen Fassungen in den Sprachen Bulgarisch, Chinesisch, Dänisch, Estnisch, Färöisch, Hebräisch, Isländisch, Griechisch, Koreanisch, Kroatisch, Litauisch, Niederländisch, Polnisch, Russisch, Serbisch, Slowenisch und Tschechisch erschienen, und von jeder Fassung erhält Iwona Ortseifen jeweils ein Exemplar. „Ich bin schon ein bisschen stolz darauf“, gesteht die 53-jährige Buldernerin, die zuvor ab ihrem 15. Lebensjahr in Dülmen gelebt hatte. „Ich hätte auch nie gedacht, dass ich mit dem Buch so eine Marktlücke füllen würde.“

Die Ursprungsversion des Buchs war nämlich ein von ihr selbst illustriertes Werk im DIN-A4-Format. „Mein Sohn Timo war mit fünf Jahren im Kindergarten vom Klettergerüst gefallen und schlug sich dabei drei Schneidezähne aus – ein Jahr, bevor die Milchzähne von der Natur aus anfangen, den bleibenden Zähnen Platz zu machen“, so Iwona Ortseifen, die mit Zeichnungen und textlichen Darstellungen ihrem Sohn zeigen wollte, was und warum sich ganz automatisch bald schon ohnehin an seinem Gebiss ändern würde. Die Sachverhalte selber und wie man sie kindgerecht vermittelt waren ihr als gelernte Zahnarzthelferin geläufig – sie brachte es für ihren Sohn und auch für Tochter Lena zu Papier.

Die erste Druckfassung vom „Wackelzahnbuch“ (großes Bild links, linkes kleines Bild links) zeigte Fotos von Timo und Lena Radünz (rechtes kleines Bild), denen Iwona Ortseifen das Buch widmete. Die Fotos ihrer beiden Kinder sind in der erneuerten Druckfassung nicht mehr zu finden, dafür aber Zeichnungen, die Babys verschiedenster Hautfarbe zeigen. Ab da trat das Buch die Reise um die Welt an.


Zwei Jahre, nachdem er es bekommen hatte, zeigte Timo das handgemachte Unikat einer Freundin. „Auch deren Eltern – beide Lehrer – sahen es, waren begeistert und sagten, dass das unbedingt als Buch auf den Markt muss“, erinnert sich Iwona Ortseifen, die mittlerweile seit 23 Jahren als Prophylaxepädagogin im Arbeitskreis Zahngesundheit der gesetzlichen Krankenkassen und der Zahnärztevereinigung im Kreis Coesfeld tätig ist und in Kindergärten und Grundschulen im ganzen Kreis Coesfeld Kindern Zahnpflege näher bringt.

Beim Coppenrath-Verlag in Münster erschien dann 1999 die erste Druckfassung. „Thomas Röhner hatte meine Zeichnungen professioneller und weicher neu gemalt; das machte das Buch noch kindgerechter“, so Iwona Ortseifen, die gegen das Verlagsargument „das wird zu teuer!“ darauf bestand, dass dem Buch eine kleine Blechdose in Zahnform beigegeben wird, in der die Kinder ihre Milchzähne sammeln können. „Als der Verlag dem Handel das neue Buch im Prospekt vorstellte, war die Resonanz so positiv, dass die erste Auflage von 3000 auf 10000 Exemplare erhöht wurde. Noch heute sagt die Lektorin des Verlags zu mir: ,Gut, dass Sie auf die Blechdose in Zahnform bestanden haben.’“

Mit einer Lasche lassen sich die Zähne vom Kind in den Mund der Mutter ziehen.


Abdeckungen zum Wegklappen, drehbare Scheiben und noch manch eine Spezialität mehr machten das aktuell 13 Euro kostende Buch von Anfang an zu einem Aufklärungswerk, mit dem sich Kinder immer wieder gern befassen.

Weil Kinder in aller Welt das Phänomen „Zahnwechsel“ betrifft, regte Iwona Ortseifen an, dass anstelle einer Zeichnung, die ein einziges Baby zeigt, eine Zeichnung eingearbeitet wird, auf der mehrere Babys verschiedenster Hautfarben zu sehen sind. Außerdem wurde unter anderem der Bekleidungsstil akutalisiert. „Diese umgestaltete Neuausgabe erschien 2007, und ab da startete die Übersetzung in andere Sprachen und entstanden Lizenzausgaben in anderen Verlagen und Ländern“, schildert Iwona Ortseifen.

Die erste Druckfassung vom „Wackelzahnbuch“  zeigte Fotos von Timo und Lena Radünz


Nicht bei allen Ausgaben ist besagte Blechdose mit dabei. „In Ländern mit speziellem Kaufverhalten und wo Milchzähne nicht gesammelt werden gibt es das Buch ohne Blechdöschen“, so Iwona Ortseifen.

Das sind Timo und Lena Radünz, denen Iwona Ortseifen das Buch widmete.


Und es gibt auch noch andere Unterschiede: „Bei der chinesischen Ausgabe sind Zähne auf der Titelseite zu sehen – die sonst üblichen beiden Kinder sahen wohl nicht chinesisch genug aus“, so Iwona Ortseifen, die sich über den Erfolg ihres Buches freut: „Das ist ein schönes Taschengeld.“

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