Verdienstplakette für Marianne Pink

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Heinz Öhmann überreicht Marianne Pink die Plakette der Stadt Coesfeld für hervorragende Dienste. Marianne Pink dankt besonders ihrer Familie und ihren Freunden.

Coesfeld. Am gestrigen Dienstag erhielt Marianne Pink von Coesfelds Bürgermeister Heinz Öhmann die Plakette für hervorragende Verdienste. 

Jahrelang verteilte Marianne Pink Pakete für Menschen in Not. Zusammen mit weiteren Helferinnen und Helfern sammelte sie Lebensmittel, Kleidung, Spielzeug und Bücher für Hilfsbedürftige, besonders aus Osteuropa. Am Dienstag erhielt nun auch Marianne Pink selber ein kleines Päckchen – darin die Plakette der Stadt Coesfeld für hervorragende Dienste. Bürgermeister Heinz Öhmann überreichte ihr im Stadtschloss Coesfeld die Auszeichnung als „Dankeschön und Anerkennung für die segensreiche Arbeit und das unermüdliche Engagement“.

Im Jahr 1983, also vor 34 Jahren, kam Marianne Pink die Idee für den Verein „Die Polenhilfe“. Damals war in Polen das Kriegsrecht ausgebrochen, und für Marianne Pink war klar, dass sie helfen musste. Es entstand ein Team gleichgesinnter Frauen und Männer, das Spenden sammelte und die Coesfelder dazu aufrief, Hilfspakete für Notleidende in Polen zu packen. Es engagierten sich nicht nur die Bürger selbst, sondern auch Coesfelder Unternehmen und die Bundeswehr, die ihre Lkw zur Verfügung stellten und beim Transport halfen. Auch in den Empfängerländern wurde ein Netzwerk aus Helfern aufgebaut, die die Verteilung der unzähligen Pakete übernahmen. Aufgrund der riesigen Spendenbereitschaft der Bevölkerung und des starken Einsatzes des Teams um Marianne Pink konnten die Tätigkeiten ausgedehnt werden. 

So konnte sich die Polenhilfe auch Hilfsprojekten in anderen osteuropäischen Ländern anschließen. Die Mitglieder der Organisation halfen außerdem spontan, zum Beispiel den Opfern der Erdbeben- und Hochwasserkatastrophe in Asien im Jahr 2004. Um mehr Einnahmen für alle Hilfsbedürftigen zu bekommen, organisierte Marianne Pink neben den Spendenaktionen außerdem Flohmärkte und Veranstaltungen wie „Coesfelds größtes Café“ in der Bürgerhalle, wodurch hunderte Kuchen für den guten Zweck verkauft werden konnten. Später wurde die Polenhilfe zum Verein „Das Tor für Menschen in Not“. 

Dieser Organisation schlossen sich besonders viele Schüler aus Coesfeld an, die gemeinsam Spielzeug für Straßenkinder aus Rumänien sammelten. Oft waren die Pakete aus Deutschland das Einzige, was die Kinder aus Osteuropa zu Weihnachten geschenkt bekamen. Auch wenn der Verein vor einigen Wochen nach über 30 Jahren aufgelöst wurde, helfen Marianne Pink und einige andere Ehrenamtliche trotzdem weiter. Mit Spenden aus Vereinsvermögen unterstützen sie hilfsbedürftige Menschen aus Coesfeld und andere Vereine wie etwa die Kinderkrebshilfe Münster. Sie ermöglichten zudem einem Waisenhaus in Uganda den Bau eines Brunnens. 

„Es ist toll, auf so eine schöne Zeit zurückzublicken, in der ich viel erlebt und auch viel erreicht habe. Mir hat die Arbeit Spaß gemacht und ich freue mich, tausenden Menschen geholfen und eine Freude bereitet zu haben“, betonte Marianne Pink bei der Übergabe der Plakette. Heinz Öhmann: „Unsere Dankbarkeit und die Dankbarkeit der vielen Menschen, die sie beschenkt haben, soll ihr Leben reich machen.“ Marianne Pink gab den Dank weiter an die Menschen, die sie während ihrer Zeit bei der Polenhilfe und dem Folgeverein „Das Tor für Menschen in Not“ begleitet haben: „Ich danke besonders meiner Familie, meinem Mann, meiner besten Freundin und all den weiteren Helfern, die mich über die Jahre hinweg unterstützt haben und ohne die unsere Aktionen nicht möglich gewesen wären.“ 

Die Tätigkeit habe zwar viel Zeit und Energie gekostet. „Aber jetzt werde ich ganz sicher alles nachholen, wozu ich in den letzten 30 Jahren vielleicht manchmal nicht genug Zeit übrig hatte“, lacht Marianne Pink.

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