Tausende Besucher bei Coesfelder Kulturnacht

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Groß und Klein beobachten gespannt die zahlreichen Auftritte der Tanzabteilung der SG Coesfeld auf der Marktbühne.

Coesfeld. Plötzlich stockt die Menschenmenge in der Schüppenstraße. Viele bleiben stehen, legen ihren Kopf in den Nacken, gucken nach oben. „Was ist denn hier los?“, fragen einige verwunderte Passanten.

Dann ertönt Musik und farbige Lichter beleuchten die Fenster der Schülerhilfe im ersten Geschoss. Hinter den Fensterscheiben stehen die Tänzerinnen der Black Jewels und führen ihre beeindruckende Choreografie „Zauberhafte Schatten“ auf. Und werden dafür mit großem Applaus der Zuschauermenge belohnt. „Wie können die so tanzen?“, fragt ein kleiner Junge begeistert. Und: „Wie gut, dass die Fenster geschlossen sind“, bemerkt ein Mann. 

Tanzen vor Fenstern in der Schülerhilfe, eine historische Hochzeitsgesellschaft bewacht von einem preußischen General und Samba-Rhythmen von Bateria de CoeCoe mitten in der Fußgängerzone – so etwas gibt es nur in der Kulturnacht. Die Innenstadt ist voll wie nie zuvor. Gleich auf zwei Bühnen, eine auf dem Marktplatz, eine an der St.-Jakobi-Kirche, treten pausenlos Tanzgruppen auf. An jeder Straßenecke steht mindestens eine Musikgruppe oder ein Chor und die Coesfelder Geschäfte werden, gefüllt mit Kunstwerken von Fotografie über Zeichnungen und Malereien bis zu Skulpturen zu wahren Museen. 

Letztes Mal im Brunnen, diesmal hinter den Fenstern der Schülerhilfe. Die Black Jewels tanzen gerne an ungewöhnlichen Orten.

Man weiß gar nicht, was man sich zu erst angucken soll. Die Nepo-Bands, den Gospelchor Joyful Singers oder die Tänze des Tanz-Centrums? Oder doch lieber eine türkische Pizza und andere Spezialitäten der orientalischen Schlemmertafel des türkischen Kulturvereins probieren? Bei dieser Vielzahl an Attraktionen ist für jeden etwas dabei. 

Toll in Szene gesetzt war die Bühne auf der Umflut (hier mit der Gruppe Monday Night Jazz).

Wer es lieber ruhiger und romantischer mag, der ist am Jakobiwall richtig. Lichterketten und Illuminationen setzen die Umflut toll in Szene. Von der Promenade aus kann man der Musik von Georg Hallekamp und Doris Stenneken lauschen oder an der Feuerschale am Umflut-Ufer beim Stockbrot machen den Geschichten und Liedern der Pfadfinder zuhören. 

„Grandios“, so lautet das Fazit von André Terwey, der auf dem Marktplatz Figuren und Haken schmiedet. „Was Coesfeld heute geboten bekommt, ist ein Traum. Besonders wenn man bedenkt, dass alles ehrenamtlich ist.“ 

Und auch Rita Gehlmann, Tanja Gerding und Martina Breuer sind begeistert über das „vielfältige Programm“. „Besonders gut hat uns die Promenade gefallen“, sagt Gerding. Der Vorschlag der drei aus Goxel: „Wie wäre es, wenn der nächste Weihnachtsmarkt dort stattfinden würde?“ 

Brachten die Besucher mit ihren Samba-Rhythmen zum Tanzen: Bateria de CoeCoe.

Schade nur, dass die Kulturnacht so schnell vergangenen ist. Doch die Vorfreude ist auch schon wieder da: auf die nächste Kulturnacht in drei Jahren.

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