Familie Rahmann hält fünf Kängurus auf ihrem Hof

Ein Stück Australien mitten in Coesfeld

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Marion Rahmann füttert eines der Wallabys mit einem speziellen Känguru-Futter.

Coesfeld. Ihre Artgenossen in Australien haben zur Zeit mit den extremen Wetterbedingungen zu kämpfen, während es für die fünf Kängurus auf dem Hof Rahmann in Coesfeld deutlich entspannter zugeht. Munter hüpfen die fünf Tiere durch das weitläufige Außengelände, lassen sich von dem Regen nicht beeindrucken. Seit über fünf Jahren leben die Wallabys – eine kleinere Känguru-Art – in einem Gehege der Familie Rahmann.

Niedlich sehen die Tiere schon aus. Mit Streichel- oder Haustieren dürfe man sie dennoch nicht verwechseln, gibt Andreas Rahmann zu bedenken: „Die Wallabys sind scheu und haben einen ausgeprägten Fluchtinstinkt. Auf den Arm kann man sie nicht nehmen –und sollte man auch nicht, denn die Krallen sind recht scharf.“ Ein Stadttier ist das Känguru nicht – es braucht viel Platz. Damit die Kängurus sich auch in Coesfeld in einem artgerechten Gehege wohlfühlen, galt es für das Ehepaar einiges zu bedenken. So sollten die springenden Tiere zum einen genug Auslauf haben, sich zum anderen im Stall aber auch zurückziehen können. Das passende Gebäude hatten die Rahmanns dafür schon parat. „Früher war hier unser Hühnerstall“, erklärt Andreas Rahmann. Mit der Hühnerhaltung wollte die Familie aufhören, ein neues Tier sollte stattdessen Stallbewohner werden. 

„Ich war schon immer an Australien interessiert. Für eine Reise dahin hatte ich aufgrund des Hofes allerdings nie die Zeit. Mit den Kängurus habe ich mir ein Stück Australien nach Coesfeld geholt“, schmunzelt der Hofbesitzer. Artgerechte Haltung steht im Vordergrund Doch nicht nur die Größe des Geheges ist entscheidend, sondern auch die passende Umzäunung. „Kängurus können hoch springen. Das sollte man nicht unterschätzen. Zwei Meter hohe Zäune sind ein Muss. Außerdem müssen sie durchwühlsicher sein“, weiß Marion Rahmann und gibt auch bei der Nahrung Vorsicht zu bedenken. „Kängurus brauchen eine vielseitige Ernährung. An Ästen und Zweigen von Obstbäumen oder Weiden nagen sie gerne, aber auch Früchte wie Äpfel ohne Kerne mögen sie. Hinzu kommt vitaminreiches Spezialfutter.“ Stroh, Hafer oder Körner sind hingegen nichts für die australischen Tiere: Zu harte Nahrung verletzt ihre Speiseröhre. Genügsamer sind die Hofbewohner bei dem deutschen Klima. Anders als man vielleicht vermuten würde, machen ihnen Schnee und Regen nichts aus. Im Gegenteil: „Im Schnee spielen sie sogar gerne“, sagt Andreas Rahmann. 

Im Frühjahr gibt es bei den Kängurus meist Nachwuchs. „Bis man den entdeckt, dauert es allerdings eine Weile“, schmunzelt das Ehepaar. Denn erst nach einiger Zeit schaut das Junge aus dem Beutel seiner Mutter hervor. Ab Juni/Juli ist es dann häufiger zu sehen. Bis zu sieben Monate lang verbringt es viel oder später weniger Zeit im Beutel, der ihm als sicherer Rückzugsort dient. Neben den Kängurus wird auf dem Hof Rahmann in Harle 30 auch Damwild gehalten, das gefüttert werden darf. „Die Kängurus können sich Besucher unseres Hofes im Außengehege anschauen. Gefüttert werden dürfen sie, aufgrund ihrer empfindlichen Speiseröhre, allerdings nicht“, erklären die Hofinhaber.

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