Schülerinitiative für eine saubere Schultoilette

Dem stillen Örtchen eine Stimme geben

Lilli Fels und Carolin Reuver zeigen das von ihnen entworfene Plakat an der Tür zur Schultoilettenanlage.

Lette. Beschmierte Klobrillen, kleine Pfützen auf dem Boden und unattraktive Gerüche verbinden den Gang zur Toilette an den meisten Schulen mit Naserüpfen und Unbehagen – so auch an der Kardinal-von-Galen-Grundschule in Lette.

Schultoiletten haben einen denkbar schlechten Ruf. Es geht um das, was man „Forscherdrang“ nennen könnte. Eine Faszination für die Sechsmeter-Klopapierschlange, die beim Spülen mit ein bisschen Glück verschwindet, gab es schon immer. Dass Schultoiletten mal verstopft sind oder etwas daneben geht, ist ebenfalls nichts Neues. Aber wenn einige Kinder schon freiwillig darauf verzichten sie aufzusuchen, wird es Zeit zu handeln.

Um das Sanitär- und Hygieneproblem in den Griff zu bekommen bat Schulleiterin Sabine Schäfer die Eltern um aktive Unterstützung, indem sie mit ihren Kindern das richtige Verhalten auf den Toiletten thematisieren. Gleichzeitig wurden die Kontrollen der Toilettenanlagen durch die Aufsichtskräfte erhöht.

Das war Lilli Fels und Carolin Reuver nicht genug. Sie entwarfen ein tolles Plakat, das ihre Mitschüler zum einen an das richtige Verhalten erinnern soll und zum anderen aufzeigt, wie die Toilettenanlage aussehen kann, wenn sich alle an die Regeln halten. So hängen gelbe, stinkende Schwaden über den verdreckten Toiletten und blitzende Sternchen versprechen werbewirksam frische, saubere Toiletten und Wohlfühlatmosphäre.

„Eine tolle, kreative Idee, die dem stillen Örtchen eine Stimme gibt, die die Kinder anspricht“, hofft auch Konrektorin Claudia Rensing.

„Wichtig ist uns, dass hierdurch das Tabu rund um das Thema gebrochen wird und Schüler und Erwachsene gemeinsam daran arbeiten, eine nachhaltige Verbesserung zu bewirken, die hilft die Situation zu verbessern.“

SL-Ausgabe vom 23.10.2013

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