Gertrud Quiel wirkt ehrenamtlich (nicht nur) beim „Möbelladen“ mit

Vielseitig engagiert

Gertrud Quiel aus Lette ist nicht nur im Möbelladen der Coesfelder Pfarrgemeinden helfend im Einsatz, sondern darüber hinaus noch an vielen anderen Stellen ehrenamtlich aktiv: Acht Jahre lang amtierte sie als Schriftführerin des Heimatvereins Lette, dem sie seit nunmehr 25 Jahren angehört und wo sie jetzt Beisitzerin ist. Auch Führungen durch das Heimatmuseum im Heimathaus Lette macht die 59-Jährige im Wechsel und nach Absprache mit Heinz Vollenbröker. Darüber hinaus ist die verheiratete Mutter von vier Kindern Ansprechpartnerin für die fünfköpfige Trachtengruppe des Heimatvereins, mit der sie mehrmals im Jahr präsentativ auftritt. Die frühere Bauzeichnerin ist außerdem von Zeit zu Zeit im Anna-Katharinen-Stift als Begleiterin für ein bis zwei Personen tätig. Hin und wieder spielt sie zur Entspannung das „Ave Maria“ zuhause auf ihrer Orgel. Das Team des Möbelladens (hier im Bild von links: Clemens Böckmann, Bruder Christian, Gertrud Quiel, Anton Jeling, Ulla Decker, Andre Kerkeling und Werner Krisch) sucht übrigens noch weitere Mitstreiter.

Lette/Coesfeld. Gerade zieht Bruder Christian vom Kloster Damme das Teilstück eines Spiegelschranks aus dem Klein-Lkw.

Der neue Helfer, seit September beim Möbelladen der Coesfelder Pfarrgemeiden mit dabei, begutachtet dann die bereits ausgeräumten Schrankteile mit Gertrud Quiel, die sich mit der Qualität sehr zufrieden zeigt. Eben noch hatte sie an diesem Donnerstagmorgen im Oktober eine kurze Lagebesprechung mit den anwesenden Mitarbeitern geführt. Sie ist eine der 42 Ehrenamtlichen und drei Plus-Jobber, wobei Ehemann Michael Quiel einer der vier Teamleiter ist. Und das ist längst nicht alles. Auch beim Heimatverein Lette, in der drotigen Trachtengruppe sowie als Begleiterin auf der Karthaus engagiert sich Gertrud Quiel ehrenamtlich.

„Auf meiner Geburtstagsfeier vor vier Jahren wurde die Idee zu einem Möbelladen zusammen mit Anne und Ewald Sandscheiper diskutiert. Wir sprachen darüber, dass ausrangierte Möbel auf den Sperrmüll gehen, andererseits die Bedürftigkeit immer mehr zunimmt“, erklärt die Letteranerin. „Die Idee haben Anne und Ewald Sandscheiper dann federführend umgesetzt.“ Ein Jahr lang dauerte die Suche nach einer Halle. Gertrud Quiel ist donnerstags von 9 bis 13 Uhr und einmal monatlich freitags nachmittags und samstags vormittags dort aktiv. „Die Pfarrgemeinde St. Johannes Lette ist Träger, mit im Boot sind die Pfarrgemeinden St. Lamberti und Anna-Katharina, begleitet von der Caritas.“

Doch damit ist das ehrenamtliche Engagement der gelernten Bauzeichnerin aus Lette, die noch zehn Jahre nach ihrer Ausbildung beim damaligen Landschaftsverband Westfalen-Lippe, unter anderem beim Landesstraßenbauamt Coesfeld, gearbeitet hat und sich dann der Familie widmete, noch längst nicht erschöpft: Seit 25 Jahren gehört sie dem Heimat- und Verkehrsverein Lette an. „Ich war acht Jahre Schriftführerin im Vorstand und bin jetzt im Beirat. Im Wechsel und nach Absprache mache ich mit Heinz Vollenbröker Führungen durch das Heimatmuseum Lette.“ Dazu kommen auch Gruppen von außerhalb, manchmal auch Schulklassen. Regelmäßig ist das Museum an jedem ersten Sonntag im Monat von 15 bis 17 Uhr geöffnet.

Ein weiteres Betätigungsfeld für Gertrud Quiel ist die fünfköpfige Trachtengruppe innerhalb des Heimatvereins Lette, wo sie auch als Ansprechpartnerin fungiert. Dabei erfreuen die in historisch schwarzen Kleidern auftretenden Damen mehrmals im Jahr die Besucher bei verschiedenen Festen, so beispielsweise beim jährlich stattfindenden Kartoffelmarkt in Lette, wo die 59-Jährige seit Jahren die Cafeteria des Heimatvereins organisiert.

„Da meine Kinder jetzt erwachsen sind, habe ich mehr Zeit, mich diesen ehrenamtlichen Aufgaben zu widmen.“

GERTRUD QUIEL

„Kürzlich hatte Frau Eckert-Richen, die Vorsitzende des Heimatvereins Coesfeld, zum 90-jährigen Bestehen ihres Vereins den Vorstand unseres Heimatvereins eingeladen. Wir ‚Sonntagsfrauen’ sind als ‚schmückendes Beiwerk’ mitgefahren.“ Sonntagsfrauen heißen sie deshalb, weil früher die verheirateten Frauen am Sonntag diese schwarzen Trachtenkleider mit den beige-goldenen Hauben mit rosafarbenen oder hellen Bändern zum Kirchgang getragen haben. „Auch bei der Generalversammlung unseres Heimatvereins zeigen wir unsere Kleidung.“ 

Acht Jahre erhielt Gertrud Quiel früher Orgelunterricht. „Mein Kindheitstraum war, das ‚Ave Maria’ spielen zu können. Seit zehn Jahren spiele ich jedoch nur noch gelegentlich, um einige Lieder nicht zu verlernen.“ 

Ehrenamtlich ist die vierfache Mutter noch auf der Karthaus im Anna-Katharinen-Stift als Begleiterin für ein bis zwei Personen von Zeit zu Zeit tätig. „Da meine Kinder jetzt erwachsen sind, habe ich mehr Zeit, mich diesen ehrenamtlichen Aufgaben zu widmen.“

So ist sie auch weiterhin für ihren Möbelladen im Einsatz, der freitags von 15 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr im Lübbesmeyerweg 5 geöffnet ist. „Wir suchen noch Helfer und vor allem Fahrer“, lädt Getrud Quiel zum Mitmachen ein. 

Zum Thema:

Heimatmuseum Lette: Der Eintritt kostet 1 Euro, mit Führung 1,50 Euro. Kinder zahlen 50 Cent. Voranmeldungen für die Führungen sind bei Gertrud Quiel, Tel. (02546) 7390, und Heinz Vollenbröker, Tel. (02546) 7048, möglich.

Möbelladen: Wer sich hier ehrenamtlich engagieren möchte, erhält Informationen bei Geschäftsführerin Anne Sandscheiper, Tel. (02546) 7943, bei Gertrud Quiel, Tel. (02546) 7390, oder beim Möbelladen, Tel. (02541) 8449010 (auch Anrufbeantworter). Der Möbelladen ist noch bis zum 20. Dezember geöffnet, nach der Weihnachtspause geht es ab dem 16. Januar 2015 weiter.

SL-Ausgabe vom 12.11.2014

​Von Reinhold Kübber

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