Daniela Pöpping vom Bunten Kreis sieht Maßnahmen als notwendig an

„Das System muss laufen“

Familie Pöpping hat sich gut gerüstet, um die nächste Woche zu meistern.

Coesfeld. Als wäre es gestern gewesen, als Daniela Pöpping ihre erste Laienpredigt in der Jakobikirche in Coesfeld hielt. „Sie war sehr gut besucht“, sagt die Kinderkrankenschwester, Mutter und Hausfrau. Das war am 10. März. Heute, eine Woche später, wäre diese Veranstaltung in der Reihe Laienpredigten in der Fastenzeit nicht mehr denkbar gewesen. Das soziale Leben ist zum Stillstand gekommen. Für viele Familien war die Nachricht am Freitag eine Hiobsbotschaft, dass alle Schulen und Kitas ab diesem Montag wegen der Corona-Pandemie geschlossen bleiben. „Zum Glück kann ich zu Hause bleiben“, so Daniela Pöpping, die in Teilzeit als Kinderkrankenschwester in den Christophorus-Kliniken arbeitet.

Dass sie jetzt zu Hause bleiben kann, verdankt sie dem Umstand, dass ihr Mann sich zurzeit in der Reha befindet. Aus dem Bekanntenkreis weiß sie, dass in diesen außergewöhnlichen Zeiten die Nachbarschaftshilfe groß geschrieben wird. „Teilweise wurden die Großeltern ins Boot geholt“, informiert Pöpping. Die 39-jährige Coesfelderin weiß, dass dies nicht die ideale Lösung, weil gerade ältere Personen als gefährdet gelten. Manchmal sei es jedoch nicht anders möglich. „Viele meiner Bekannten können von zu Hause arbeiten. Die Arbeitgeber sind kulant“, so Pöpping. Für die Gesellschaft sei die derzeitige Situation eine riesige Herausforderung.

„Die Maßnahmen machen Sinn. Viele unterschätzen sie“, so Pöpping, die sich persönlich darauf eingestellt hat, dass die Schließung mehr als fünf Wochen dauert. Daher hat sie vorgesorgt. Am Samstag ist sie mit ihren vier Kindern im Alter von sechs bis 13 Jahren in die Bücherei gegangen. Dort haben sie sich jede Menge Bücher ausgeliehen. Einen Plan hat sich Daniela Pöpping auch gemacht. Struktur sei wichtig. „Verabredungen sind eingedämmt“, betont Pöpping. Am Sonntag ist sie mit ihrer Familie im Wald gewesen. Anschließend haben alle Stockbrot gemacht. Die extreme Zeit sieht Pöpping auch als Chance zusammenzurücken. Gesellschaftsspiele und Co. kommen wieder. „Das System muss laufen“, so die Mutter, die für den Bunten Kreis Münsterland auch in der Familiennachsorge tätig ist.

Apropos Bunter Kreis Münsterland: „Wir halten den Betrieb aufrecht“, so Jörg Kortmann, der Sprecher des Bunten Kreises, auf Anfrage der Streiflichter. So wurde am Montag im Team besprochen, dass die Familiennachsorge ab sofort in der Regel telefonisch erfolgt. „In Härtefällen kann es anders aussehen. Wir schauen uns die Einzelfallsituation an“, so Kortmann. Seit Anfang der vergangenen Woche wurden Gespräche mit Blick auf die Corona-Pandemie geführt. So stünde der Verein in engem Kontakt zu den Christophorus-Kliniken.

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