„Schule für Pflegeberufe“ zieht in die ehemalige Post

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Freuen sich auf das künftige Zusammengehen und den neuen Schulstandort: von links Julia Hayck (Leiterin Caritas-Altenpflegeseminar), Norbert Falke (Leiter Schule für Gesundheitsberufe), Sven Wiesmann (Geschäftsführer WVA Objektanlage), Christian Germing (Geschäftsführer Schule für Pflegeberufe), Dr. Mark Lönnies (Geschäftsführer Schule für Gesundheitsberufe).

Coesfeld/Dülmen. Das Altenpflegeseminar der Caritas im Kreis Coesfeld und die Schule für Gesundheitsberufe der Christophorus-Kliniken fusionieren. Die neue „Schule für Pflegeberufe“ erhält ihren Hauptstandort im ersten Obergeschoss des früheren Postgebäudes in der Poststraße in Coesfeld. Als zweiter Standort bleibt der Schulort des Altenpflegeseminars in Dülmen unweit der Heilig-Kreuz-Kirche weiter bestehen.

„Wir haben uns überlegt, ob wir die neue Pflegeschule an einem einzigen Standort zusammenfassen sollen. Diese Überlegung haben wir aber fallenlassen. Denn viele junge Leute, die eine Ausbildung beginnen, haben noch kein Auto – und der öffentliche Personennahverkehr hier im Kreis Coesfeld ist ja auch nicht so kurz getaktet wie in größeren Städten. Von daher lag es nahe, dass wir mit zwei Schulstandorten für eine relative räumliche Nähe zu den Auszubildenden sorgen“, erklärt Christian Germing, seit Juni Geschäftsführer des Caritas-Altenpflegeseminars und ab September Vorstand des Caritasverbands für den Kreis Coesfeld e.V. Er ist künftig auch Geschäftsführer der „Schule für Pflegeberufe“.

Hintergrund der Fusion der beiden Pflegeschulen ist die vergangenes Jahr vom Bundestag beschlossene Umgestaltung der Berufsausbildung im Pflegebereich: Gab es bislang verschiedene Ausbildungsgänge im Bereich Altenpflege und im Bereich Krankenpflege, wird dies nun in eine dreijährige generalistische Ausbildung umgewandelt. Darin sind die schulischen Lerninhalte in den ersten zwei Jahren identisch; im dritten Jahr können die Auszubildenden dann individuell Vertiefungsschwerpunkte auswählen. Am Ende steht die Prüfung zum „Pflegefachmann“ beziehungsweise zur „Pflegefachfrau“.

„Spätestens 2020, vielleicht aber auch schon ab Oktober 2019 werden wir dann den neuen generalistischen Ausbildungsgang anbieten“, so Christian Germing.

Die neuen Voraussetzungen für die generalistische Pflegeausbildung waren also Impuls dafür, die beiden Pflegeschulen zusammenzuführen. „Uns war schnell klar, dass wir uns mit unseren Pflegeschulen hier im Kreis Coesfeld keine Konkurrenz liefern wollen. Daher die Überlegung zur Fusion“, so Germing.

„Unser künftiger Hauptstandort in dem ehemaligen Post-Gebäude ist für unsere Planungen ideal. Dort werden wir 1 700 Quadratmeter zur Verfügung haben – mit fünf Unterrichtsräumen, einem Mehrzweckraum, Aufenthaltsräumen, einem EDV-Schulungsraum sowie Räumen für die Schulleitung und die Lehrkräfte“, erklärt Christian Ehring. „Außerdem werden wir die Kapazitäten haben, Fort- und Weiterbildungen durchzuführen. Diesen Bereich wollen wir neu aufbauen.“

Das Raumprogramm wird dazu in Zusammenarbeit mit den Eigentümern, der WVA Objektanlage GmbH mit Sitz in Greven, erarbeitet. „Das Postgebäude wird komplett entkernt, und da, wo früher die Post-Fahrzeuge standen, wird ein neuer Anbau enstehen“, so Christian Germing. Eine eigene Kantine werde die Schule nicht erhalten. „Aber es gibt ja in Coesfeld genügend Möglichkeiten, sich zu versorgen.“ Weitere, bereits jetzt feststehende Nutzer des alten Postgebäudes sind Netto und Tedi.

Der neue Hauptstandort der Pflegeschule wird auch der Entzerrung dienen. „Momentan haben wir in Dülmen drei Altenpflegekurse pro Jahrgang – 225 Altenpflegeschüler durchlaufen dort also den schulischen Part ihrer dualen Ausbildung. Hier könnte ich mir vorstellen, dass wir Teilverlagerungen nach Coesfeld vornehmen“, so Christian Germing. Und auch für die Schule für Gesundheitsberufe der Christophorus-Kliniken ist der neue Schulort ein Gewinn. „Am bisherigen Standort in Goxel, wo aktuell 100 Auszubildende geschult werden, sind die Entwicklungsmöglichkeiten ausgeschöpft“, so Germing.

In gewisser Weise Sorgen bereitet ihm derweil die künftige Finanzierung der Pflegeausbildung. „Seit zehn Jahren bekommen wir vom Land pauschal 280 Euro pro Altenpflegeschüler und Monat. Hier müsste unbedingt eine Erhöhung erfolgen“, so Germing. Berechnungen haben ergeben, „dass wir 490 Euro pro Schüler und Monat benötigen, wenn die neue Form der Pflegeausbildung startet.“

Nicht zuletzt auch wegen der viel besseren Lehrer-Schüler-Relation: „Bislang galt ,1 Lehrer, 50 Auszubildende’, künftig gilt ,1 Lehrer, 20 Auszubildende’. Auch vor diesem Hintergrund schon besteht Handlungsbedarf.“

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