Besuch vom Institut für Therapie- und Behindertenbegleithunde in Lette

Tierischer Unterricht in der OGS

Im Laufduell Mensch gegen den Azubi-Hund behielt der Grundschüler Marcel knapp die Nase vorn.

Lette. „Sieh mal, die sind ja fast genauso groß wie ich“, stellt Ricardo mit großen Augen fest, als die Vierbeiner des Coesfelder Instituts für Therapie- und Behindertenbegleithundeteams, das unter der Leitung von Ruthild Kickhäfer steht, in der Kardinal-von-Galen-Grundschule in Lette im Rahmen der Offenen Ganztagsschule (OGS) eintreffen.

„Wir besuchen derzeit mehrere Schulen, da es Teil der neunmonatigen Ausbildung unserer Hunde ist, den Umgang mit Kindern zu lernen“, begründet Ruthild Kickhäfer, die vor zwei Jahren nach Coesfeld zog und dort das Institut aufbaute, den Besuch. Seitdem kommen aus dem überregionalen Umkreis Hundebesitzer zu ihr, die ihre Vierbeiner zu Therapie- oder Behindertenbegleithunden ausbilden lassen. Die Krankenschwester Ines Leonhard ist beispielsweise auch mit ihrem auszubildenden Labrador in die Grundschule gekommen, da sie nach der Ausbildung der Hündin mit ihr im Krankenhaus arbeiten will, um den dortigen Patienten eine Freude zu bereiten.

Aber nicht nur die Hunde lernen am heutigen Tag etwas dazu, sondern auch die Schüler. So zeigt sich auch die Leiterin der OGS, Eva-Maria Kewitz, begeistert von dem tierischen Besuch: „Für uns ist es das erste Mal, dass die Kinder eine solche Begegnung machen können und ich habe mich daher sehr über die Anfrage gefreut. Gerade die Arbeit mit den ruhigen Therapiehunden ist eine gute Möglichkeit, bei der einige Kinder spielerisch ihre Angst vor den großen Tieren überwinden können.“

Das wird gleich zu Anfang bewiesen, denn in der Vorstellungsrunde wird jedes Kind neugierig von einem der Hunde beschnuppert. Einige der Schüler sind noch etwas schüchtern, wie auch Pia: „Ich habe ein wenig Angst vor ihnen, weil die Tiere so groß sind.“ Nach kurzer Zeit gewinnt sie jedoch Vertrauen und reicht dem Vierbeiner mithilfe von Ruthild Kickhäfer sogar einige Leckereien.

Nach der Kennenlern-Runde folgt noch ein Wettrennen der Kinder mit einem der Hunde, bei der sich Vivien und Diara als Gewinnerinnen herausstellen. Zur Belohnung reicht der Labrador beiden gekonnt die Pfote, woraufhin ein lautes Lachen der Kinder den Klassenraum erhellt. Unter den begeisterten Grundschülern ist auch die 11-jährige Lisa-Marie, die über das Können der Vierbeiner staunt: „Wir haben zu Hause auch einen Hund, aber diese Hunde sind besonders toll, denn sie können so gut gehorchen.“ Zum Schluss werden die auszubildenden Tiere von den Schülern durch einen Tunnel gelotst, wobei Ines Leonhard den Kinder erklärt: „Ihr müsst ruhig sein, denn die Hunde sind genauso aufgeregt wie ihr.“ Festgehalten werden die Aktionen mit einer Kamera, damit die Hundebesitzer das Verhalten ihrer Vierbeiner bei den unterschiedlichen Aufgaben in Seminaren, die einmal im Monat im Coesfelder Institut stattfinden und bei denen neben praktischen auch viele theoretische Kenntnisse vermittelt werden, analysieren können. Am Ende des Nachmittags ist ein voller Erfolg auf beiden Seiten zu sehen, denn Ruthild Kickhäfer stellt heraus: „Wir bilden so Mensch und Tier als Team aus, während die Kinder gleichzeitig das richtige Sozialverhalten lernen, denn ein Hund zeigt sich dem Menschen gegenüber immer wertfrei.“

Daher hofft auch die Schulleiterin auf weitere Zusammenarbeit: „Vermutlich werden wir hieraus ein Projekt entwickeln, damit ein größerer Lernerfolg erzielt werden kann.“ So endet der Tag für mit einer tierischen Erfahrung, bei der viele der Schüler ihre Berührungsängste überwinden konnten und auch die Hunde gut auf die anstehende Prüfung im März vorbereitet wurden.

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