OvNB-Schüler stellten Konzept vor

„SheAfra“ ist marktreif

Foto: André Sommer

Coesfeld. Schon seit 15 Jahren ist das „Produkt für Europa“ ein fester Bestandteil des Bildungsgangs der „Staatliche Geprüften Kaufmännischen Assistentinnen/Assistenten für Fremdsprachen“ des Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskollegs.

Die Schüler planen, organisieren und erstellen dabei eine internationale Marketingstrategie zur Einführung eines bestimmten Produktes oder einer Dienstleistung für den internationalen Markt in Kooperation mit nationalen oder internationalen Partnern aus Wirtschaft, sozialen Einrichtungen oder öffentlichen Institutionen und stellen dieses nach Fertigstellung Mitschülern, Lehrern und geladenen Gästen vor.

Die diesjährige Vorstellung fand am vergangenen Freitag statt. Im „Europaraum“ des Berufskollegs war bei den Gästen, unter anderem Schülern von Zubringerschulen aus Coesfeld, Reken und Velen, Vertretern lokaler Unternehmen wie Parador, und bei den Lehrern, vor der Präsentation die Neugierde groß, was für ein Produkt die Schüler der HBF-12 präsentieren würden. Gesteigert wurde die Neugierde durch eingespielte afrikanische Musik und entsprechender Dekoration des Veranstaltungsortes.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Schulleiterin Monika Stoll-Röhl wurde dann das Geheimnis gelüftet: Beim diesjährigen Produkt handelt es sich um nachhaltig und auf der Basis von Shea-Butter hergestellter Body-Lotion.

„Wir nennen unser Produkt SheAfra“, erläuterten die beiden „Produktleiterinnen“ Samira Schmitz und Melina Daniels. „Der Name setzt sich zusammen aus der Shea-Nuss und ,Afra’, dem Wort für ,Afrikanerin’.“ Dann beschrieben die beiden Schülerinnen, warum sich die Klasse für dieses Produkt entschieden haben: „Pflegeprodukte sind ein Hauptbestandteil des täglichen Bedarfs, auf den ungern verzichtet wird. Durch Kontakte haben wir von dem Unternehmen SeKaf Ghana Ltd. erfahren, das für die nachhaltige Gewinnung und Herstellung der Shea-Butter verantwortlich ist. Diese ist eine natürlich wohltuende Basis für die Gesundheit der Haut.“ Dabei war nicht nur die Natur, die durch den umweltfreundlichen Herstellungsprozess geschont wird, ein Entscheidungskriterium für die angehenden kaufmännischen Assistenten: „Auch die fairen Arbeitsbedingungen, die den ghanaischen Landfrauen ein geregeltes Einkommen und einen angemessenen Lebensstandard bieten, waren von uns entscheidend.“

Dem Produkt selber wurde von den Schülerinnen und Schülern im Laufe des Entwicklungsprozesses eine eigene „Note“, also Duft-Richtungen wie Kokos, Orange oder „sportlich/frisch“ verliehen. Außerdem kümmerten sie sich in sieben verschiedenen Arbeitsgruppen etwa um die Kostenkalkulation, Marketingstrategien oder den Vertrieb. Die Fäden der Gruppen liefen dann bei Samira Schmitz zusammen: „Das war eine Menge Arbeit – aber eine ungemein spannende Erfahrung!“ Fas ein ganzes Jahr investierten die Schülerinnen und Schüler in ihr Produkt.

Einziger Wermutstropfen: Auf den europäischen Markt wird das Produkt (vermutlich) so nicht kommen, so Samira Schmitz am Ende der Präsentation: „Leider fehlt uns ein Gutachten vom toxikologischen Institut, damit ,SheAfra’ vermarktet werden kann. Da wir alle uns nun auf die Prüfungen vorbereiten müssen, wird sich darum auch niemand kümmern können. Interessierte können sich aber gerne melden!“

SL-Ausgabe vom 26.11.2014

​Von André Sommer

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