Pfarrer Dieter Frintrop feiert am 23. Juni sein goldenes Priesterjubiläum

Seit 36 Jahren in Coesfeld

Pfarrer Dieter Frintrop mit einer Figur des Heiligen Jakobus, die ihm seine Gemeinde zum 60. Geburtstag zum Geschenk machte.

Coesfeld. Eine große Feier mit allem Drum und Dran wurde ihm zu Ehren schon einmal veranstaltet – und darum erinnert sich Pfarrer Dieter Frintrop in diesen Tagen oft an die Zeit, als er als letzter ausschließlich in St.

Jakobi tätiger Pfarrer verabschiedet wurde. Im Jahr 2000 war das. Jetzt, zwölf Jahre später, steht erneut ein Ehrentag ins Haus. Vor 50 Jahren, am 29. Juni 1962, wurde Frintrop zum Priester geweiht, am Samstag, 23. Juni, feiert er in einem Gottesdienst ab 16.30 Uhr in Jakobi sein Goldenes Priesterjubiläum, anschließend ist im St.-Jakobi-Pfarrgarten eine Grillparty geplant.

Die tiefe Frömmigkeit des Vaters sei es wohl gewesen, die den heute 76-Jährigen seinerzeit dazu brachte, Priester zu werden. Als siebtes von sieben Kindern in Vreden geboren, erlebte er Kirche von Kindesbeinen an hautnah mit. „Mein Vater war Küster und Organist und mein großes Vorbild.“ Er starb, als Dieter Frintrop sechs Jahre alt war. Und ein weiteres Erlebnis als Kind prägte den Münsterländer. „Im Jahr 1941 habe ich erleben müssen, wie die letzten Vredener Juden, alte Leute und Kinder, die zum Teil meine Spielkameraden waren, auf einen Lkw geprügelt und deportiert wurden.“ Das habe ihn immer beschäftigt.

Mit 40 Mitbrüdern empfing er am Herz-Jesu-Fest 1962 die Weihe im Dom zu Münster. Nach mehreren Stationen als Kaplan berief ihn der Bischof 1970 als Berufsschulpfarrer nach Ahlen. 1976 schließlich erfolgte der Ruf nach St. Jakobi Coesfeld, den der Pfarrer sofort annahm. „Normalerweise hat man 48 Stunden Bedenkzeit, aber ich habe sofort zugesagt.“ Zum einen sagte ihm die Nähe zu seinem Heimatort Vreden zu, zum anderen war ihm Coesfeld zumindest flüchtig bekannt, weil ihn die Reise mit Bus und Bahn nach Münster stets durch die Kreisstadt geführt hatte. „Bis heute bin ich sehr gerne Priester“, sagt er. „Das hat mein Leben unheimlich bereichert. Weil man in diesem Amt immer mit Menschen zu tun hat.“

Frintrop erlebte den tiefgreifenden Wandel in der Kirche der letzten Jahrzehnte mit, vor allem, was die Zahl der Kirchenbesucher betrifft. „Früher haben an jedem Samstag innerhalb der Schulzeit 500 Jugendliche Gottesdienst in St. Jakobi mitgefeiert, der dann auch jugendgemäß gestaltet war.“

Neben seinem Amt als Pfarrer von St. Jakobi übernahm er bald weitere Aufgaben in Coesfeld, war 25 Jahre lang Dekanatsseelsorger der Caritas und 13 Jahre lang Sprecher im Flüchtlingsrat im Kreis Coesfeld. Gleichzeitig war er Vorstandsmitglied im Netzwerk „Asyl in der Kirche“ NRW, das sich für Asylbewerber einsetzte. In dieser Zeit besuchte er häufiger das Coesfelder Gefängnis, das damals als Abschiebegefängnis diente. „Da habe ich erlebt, wie ungerecht es dort zugeht. Und dass die größte Ungerechtigkeit gegenüber Ausländern vom Staat ausgeht.“

Diese Arbeit blieb auch dem Bischof nicht verborgen, der den Priester nach seiner Emeritierung bat, Gefängnisseelsorger in Coesfeld zu werden. Dort kümmerte er sich um die Gefangenen, von denen sich fast alle tief dankbar zeigten, wenn er sich ihnen widmete. „Ich kam ja nicht als Priester zu ihnen, sondern begegnete ihnen von Mensch zu Mensch. Ich habe dort viel bewegen können und bin nicht einmal auf Ablehnung gestoßen.“ Im November 2011 gab er die Aufgabe ab.

Streiflichter-Ausgabe vom 13.6.2012

Von Thilo Kötters

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