Die Streiflichter verlosen die Karten der Preview von Kevin Rays erster Solo-Tournee

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Coesfeld. Er wohnt in Köln, sein Management sitzt in Osnabrück. Und aus Dülmen kommt seine Freundin. Da liegt es schon fast nah, dass Kevin Ray die Probe-Show seiner ersten Solo-Tournee im Kreis Coesfeld gibt. Am Freitag, 28. September, testet der 27-Jährige ab 20 Uhr im „Café Böll“ in der „Fabrik“ in Coesfeld sein Comedy-Programm auf Herz und Nieren, um hier und da vielleicht noch Feintuning vorzunehmen. Die Streiflichter sponsern ihren Leserinnen und Lesern den Eintritt dazu und verlosen die 80 Preview-Tickets. Jeweils zwei Gratis-Karten erhalten die 40 Gewinner bei einer E-Mail-Aktion (Einzelheiten siehe gelben Kasten). Was es mit Kevin Ray und seiner ersten Solotournee „Kevin allein auf Tour“ auf sich hat, brachten die Streiflichter im Gespräch mit dem Nachwuchs-Comedian in Erfahrung.

Ohne Frage: Ein zweistündiges Comedy-Programm auf der Bühne ganz allein zu wuppen – kein Pappenstiel. „Ja. Das ist schon eine richtige Herausforderung für mich. Definitiv“, sagt Kevin Ray, der seine beiden Vornamen zu seinem Künstlernamen gemacht hat und fast nur noch auf dem Amt seinen Familiennamen Giles gebraucht. 

Denn Kevin ist inzwischen in der Comedy-Szene kein Unbekannter mehr: 2013 hatte der Sohn eines amerikanischen Vaters und einer deutschen Mutter seinen ersten TV-Auftritt bei den „Stand Up Migranten“ und nahm kurz drauf am „Nightwash Talent Award 2013“ teil. „Damit erfüllte sich der Traum eines jeden Comedy-Newcomers: Kevin wurde regelmäßig in den Waschsalon geladen und ging mit auf die legendäre ,Nightwash Live Tour’“, ist in seiner Biographie zu lesen. „In der folgenden Zeit begann Kevin durch verschiedene Mix-Shows zu touren und nahm erfolgreich an einigen Wettkämpfen teil. Bei den ,Comedy Slams’ in Trier und Osnabrück sowie dem ,Comedy Fight’ in Köln ging er als Sieger hervor. 

2015 setzte sich Kevin dann in der ,Quatsch Comedy Talentschmiede’ bis zum Finale 2016 durch und spielt seitdem mit großer Begeisterung auf den wohl bekanntesten deutschen Comedy-Bühnen – den ,Quatsch-Comedy-Mix-Shows’. Mit TV-Auftritten wie zum Beispiel ,Die Comedy-Newcomer’ im Hessischen Rundfunk oder dem ,NDR Comedy-Contest’ startet Kevin als Teil einer jungen Generation der Stand-Up-Comedy weiter durch und gehört inzwischen zum festen Ensemble der ProSieben-Sendung ,Die Comedy-Show’“. 

„Meine Themen finde ich im Alltag – und ungelogen: 90 Prozent von dem, was ich auf der Bühne bringe, habe ich wirklich so erlebt. Nur die restlichen zehn Prozent sind vielleicht ein bisschen überspitzt für die Pointe“, sagt der Wahl-Kölner. „Irgendwie greife ich Sachen auf, die so oder ähnlich jeder kennt. Von daher sprech ich wohl auch vielen aus der Seele – auch wenn’s sich manchmal banane und verrückt anhört.“ 

Beispielsweise die Episode aus seiner WG: Rundum im Zimmer Anziehsachen – die Mama, die alles fein in den Schrank räumt, ist ja nicht da. Was aber ist frisch gewaschen und was sollte besser mal durchs Wasser gezogen werden? „Ich riech da immer dran“, hat Kevin die Lösung. Und steht nicht allein da. Denn er sieht auch seinen WG-Genossen, wie der im Bad an Textilien schnuppert. Die Pointe: „Das war mein Zeug, das der Kollege an der Nase hatte.“ 

Solche Alltagssituationen, ein Rampengen und ein quirliger Geist – der Drang auf die Bühne war einfach zu groß, als dass er sein Ingenieursstudium in Trier hätte brav weiterführen können. „Ich hab’s 2013 geschmissen und bin in die Medienhauptstadt Köln gezogen. Da hatte ich viele Bühnen, wo ich mich zum Nulltarif mit meinen Comedystücken ausprobieren konnte“, blickt Kevin zurück. Beim Modelabel „G-Star“ hatte er einen Nebenjob und kniete sich knapp ein Jahr auch ziemlich rein, war im Verkauf, reiste für das Unternehmen herum. „Ich musste ja meine Miete bezahlen.“ 

Weil er wegen seiner Arbeit in der Modebranche aber viele Bühnen-Termine absagen musste, hängte er den Modejob an den Nagel. Als Comedian fuhr er dann für Spots sogar nach München – wobei das Honorar von 50 Euro dann nicht mal für die Fahrtkosten reichten ... 

Sein Talent und seine Ausdauer machen sich inzwischen bezahlt: „Seit zwei Jahren lebe ich jetzt von der Comedy. Das ist megaklasse“, sagt er. „Super dankbar“ ist er auch dafür, dass er nun mit einem seiner ganz großen Comedy-Vorbilder – mit Simon Gosejohann – arbeiten darf. „Battle Buddies“ (zu Deutsch etwa: „Kampf-Kumpel“) heißt das Projekt, das die beiden kreuz und quer durch Europa und darüber hinaus führt. 

„ProSieben schickt uns zu den verrücktesten Wettbewerben, an denen wir dann mit teilnehmen. Wo es im einzelnen mit dem Flieger hingeht, ist Überraschung, und vor Ort bekommen wir oft erst am Abend vorher gesagt, zu welchem Wettbewerb es geht“, hält sich Kevin ganz allgemein – wegen „Top Secret“. Nur so viel noch: „16 Wettbewerbe sind’s insgesamt – und oft fliegen wir humpelnd und mit blauen Flecken wieder zurück“, schmunzelt Kevin. Noch in diesem Jahr soll die Ausstrahlung der Folgen von „Battle Buddies“ starten.

Seit knapp zwei Monaten laufen die Dreharbeiten für „Battle Buddies“. Wenn dann im Oktober die erste große Solo-Tournee von Kevin startet, sind alle Aufnahmen im Kasten. Nur gut, dass Kevin sein zweistündiges „Kevin-allein-auf-Tour“-Programm schon länger stehen hat. Hier gilt es freilich, noch stellenweise nachzufeilen. Wie beispielsweise die Gags miteinander verknüpft sind. „Bislang hatte ich ja schon Zehn- oder 20-Minuten-Programme – zwei Stunden am Stück habe ich bislang noch nicht bestritten. Aber das wird sicher klappen“, ist Kevin Ray zuversichtlich. 

Da hilft ihm sicherlich das gerüttelt Maß innere Ruhe und Konzentration, die er gut abrufen kann. Beispielsweise beim Minigolf. „In Trier haben wir eine super im Grünen gelegene Minigolf-Strecke. Das ist wie Urlaub. Die 18 Stationen habe ich mal mit 30 Schlägen geschafft – Bahnrekord! Aber auch dank Profi-Schlägern und Training. Ich liebe das“, hält Kevin nicht hinterm Berg. 

Geheim hält er auch nicht, dass er viel lieber Bier als Wein trinkt. Und das, obwohl oder gerade weil er in Klüsserath in einem Moseldorf mit über zehn Winzern aufgewachsen ist und als Kind und Jugendlicher von seinem Fenster aus ausschließlich in Weinberge geschaut hat. 

„Das Weinfest mit Weinprobe in Klüsserath ist jedes Jahr das Highlight, wie ich auch sonst mega gerne mit meinen Kumpeln was unternehme.“ Was Getränke anbetrifft, ist ihm aber Bier lieber: „Ich bin Borussia-Dortmund-Fan – aber wenn ich den Münchnern irgendein Kompliment machen soll, dann für ihr Bier. Da gibt’s eine Sorte, die ist flüssiges Paradies, da kommen Glücksgefühle auf, wenn man die trinkt.“ 

Glücklich ist er auch über die vielen Freundschaften, die er hat und pflegt. So etwa zu Chris Tall, der momentan viele Auftritte im Fernsehen hat. „Ein toller Kumpel. Ganz normal“, so Kevin, der auf seiner Solotour mit aktuell über 20 Terminen viele Städte sehen wird. 

Die Eintrittskarten dafür kosten zwischen 17 und 24 Euro, die Locations haben Kapazitäten von bis zu 100 Plätzen. Kevin ist eben auf dem Weg zu den ganz großen Arenen.

www.kevinray-comedy.de

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