SL-Interview mit Peter Meyer, als Keyboarder der Puhdys bald in Coesfeld

„Es war schön und wird noch schöner“

Sänger und Gitarrist Dieter Hertrampf, Keyboarder Peter Meyer, Sänger und Gitarrist Dieter Birr, Bassist Peter Rasym und Schlagzeuger Klaus Scharfschwerdt sind die Puhdys – und als solche am 14. November in Coesfeld zu Gast.

Coesfeld. Sie sind nicht nur eine der erfolgreichsten Bands aus der ehemaligen DDR, sondern auch der Ost-Export, der auch im Westen mühelos Konzerthallen füllt und das bis heute tut.

Jetzt kommen die Puhdys mit einem Akustik-Konzert nach Coesfeld. Am Donnerstag, 14. November, beschallen sie die Bürgerhalle. Im Streiflichter-Interview versucht Keyboarder und Saxofonist Peter Meyer das Erfoglsgeheimnis seiner Band zu ergründen.

Die Puhdys kurz nach ihrer Gründung 1969 würde man heute nicht wiedererkennnen...

Peter Meyer: Ja. In unserer Anfangszeit haben wir noch andere Künstler gecovert – beispielsweise Deep Purple,

Uriah Heep, die „Stones“ und so weiter. Seit 1971 machen wir deutsche Musik. Musik. Damals hatten Fans von uns dem Fernsehfunk der DDR geschrieben, sie wollen uns im Fernsehen sehen. Und da hat man zu uns gesagt: Wenn, dann eigene Musik und deutsche Musik. Der erste Titel hieß „Türen öffnen sich zur Stadt“ und es kamen inzwischen ungefähr 440 dazu.

Sie waren unglaublich erfolgreich. Dabei haben Sie ja auch sehr kritsche Stücke geschrieben...

Peter Meyer: Ich denke, Sie meinen den Titel „Denk ich an Deutschland“, der übrigens nicht so heißen durfte bei uns. „Ich will nicht vergessen“ hieß der und wurde auch nicht bei uns in den Medien gespielt, war aber auf einer LP drauf und wurde im Westen gespielt, im Rundfunk und im Fernsehen, in den Medien. Und das ist natürlich ein Lied, da geht es ja um die Ängste der Menschen drüben und hier – das passt ja auch jetzt und das trifft übrigens für viele unserer Titel zu. Wir könnten eigentlich fast alle unserer Titel heute noch spielen und es wäre für alle Leute in Deutschland interessant.

Schon zu DDR-Zeiten waren Sie viel im Ausland auf Tournee. Wie kam es dazu?.

Peter Meyer: Wir hatten ja ab 1975 eine Plattenfirma im Westen, auch einen Plattenvertrag im Westen. Und die haben dann auch Dinge gestartet in England und Amerika. Wir haben dann auch mal einen Platte mit unseren eigenen Titeln in Englisch gemacht. Dann sind wir auch 1981 in Amerika gewesen. Das war allerdings mehr so eine Promotion-Tour.

Und mit der Zeit hatten sie in den unterschiedlichsten Ländern eine treue Fangemeinde...

Peter Meyer: Das war erstaunlicherweise so! In der Sowjetunion, in Portugal, in Belgien, in Frankreich – und da haben wir eigentlich immer unser Programm gespielt, mit unseren eigenen Titeln. Wir haben dann mal, wenn wir dann mal zwei, drei Monate in Russland unterwegs waren, da haben wir dann mal einen russischen Titel gemacht, als Geste und als Gag, aber eigentlich hat das auch ohne funktioniert. Selbst in Kuba, wo man uns erzählt hat: Die stehen überhaupt nicht auf solche Musik, hat das erstaunlicherweise funktioniert.

In letzter Zeit gab es allerdings Gerüchte, Sie würden sich auflösen. Woher kamen die?

Peter Meyer: Das stimmt, es hat ja diese Irritationen gegeben. Wir haben ja im November vergangenen Jahres ein neues Album rausgebracht, das heißt: „Es war schön“. Und da gab es natürlich in den Medien so die Spekulation: Wollen sie jetzt aufhören? Weil es schön war. Aber nein! Wir sagen: „Es war schön“, haben so zurückgeblickt und ich denke, es wird noch schöner werden!

Kennen Sie Coesfeld und das Münsterland?

Peter Meyer: In Coesfeld waren wir noch nicht, aber schon oft in der Gegend. Ein sehr schönes Land, auch beim Durchfahren fällt uns das auf, wenn wir nach Dortmund oder sonstwo hinfahren.

Was steht denn in der Coesfelder Bürgerhalle auf Ihrem Spielplan?

Peter Meyer: Es ist ein Akustik-Konzert, das heißt, es ist ein bisschen kleiner als sonst. Und da machen wir also doch einige alte Sachen von uns, die wir sonst nicht spielen, dann spielen wir Titel von unserer neuen CD „Es war schön“, ungefähr vier, fünf Titel. Und was natürlich sehr sehr wichtig ist: Die Hits wie „Alt wie ein Baum“ und „Rockerrente“ und „Lebenszeit“ und „Wenn ein Mensch lebt“,

das gehört einfach dazu und das müssen wir auch immer wieder spielen.

Karten für das Konzert gibt es bei den Streiflichtern in Coesfeld und im Medienzentrum Dülmen zum Preis von 38,60 Euro (freie Platzwahl)

SL-Ausgabe vom 30.10.2013

Von Thilo Kötters

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