Trachtengruppe des Heimatverein zieht mit Umzug durch die Stadt

Schöne Kleidung von früher

Arbeiten bei der Organisation des Rahmenprogramms für den Seniorentag Hand in Hand zusammen (von links) Ludger und Luise Harpering vom Heimatverein, Edith Pieske vom Seniorennetzwerk , Gottfried Kaup und Monika Endler vom Städtischen Musikverein sowie Edith Eckert-Richen und Helga Möller. Weitere Mitglieder der Trachtengruppe sind Heinz und Anni Plesker sowie Hugo und Hilde Pickartz.

Coesfeld. Sie entführen den interessierten Betrachter in eine längst vergangene Zeit – die Mitglieder der Trachtengruppe des Heimatvereins Coesfeld. Am „Servicetag 60plus“ ziehen sie durch die Innenstadt. Treffpunkt ist um 15 Uhr vor dem Kunstverein Münsterland am Jakobiwall.

„Viele unserer Mitglieder sind auch Senioren“, sagt die Vorsitzende des Heimatvereins, Edith Eckert-Richen über die Motivation ihres Vereins, am Servicetag teilzunehmen. „Deshalb vernetzen wir uns gerne mit den anderen Senioren.“

Die aufwändigen Kostüme in verschiedenen Farben sind schon von weitem zu erkennen. Besonders stechen dabei die beiden Kiepenkerle hervor. Einer tritt in der traditionellen, im gesamten Münsterland bekannten Kleidung in Erscheinung: also im blauen Kittel und im roten Halstuch, wozu dann natürlich die obligatorischen Holzschuhe gehören und als wichtigster und namensgebender Bestandteil eben die Kiepe, der große Korb.

Diese fahrenden Händler, die ungefähr noch bis zum Zweiten Weltkrieg über die Lande zogen, um Waren jeglicher Art aus der Stadt unters Volk zu bringen und im Gegenzug die Stadt Münster mit Lebensmitteln zu versorgen, waren oft in der untersten Stufe der Gesellschaft angesiedelt. Doch auch hier gab es Abstufungen, weiß Edith Eckert-Richen. „Die Kiepenkerle, die Tuch transportierten, gehörten zur höchsten Zunft unter den Kiepenkerlen.“ Sie kleideten sich in etwas feineren Stoffen, etwa ganz in Schwarz und mit Hut. Um die Kiepenkerle scharen sich traditionell gekleidete Damen, die unter anderem braune Kleider und darüber golden-rote Oberteile tragen. Eine andere Tracht für Frauen ist dagegen komplett in Grün gehalten.

Begleitet werden die Heimatvereinsmitglieder von der Jugendblaskapelle, die vorauszieht. Und auch die Folkloretanzgruppe St. Jakobi unter der Leitung von Hiltrud Frohne ist bei der kleinen Prozession in traditioneller Kleidung mit dabei.

Der Umzug legt auf dem Marktplatz eine Pause ein und die Gruppen geben eine Darbietung. Und noch ein Schmankerl gibt es für Passanten: „Es gibt einen auf den Löffel – nach westfälischer Art“, kündigt Edith Eckert-Richen eine Verköstigung mit einem feinen Kornbrand an.

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