Begleiter sitzt in Haft. Polizei gibt Präventionshinweise

UPDATE: Kontaktaufnahme zu 46-Jährigem im Internet

Coesfeld. Die seit dem 24.12.2014 vermisste 15-jährige Johanna Elfering aus Coesfeld konnte am Mittwochmorgen im Rahmen eines gezielten Einsatzes durch Beamte der Kriminalpolizei Coesfeld in einer Kleingartenanlage in Gelsenkirchen aufgegriffen werden.

Die umfangreichen Ermittlungen der vergangenen Wochen hatten immer wieder Hinweise darauf erbracht, dass  sich Johanna in Begleitung eines 46-jährigen Mannes im Ruhrgebiet aufhalten könnte. Zudem gab es Hinweise, dass sich der Begleiter im Bereich eines Flohmarktes in Gelsenkirchen aufhalten könnte. Heute morgen wurde der 46-jährige Mann, der derzeit ohne festen Wohnsitz ist, tatsächlich auf einem Parkplatz am Flohmarkt in Gelsenkirchen an der Trabrennbahn, Nienhauser Straße, gesehen. Der Mann saß in einem PKW und sollte kontrolliert werden. Bevor die Coesfelder Ermittler den Mann ansprechen konnten, fuhr er mit seinem Auto davon. Im Rahmen der Fahndung konnte das Fahrzeug nach kurzer Verfolgungsfahrt in Gelsenkirchen auf einem Tankstellengelände an der Grothusstraße gestoppt werden. Der 46-jährige wurde festgenommen, er nannte den Ermittlern den Aufenthaltsort von Johanna. Diese konnte tatsächlich kurze Zeit später in einer Kleingartenanlage an der Harthorststraße unverletzt angetroffen werden. Sie wurde ebenso wie der 46-jährige Mann der Polizeiwache in Coesfeld zugeführt, hier laufen derzeit erste Befragungen von Johanna bzw. Vernehmungen ihres Begleiters. Der mitgeführte PKW wurde sichergestellt, die Ermittlungen zur Herkunft des Fahrzeuges dauern an. "Wir sind froh, Johanna wohlbehalten aufgreifen zu können", so Kriminaloberrat Bernd Loeffler, Leiter der Direktion Kriminalität, in einer ersten kurzen Stellungnahme. Intensivste Ermittlungen und zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung führten letztlich zum Einsatzerfolg. --

UPDATE von Donnerstag, 29.1.:

--Der 46-jähriger Begleiter von Johanna sitzt in Haft. Ermittlungen dauern an. Präventionshinweise der Polizei

Gemeinsame Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Essen und der Polizei Coesfeld:

Nach der Festnahme eines 46-jährigen Mannes gestern Morgen in Gelsenkirchen, der ohne festen Wohnsitz ist, wurde ihm durch das Amtsgericht Coesfeld ein  Sicherungshaftbefehl des Landgerichts Essen verkündet. Er war im Oktober 2014 u.a. wegen Eigentumsdelikten zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren mit Strafaussetzung zur Bewährung verurteilt worden, mit deren Widerruf er jetzt zu rechnen hat. Der Mann ging anschließend direkt in Haft.

Bei der Festnahme in Gelsenkirchen war Johannas Begleiter zuvor mit seinem Pkw, in dem er allein unterwegs war, auf einen Polizeibeamten in bürgerlicher Kleidung zugefahren, der zuvor deutliche Anhaltesignale gegeben hatte. Der Polizeibeamte konnte sich nur durch einen Sprung auf die Seite in Sicherheit bringen. Bei der

anschließenden kurzen Flucht beging der 46-jährige zudem zahlreiche Verkehrsverstöße. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, welches derzeit beim Polizeipräsidium Gelsenkirchen bearbeitet wird.

Nach einer ersten Vernehmung macht der Mann keine weitere Aussage mehr, er lässt sich anwaltlich vertreten. Die Herkunft seines mitgeführten Pkw ist weiterhin ungeklärt. Die am Fahrzeug angebrachten Kennzeichen sind hingegen im November 2014 in Dülmen entwendet worden. Bei der Festnahme auf einem Tankstellengelände  befanden sich 2 Fahrräder im Auto, die nach jetzigem Ermittlungsstand offensichtlich auf dem Trödelmarkt in Gelsenkirchen verkauft werden sollten. Woher die Fahrräder stammen und wie in den vergangenen Wochen der Lebensunterhalt bestritten

wurde, ist weiterhin ungeklärt, die Ermittlungen dauern an.

Ein Anfangsverdacht wegen des sexuellen Missbrauchs einer Jugendlichen hat sich nach der ersten Anhörung von Johanna nicht bestätigt. Johanna befindet sich inzwischen wieder bei ihrer Familie. Es konnte festgestellt werden, dass der 46-jährigen Mann mit Johanna über das Internet in einem Kontaktportal kommunizierte.

Hierzu gibt die Coesfelder Kriminalpolizei folgende Präventionshinweise:

Kinder müssen lernen, sicherheitsbewusst mit Chat-Angeboten umzugehen Eltern sollten gemeinsam mit Ihrem Kind geeignete Internetangebote aussuchen und erklären, dass nicht jeder Chat-Freund auch der ist, der er vorgibt zu sein Vereinbarung von Sicherheitsregeln wie:

- Kinder sollten nicht in Chats für Erwachsene gehen

- Ein guter Nickname verrät nichts persönliches

- Keine persönlichen Informationen, nie Kontaktdaten wie den kompletten Namen, Wohnadresse, Schuladresse und Handynummer im Netz veröffentlichen

- Keine Fotos veröffentlichen, auf denen man gleich zu erkennen ist, kein Versand von  freizügigen Fotos an Freunde

- Kein Treffen mit Internetbekanntschaften, ohne vorher mit den Eltern zu reden

- Kein Verbleib in Chatrooms, in denen über Dinge gesprochen wird, die einem seltsam vorkommen

- Haben Sie ein offenes Ohr für Online-Probleme, denn problematische Inhalte können Kinder überfordern Erkundigen Sie sich nach den Freunden im Netz und zeigen Interesse Seien Sie Vorbild und helfen Ihren Kindern bei der Internetnutzung

Weitere Informationen zum Thema sind zu finden unter www.polizei-beratung.de , www.missbrauch-verhindern.de und www.klicksafe.de.

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