Streiflichter-Interview mit Inga Thiemann vom AFS Interkulturelle Begegnungen e.V.

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Inga Thiemann ist die Komiteekoordinatorin des AFS-Komitees Coesfeld.

Kreis Coesfeld. Die 24-jährige Inga Thiemann ist ehrenamtlich bei AFS Interkulturelle Begegnungen e.V. aktiv. Der Verein arbeitet im Bereich Jugendaustausch und interkulturelles Lernen und ermöglicht unter anderem Schüleraustausche und Freiwilligendienste im Ausland. Thiemann reiste 16-jährig selbst mit AFS in die USA. Heute ist sie Koordinatorin des AFS-Komitees Coesfeld. Im Interview mit Streiflichter-Mitarbeiterin Xenia Klaffke verrät sie, was ihr an der Arbeit beim AFS am meisten gefällt, wer Gastfamilie werden kann und gibt Infos zum Schüleraustausch.

Du kamst durch dein eigenes Austauschjahr zum AFS. Was magst du an deinem Ehrenamt am meisten?

Inga Thiemann: Wenn ich etwas zurückbekomme von den Gastfamilien, den Gastschülern und denen, die von Deutschland aus ins Ausland gehen. Das allercoolste ist es, wenn man einen ganzen Zyklus mit den „Hopees“ (diejenigen, die ins Ausland gehen) mitmacht. Man sieht sie circa alle drei Monate bei Treffen und fiebert nochmal mit – so ähnlich wie bei der eigenen Reise zur Gastfamilie.

Apropos Gastfamilie: Wer kann alles einen Gastschüler bei sich aufnahmen?

Inga Thiemann: Familien, Alleinerziehende, Paare mit oder ohne Kinder, gleichgeschlechtlich, jung oder alt – das ist egal. Ein eigenes Bett für den Gastschüler und das Interesse an einem interkulturellen Austausch ist die Midestvoraussetzung. Ein Gastschüler ist kein Au-pair, das heißt er soll ein richtiges Familienmitglied werden. Für das aktuelle Austauschjahr ab Herbst 2018 suchen wir noch Gastfamilien in unserem Einzugsbereich, der sich vom Kreis Coesfeld bis nach Steinfurt hinzieht. Zudem suchen wir auch mitten im Austauschjahr nach Familien. Wir sind für „Welcome-Familien“, die Gastschüler nur für ein paar Wochen aufnehmen und ihnen das Visum ermöglichen, dankbar. Trotzdem ermutigen wir die Familien auch, Schüler länger bei sich aufzunehmen, damit sich die Schüler richtig in die Familie eingewöhnen können.

Wie funktioniert die Aufnahme eines Gastschülers?

Inga Thiemann: In der Regel fahren wir vom AFS in einem Zweier-Team zu den Gastfamilien und fragen, was sie sich vorstellen: Junge, Mädchen oder ist es ihnen egal? Wir geben den Familien dann Steckbriefe und versuchen, Vorurteile abzubauen. So sind alle Austauschschüler schulpflichtig und besuchen je nach Sprachkenntnisse zusätzlich auch einen Deutschkurs.

Sorgt ihr vom AFS auch für eine freundschaftliche Verbindung zwischen den Schülern und den Gastfamilien?

Inga Thiemann: Ja, Gastfamilie und Gastschüler haben Ansprechpartner. Ehemalige Gastfamilien stehen den aktuellen zur Seite und die Schüler bekommen jemanden, der selbst im Ausland war. So wird niemand mit Sorgen alleine gelassen. Zudem haben wir alle sechs Wochen gemeinsame AFS-Treffen in unserem Einzugsbereich. Bei Problemen vermitteln wir. Oft liegt der Grund für Schwierigkeiten an fehlerhafter Kommunikation, die schnell gelöst werden kann. Zur Not kann die Familie gewechselt werden.

Und nach dem Austausch: Haben Familien und Gastschüler noch

Kontakt?

Inga Thiemann:

Wir bekommen teilweise mit, dass der Kontakt bestehenbleibt. Manche Gastschüler kommen zu Besuch oder studieren hier. Das ist schon toll.

Interessierte, die sich als Gastfamilie zur Verfügung stellen oder selbst ins Ausland gegen möchten, können sich bei Inga Thieman unter Telefon (0160) 8483636 oder per E-Mail an afs.coesfeld@gmx.de wenden. Infos gibt es auf cms.afser.de/AFS-Komitee-Coesfeld.1885.0.html oder auf der Facebookseite des AFS-Komitees Coesfeld.

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