17-jähriger Lasse Pier aus Coesfeld nimmt an Vorentscheid für Deutsche Meisterschaft teil

Mit sechs Jahren die erste Landung

Mit der Yak 54 kann zum Beispiel am Kunstflug teilgenommen werden. Der 17-jährige Lasse Pier teilt die Leidenschaft des Modellflugs mit seiner Familie. Er hat sogar schon an den deutschen Meisterschaften teilgenommen.

Coesfeld. „Ein kleines Modellflugzeug sollte in die Lüfte abheben.

Lasse hatte das Flugzeug in der Hand und sollte die Spitze des Flugzeuges, auch Nase genannt, leicht nach vorne kippen. Damit der Flieger optimal abhebt. Als es dann hieß ‚Lasse, Nase runter‘ nahm er das wörtlich – und senkte anstatt der Nase des Flugzeuges seine eigene Nase zum Boden“, erinnert sich Herbert Pier schmunzelnd an seinen damals zweijährigen Enkel Lasse Pier.

Die Leidenschaft für Modellflugzeuge begann sich bei Lasse bereits in Kindertagen zu entwickeln – nicht unwichtig dafür war der Einfluss seines Vaters und Großvaters, denn die Leidenschaft für die Fliegerei liegt in der Familie.

Sechster und 13. Platz bei Deutscher Meisterschaft

Heute ist Lasse 17 Jahre alt – und er kann auf eine Reihe von Erfolgen zurückblicken. An diesem Sonntag, 17. Juni, nimmt der Coesfelder an dem regionalen Jugendwettbewerb am Flugplatz in Stevede teil. Bei diesem Vorentscheid hat der Hobbypilot die Chance, sich für die Deutschen Meisterschaften zu qualifizieren. Das Prozedere ist keineswegs Neuland für den Schüler des Pictorius-Berufskollegs – er bringt viel Erfahrung aus den vergangenen Jahren mit. „Der Vorentscheid ist meistens sehr relaxed. Bei den Meisterschaften ist dann mehr Adrenalin im Spiel. Da muss alles passen“, weiß der 17-Jährige, der Vereinsmitglied im Modellflugclub Coesfeld ist – in den Jahren 2009 und 2010 belegte er bereits den sechsten und 13. Platz bei den Deutschen Meisterschaften.

Torsten Pier teilt

Leidenschaft des Sohnes

Und wie läuft so ein Vorentscheid ab? Bis zu drei Teilnehmer können sich für die Deutschen Meisterschaften qualifizieren. Dafür muss ein Programm mit den Modellfliegern vorgeflogen werden. Die Teilnehmer treten vor einem dreiköpfigen Schiedsgericht an – und müssen dieses von ihren Pilotenkünsten überzeugen. „Das Schiedsgericht besteht aus zwei Schiedsrichtern des Dachverbandes DMFV und einem Vertreter des Modellflugclubs Coesfeld. Dieses Gericht prüft zum Beispiel auch ob die Flugmodelle regelkonform sind“, erklärt Lasses Vater Torsten Pier, der die Leidenschaft seines Sohnes teilt.

Er weiß auch, dass die Meisterschaft einem Piloten mehr abverlangt als eine Vorentscheidung. „Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl werden parallel drei Programme geflogen. Die Programme sind vorgegeben und schwieriger als die bei den Vorentscheidungen. Außerdem dauern die Meisterschaften über zwei Tage.“

In seiner Freizeit nutzt Lasse passende Gelegenheiten, um seine Modellflugzeuge fliegen zu lassen. „Wenn abends mal Zeit ist, kann ich bei mir in der Nähe auf einem Schützenplatz üben“, sagt der Hobbypilot. „Und am Wochenende geht es meistens zum Fliegen nach Stevede zum Flugplatz.“ Die Vorbereitung hat sich in der Vergangenheit schon ausgezahlt. Mit neun und zehn Jahren wurde Lasse Stadtmeister, mit elf Jahren belegte er den vierten Platz bei den Stadtmeisterschaften – Preise gab es auch zu gewinnen. „Der Sieger hat einen Pokal und Schokolade bekommen“, schmunzelt der Schüler.

„Abstürze nur wegen technischer Defekte“

Im Familienbesitz sind etwa 20 flugfertige Modelle – selbst gebaute Flieger sowie Fertigmodelle. Sogar eine Eigenkonstruktion von Lasse ist dabei. Sein Großvater Herbert Pier erinnert sich daran, wie sein Enkel passend zu einem Coesfelder Indoorflugtag ein Modell konstruiert hat. „Der Flieger hatte einen Bonbonausflugschacht und sogar ein Schleppbanner mit der Aufschrift ‚MFC Coesfeld Willkommen’.“

Seinen ersten Flug und sogar eine geglückte Landung hat der junge Pilot mit sechs Jahren absolviert.

Wie er das gelernt hat, erzählt Torsten Pier. „Zum Üben wird oft das ‚Schüler-Lehrer-Fliegen’ genutzt. Da sind Lehrer und Schüler mit einem Kabel verbunden. Der Lehrer kann also jederzeit eingreifen.“

Dass sich das Flug-Hobby zu einer Leidenschaft entwickelt hat und dass stetiges Üben sich auszahlt, weiß Lasse Pier. „Einen Absturz hatte ich bisher nur wegen technischer Defekte."

Streiflichter-Ausgabe vom 13.6.2012

Von Anna Tiffe

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